Schwesig und Holm liefern sich Schlagabtausch über Energie, Verteidigung und Umfragen im TV-Duell in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm lieferten sich am 9. September eine 60-minütige Debatte im Schweriner Schloss, wobei Umfragen vor der Landtagswahl am 20. September eine Lücke von drei Prozentpunkten zeigen.
Eröffnungsschlagabtausch im Schweriner Schloss
Elf Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern trafen die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm in einer 60-minütigen, von ntv und Ostseewelle aus dem Schweriner Schloss übertragenen Fernsehdebatte aufeinander. Die Debatte am 9. September 2026 wurde von ntv-Moderatorin Pinar Atalay moderiert, im Vorfeld der Wahl am 20. September. Schwesig positionierte sich als erfahrene Landesmutter, die für heimische Arbeitsplätze, Rente mit 63 und beitragsfreie Kitas kämpft. Holm schlug einen gemäßigten Ton an und erklärte, seine Partei stehe zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und strebe eine solide Regierungsführung für das Land an. Gleich zu Beginn der Sendung warf Schwesig ihrem Kontrahenten vor, die Entwicklung des Landes schlechtzureden.
Sie reden das Land schlecht.
Holm wies den Vorwurf zurück und entgegnete direkt auf ihre Verteidigung der Landesregierungsbilanz.
Sie machen einfach das Falsche.
Umfrageabstände und Kandidatenbewertungen
Umfrageergebnisse waren ein zentrales Thema der Sendung. In einer Umfrage von Infratest dimap für den NDR erreichte die AfD 35 % der Wählerstimmen gegenüber 32 % für die SPD, was nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt einen Abstand von drei Prozentpunkten ergab. In aktuellen Umfragen lag die AfD zwischen 35 % und 37 %, die SPD zwischen 28 % und 32 %.
- AfD
- 35 %
- SPD
- 32 %
Schwesig konterte die Parteizahlen mit dem Verweis auf Direktumfragen zum Amt der Ministerpräsidentin. Demnach bevorzugten 60 % der befragten Wähler Schwesig als Regierungschefin, während 25 % Holm unterstützten. Holm verwies auf den politischen Aufwind in ganz Ostdeutschland und bezeichnete den Moment als eine Aufbruchsstimmung, die an 1989 erinnere.
- Manuela Schwesig (SPD)
- 60 %
- Leif-Erik Holm (AfD)
- 25 %
Streit um Werften und Kernenergie
Die Wirtschafts- und Industriepolitik bildete eine weitere Trennlinie zwischen den Kandidaten. Schwesig verteidigte eine staatliche Rettungsaktion im dreistelligen Millionenbereich zur Rettung der regionalen Werften und wies darauf hin, dass die Anlagen erhalten geblieben seien und derzeit Schiffe für die Deutsche Marine bauten. Als die Diskussion auf die Energiepolitik kam, lehnte Schwesig die Kernenergie entschieden ab und warnte, dass neue Reaktoren die öffentliche Gesundheit gefährden und die Immobilienwerte senken würden.
Wir wollen hier nicht die Atommüllkippe Deutschlands werden.
Holm bestritt die Behauptung, die AfD plane den sofortigen Reaktorbau. Er erklärte, das Parteiprogramm strebe an zu erforschen, ob eine Rückkehr zur Kernenergie sinnvoll sei, während Schwesig ihn aufforderte, eine Gemeinde zu nennen, die bereit sei, ein Kraftwerk zu beherbergen.
Bundespolitik, Verteidigung und persönliche Angriffe
Die Debatte weitete sich wiederholt auf die Landesverteidigung und die Berliner Politik aus. Holm kritisierte Waffenlieferungen an die Ukraine und wandte sich gegen das von Verteidigungsminister Boris Pistorius verwendete Konzept der Kriegstüchtigkeit mit der Begründung, die Bürger fürchteten, in einen Krieg hineingezogen zu werden. Schwesig erwiderte, sie würde niemals Maßnahmen unterstützen, die die Sicherheit gefährdeten, kritisierte aber Bundeskanzler Friedrich Merz wegen gebrochener Zusagen. Holm konterte, dass die SPD in Berlin regiere, wies darauf hin, dass Lars Klingbeil Finanzminister sei, und machte Schwesig für die Kürzungen des Bundes verantwortlich. In den letzten Minuten lieferten sich beide Kandidaten persönliche Anschuldigungen: Schwesig verwies auf einen Kandidaten mit einer Bankraubverurteilung auf der AfD-Liste, Holm hob ein SPD-Mitglied hervor, das fünf Monate zuvor wegen Wahlmanipulation verurteilt worden war.
Es ist Ihre SPD, die auch in Berlin regiert! Frau Schwesig tut immer so, als sei sie in der Opposition! Sie sind mitverantwortlich für diese soziale Kahlschlagpolitik!


