
Ceuta teilt EU mit: 3.000 bis 5.000 Migranten verbleiben nach Massenübertritt, Zentren vor Kollaps
Zwischen 3.000 und 5.000 Migranten halten sich noch in Ceuta auf, nachdem am 30. und 31. Juli mehr als 70.000 Menschen in die spanische Exklave gelangt sind. Die Aufnahmezentren stehen vor dem Zusammenbruch, und in sozialen Medien wird vor einer neuen Welle um den 15. August gewarnt.
Massenübertritt und Folgen
Mehr als 70.000 Menschen drangen am 30. und 31. Juli in die spanische Exklave Ceuta ein – Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas Lara nannte dies den schwierigsten Moment in der Geschichte der Stadt. Die überwältigende Mehrheit kehrte in den folgenden Tagen freiwillig zurück, fast 75.000 Menschen wurden laut Vivas rückgeführt. Allerdings halten sich noch zwischen 3.000 und 5.000 Personen, die in diesen zwei Tagen eingereist sind, in der Exklave auf, so Vivas vor dem LIBE-Ausschuss des Europäischen Parlaments am 6. August. Die Nachrichtenagentur AGI bezifferte die verbleibende Zahl auf 3.500. Vivas sagte, die massive Rückführung habe das Trauma zwar deutlich gemildert, gestatte jedoch nicht die Behauptung einer Rückkehr zur Normalität.
Ceutas Appell an die EU
Vivas sprach vor der außerordentlichen Sitzung des LIBE-Ausschusses, die während der Sommerpause einberufen worden war, und forderte verstärkte personelle und materielle Ressourcen an der Grenze zu Marokko, die er als Grenze aller bezeichnete. Er warnte, dass die Migrantenzentren für Erwachsene und Minderjährige vor dem Zusammenbruch stünden, was eine humanitäre Notlage enormen Ausmaßes hervorrufe, begleitet von Störungen der öffentlichen Ordnung und einem hohen Risiko der Unsicherheit und Schäden. Die Stimmung unter den Bürgern von Ceuta sei tief getroffen.
Unsere Bevölkerung fühlt sich traurig, ohnmächtig, ruhelos, verängstigt und besorgt. Und das zu Recht, denn man fragt sich unweigerlich, ob sich dies nicht wiederholen wird und ob das nächste Mal das endgültige Mal für den Sturz in den Abgrund sein wird.
Vivas forderte das Europäische Parlament auf, klar zu erklären, dass das Geschehene nicht als bloße Migrationskrise, sondern als Bedrohung der territorialen Integrität Ceutas, Spaniens und der Europäischen Union behandelt werden müsse, und drängte auf Lehren aus den Ereignissen durch andere EU-Institutionen.
EU-Reaktion und Desinformationsbedenken
Die Europäische Kommission bestätigte, dass Spanien sich zur Rückführung der verbleibenden Migranten verpflichtet habe, und erwartet, dass diese Arbeit fortgesetzt wird, wobei sie ihre Unterstützung anbot. Kommissionssprecherin Arianna Podetà sagte, die Möglichkeit einer Umverteilung der Migranten über den Solidaritätspool sei in diesem Stadium spekulativ. Ein österreichischer EU-Kommissar stellte fest, dass dank der Sonderregeln des Schengener Grenzkodex für Ceuta die Integrität des Schengen-Raums vollständig gewahrt geblieben sei und niemand auf das spanische Festland oder in andere Mitgliedsstaaten reisen könne, obwohl die Lage bei den Bürgern in ganz Europa erhebliche Besorgnis ausgelöst habe.
Die Kommission berichtete zudem, dass ausländische Kanäle der Informationsmanipulation und -einmischung, insbesondere russische, darunter staatlich kontrollierte Medien, diplomatische Kanäle und staatlich-nahe Quellen, die Lage ab dem 30. Juli rasch verstärkt hätten, obwohl in den vorangegangenen Tagen keine derartige Aktivität festgestellt worden sei. Die Kommission werde die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten, Plattformen und zuständigen Behörden fortsetzen, um die Lage, insbesondere hinsichtlich Desinformation, zu bewerten.
Politischer Streit und Angst vor einer neuen Welle
Die parlamentarische Sitzung löste Kontroversen wegen des Fernbleibens spanischer Regierungsminister aus. Der Vorsitzende des LIBE-Ausschusses, Javier Zarzalejos, bezeichnete das Nichterscheinen der Migrationsministerin Elma Saiz Delgado und des Innenministers Fernando Grande-Marlaska als äußerst bedauerlich. Vivas äußerte separat seine Beunruhigung über das, was am 15. August geschehen könnte, angesichts von Aufrufen in sozialen Medien zu einer neuen Einreisewelle. Kommissionssprecher Guillaume Mercier bestätigte, dass die Aufmerksamkeit vor, während und nach diesem Datum hoch bleibe.
- Über 70.000 Menschen durchbrechen die Grenze nach Ceuta.
- Ceutas Präsident spricht vor dem LIBE-Ausschuss; EU-Kommission informiert über Rückführungen und Desinformation.
- In sozialen Medien kursiert dieses Datum als mögliche neue Einreisewelle.


