
Methanexplosion tötet 34 Bergleute in pakistanischem Kohlebergwerk, zwei werden noch vermisst
Eine Methangasexplosion in einem Kohlebergwerk nahe Quetta im Südwesten Pakistans hat am Donnerstag mindestens 34 Bergleute getötet. Rettungsteams arbeiten in 1.200 Metern Tiefe, um zwei noch vermisste Arbeiter zu erreichen.
Die Explosion
Am Donnerstag führte eine Ansammlung von Methangas zu einer Explosion in einem Kohlebergwerk in Sorange, etwa 30 bis 50 Kilometer nordöstlich von Quetta, der Hauptstadt der Provinz Belutschistan. Die Explosion brachte Teile des Bergwerks zum Einsturz und beschädigte zwei benachbarte Schächte, wodurch Arbeiter in etwa 1.200 Metern Tiefe eingeschlossen wurden. Die Schätzungen, wie viele Bergleute sich zum Zeitpunkt des Unglücks unter Tage befanden, gehen auseinander: Beamte sprachen zunächst von 42, spätere Berichte gingen von 36 bis 40 aus. Bis Freitagmorgen hatten Rettungskräfte 34 Leichen geborgen.
Rettungsarbeiten
Die Rettungsteams benötigten fast 20 Stunden, um die Opfer zu erreichen, so ein Sprecher des Rettungsdienstes. Schweres Gerät wurde herangeschafft, um Trümmer zu beseitigen, während die Einsatzkräfte die Nacht hindurch arbeiteten. Der Chefinspektor für Bergwerke, Muhammad Atif, erklärte, die Arbeiten fänden in einer Tiefe von 4.000 Fuß (1.219 Metern) statt. Ghani Baloch, ein hochrangiger Bergbaubeamter, sagte, die Suche werde fortgesetzt, warnte jedoch, dass die Überlebenschancen gering seien.
Die Chancen, noch jemanden lebend zu finden, schwinden.
Der Rettungskoordinator Khair Jan sagte, dass zwei Bergleute bis Freitag noch vermisst würden.
Es waren etwa 36 Bergleute im Bergwerk, als die Explosion geschah; bisher wurden 34 Leichen geborgen, während die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden, um die verbleibenden zwei zu finden.
Der Bergmann Ahmed Zada, der sich zum Zeitpunkt der Explosion an der Unglücksstelle aufhielt, sagte der AFP, dass Kollegen nach der Explosion zur Hilfe eilten und ebenfalls ums Leben kamen. Angehörige versammelten sich am Eingang des Bergwerks, während Arbeiter halfen, die Leichen herauszutragen.
Reaktion der Behörden
Der Minister für Bergwerke und Mineralien der Provinz Belutschistan, Shoaib Nosherwani, sprach sein Beileid aus und kündigte eine Entschädigung von 500.000 pakistanischen Rupien (etwa 1.800 US-Dollar oder 1.570 Euro) für die Familien jedes Opfers an. Er sagte, die Behörden würden die Ursache der Explosion untersuchen und die Sicherheitsmaßnahmen in Kohlebergwerken der gesamten Provinz überprüfen.
Eine Reihe tödlicher Unfälle
Tödliche Bergbauunfälle sind in Belutschistan häufig, da viele Bergwerke keine ausreichende Belüftung, Gasüberwachungssysteme und andere grundlegende Sicherheitsvorkehrungen haben. Die meisten Bergwerke in der Region werden privat betrieben, und frühere Untersuchungen haben durchweg auf mangelhafte Sicherheitsausrüstung und unzureichende staatliche Aufsicht hingewiesen. Im März 2024 tötete eine Methanexplosion in Harnai 12 Bergleute. Eine weitere Explosion in Sanjdi forderte im Juni 2024 elf Todesopfer. Im Januar 2025 starben 12 Bergleute nach einer Methanexplosion nahe Quetta, nachdem eine sechstägige Rettungsaktion durchgeführt worden war.
- März 2024 Harnai
- 12 Todesfälle
- Juni 2024 Sanjdi
- 11 Todesfälle
- Januar 2025 Quetta
- 12 Todesfälle
- Juli 2026 Sorange
- 34 Todesfälle
Gewerkschaften haben wiederholt eine strengere Durchsetzung der Sicherheitsstandards gefordert und dabei auf lasche Aufsicht und schlechte Ausrüstung verwiesen.
Armut und Abhängigkeit vom Bergbau
Belutschistan ist die größte Provinz Pakistans, aber auch die ärmste und liegt in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung hinter dem Rest des Landes zurück. Trotz der Gefahren und niedrigen Löhne sind Tausende von Arbeitern für ihren Lebensunterhalt auf den Kohlebergbau angewiesen. Die Provinz ist reich an natürlichen Ressourcen, darunter Kohle, Gold und Kupfer, aber die Sicherheitsbedingungen bleiben gefährlich.


