
Barcelonas Richter ordnet geschlossene Unterbringung für zwei Minderjährige nach tödlichem Messerangriff in Manresa an
Ein Jugendgericht in Barcelona hat zwei Jugendliche wegen des tödlichen Messerangriffs auf den 45-jährigen Carles Vilajosana während des jährlichen Stadtfests von Manresa in geschlossene Unterbringung überstellt.
Tödliche Auseinandersetzung in Manresa
Carles Vilajosana, ein 45-jähriger Gärtner und Vater von Zwillingsjungen aus Castellnou de Bages, starb am Dienstag gegen 5:10 Uhr in Manresa an einem einzigen Messerstich in die Brust. Der Angriff ereignete sich auf der Carrer de Sant Jaume während der Abschlussnacht des Stadtfestes, nach der traditionellen Correfoc-Feier und einem Open-Air-Tanz auf der Plaça Major. Stunden vor dem Vorfall hatte Vilajosana eingegriffen, um zwei streitende Jugendgruppen zu trennen, nachdem seine Ex-Partnerin seine Kinder abgeholt hatte. Später am Morgen trafen Vilajosana und seine Begleiter eine der Gruppen erneut auf der Straße. Zeugen berichteten, dass der 15-jährige Pere O. einen Verkehrskegel auf die Gruppe warf, was eine Konfrontation auslöste, bei der der 16-jährige Otman A. angeblich ein Messer direkt in Vilajosanas Herz rammte.
Festnahmen und gerichtliche Maßnahmen
Die zuerst eintreffenden Beamten der Mossos d'Esquadra leiteten am Tatort Wiederbelebungsmaßnahmen ein, doch die Rettungskräfte konnten das Opfer nicht wiederbeleben. Aufgrund von Zeugenaussagen ortete die Polizei die beiden jugendlichen Verdächtigen und nahm sie widerstandslos in einer nahegelegenen besetzten Wohnung fest, in der eine Gruppe Jugendlicher lebte. Beide Verdächtigen hatten bereits polizeiliche Voreintragungen wegen gewaltsamer Raubüberfälle und Fahrzeugdelikte. Pere O. war etwa einen Monat zuvor aus einer Jugendeinrichtung entlassen worden, in der er seit Mai wegen Anklagen wegen Raubes und versuchten Totschlags im Zusammenhang mit der Messerattacke auf einen lokalen Barkeeper im April inhaftiert war. Am Mittwoch ordnete die Jugendabteilung des Gerichts erster Instanz Barcelona für beide Minderjährige vorläufige Untersuchungshaft in geschlossenem Regime im Jugendzentrum Can Llupià wegen des Vorwurfs des Totschlags an.
- Pere O. soll einen Barkeeper in Manresa erstochen haben, bevor er im Mai in Jugendhaft kam
- Carles Vilajosana wird während Festival-Auseinandersetzungen auf der Carrer de Sant Jaume tödlich erstochen
- Die katalanische Polizei verhaftet zwei Verdächtige im Alter von 15 und 16 Jahren in einer nahegelegenen besetzten Wohnung
- Über 200 Bürger und Amtsträger halten eine Schweigeminute am Rathaus von Manresa ab
- Das Jugendgericht Barcelona ordnet für beide Verdächtigen geschlossene Unterbringung in Can Llupià an
Reaktion der Gemeinde und kommunale Strafverfolgung
Mehr als 200 Menschen versammelten sich am Mittwochmittag vor dem Rathaus von Manresa, um eine Schweigeminute zum Gedenken an Vilajosana einzulegen. Die Gedenkveranstaltung zog Familienangehörige, Gemeindebeamte, Vertreter regionaler politischer Parteien und Führer der beiden islamischen Gemeinden der Stadt an. Manresas Bürgermeister Marc Aloy kündigte an, dass der Stadtrat als Privatkläger im Strafverfahren gegen die Angeklagten auftreten werde. Aloy forderte rigorose rechtliche Schritte, warnte jedoch davor, die Tragödie für parteipolitische Zwecke zu nutzen.
Es ist unerlässlich, dass alle Verwaltungen ihre Kräfte bündeln angesichts von Situationen, die heute in Manresa aufgetreten sind, aber überall im Land vorkommen können. Wir sprechen über Jugendliche, die extreme Gewalt angewendet haben, 16-Jährige, die in einer Festnacht ein Messer tragen. Das ist inakzeptabel.
Politischer Streit über minderjährige Verdächtige
Der tödliche Angriff löste sofort politische Spannungen in ganz Katalonien aus, die die öffentliche Sicherheit und Einwanderung betrafen. Die Führer von Vox und Aliança Catalana, Ignacio Garriga und Sílvia Orriols, veröffentlichten Nachrichten in sozialen Medien, die das Verbrechen marokkanischen Migranten und unbegleiteten Minderjährigen zuschrieben. Die katalanische Innenministerin Núria Parlon wies diese Aussagen in einem Interview mit Catalunya Ràdio zurück und stellte klar, dass beide festgenommenen Jugendlichen in Katalonien geboren wurden und bei ihren Familien lebten. Parlon kritisierte die rechten Parteien dafür, Hass gegen schutzbedürftige Gruppen zu schüren, und erklärte, dass die Behörden erwägen würden, rechtliche Beschwerden gegen die Äußerungen einzureichen.
Wir können nicht eine Gruppe von Menschen für die sehr schwerwiegenden Taten verantwortlich machen, die von bestimmten Individuen begangen wurden.
Noureddine El Benadi, Präsident der islamischen Gemeinde von Manresa, schloss sich der Bürgerversammlung an, um der Familie Vilajosana sein Beileid auszusprechen, und appellierte an den sozialen Zusammenhalt in der gesamten Gemeinde.

