Migration · Cadzand, Breskens und Ter Apel

Migrantenboot von niederländischem Staatsgebiet aus gestartet – offenbar ein Novum für die Niederlande

Das Schlauchboot, das am Samstag, 31. Oktober, treibend vor Cadzand gefunden wurde, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft von niederländischem Staatsgebiet aus gestartet. Der genaue Startpunkt wurde nicht bekannt gegeben.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von de Volkskrant, NRC, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Cadzand, Breskens, Ter Apel · Niederlande
Wie es dazu kam
  1. 31.10.Sechs Jungen und ein Erwachsener werden in das Aufnahmezentrum Ter Apel gebracht
  2. 3.11.Der Ermittlungsrichter verlängert die Haft der beiden Sudanesen um zwei Wochen
  3. 5.11.Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass das Boot von niederländischem Staatsgebiet aus gestartet ist

Ein treibendes Boot vor Cadzand

Radar erfasste am Samstag, 31. Oktober, zwischen 05.30 und 06.00 Uhr ein Schlauchboot vor der Küste von Cadzand, und die Küstenwache fuhr hinaus. Gegen 06.00 Uhr erhielt die Königliche Marechaussee eine Meldung über eine Notlage auf der Nordsee nahe der seeländisch-flämischen Küste. Als Küstenwache und Polizei das Boot erreichten, war es überfüllt, hatte keine Steuerung und keinen Motor mehr. Das Boot wurde in den Hafen von Cadzand geschleppt, wo medizinisches Personal die 38 Menschen an Bord untersuchte. Die Marechaussee erklärte, den Insassen gehe es im Allgemeinen gut, Anzeichen von Unterkühlung gebe es nicht. Die Suche nach dem Motor wurde vor Cadzand fortgesetzt.

Wo das Boot startete

Die Staatsanwaltschaft (OM) teilte am Donnerstag, 5. November, mit, das Boot sei von niederländischem Staatsgebiet aus gestartet, wolle aber nicht sagen, von wo; die Behörden äußern sich nicht, solange der Fall untersucht wird. Zunächst bestand der Verdacht, das Boot sei aus Belgien abgetrieben. Omroep Zeeland berichtete unter Berufung auf mehrere Gesprächspartner, die Migranten seien vermutlich östlich von Breskens an Bord gegangen. Die Insassen wollten mutmaßlich die britische Küste erreichen, das Ziel ist jedoch nicht bestätigt.

An Bord und in Haft

Von den 38 Menschen an Bord waren 36 afghanische Männer und zwei sudanesische Männer, die der Menschenschleusung verdächtigt werden. Sechs der Insassen waren Minderjährige, alles Jungen, die am Samstagabend in das Aufnahmezentrum in Ter Apel gebracht wurden. Die beiden Sudanesen wurden festgenommen; ihnen wird vorgeworfen, die übrigen Insassen nach England schleusen zu wollen. Am Dienstag, 3. November, ordnete der Ermittlungsrichter an, dass sie weitere zwei Wochen in Haft bleiben. Ein Sprecher der Marechaussee bestätigte, dass mindestens ein Erwachsener, der ebenfalls Asyl beantragte, an jenem Abend nach Ter Apel gebracht wurde. Die übrigen Migranten durchlaufen das Ausländerverfahren und wurden auf Unterkünfte von Polizei und Marechaussee verteilt, sagte ein Sprecher am Donnerstagabend.

Personen an Bord des Schlauchboots
Afghanische Männer
36
Sudanesen, der Schleusung verdächtigt
2

Daten aus dem Artikeltext

Eine Verschiebung nach Norden

Bram Frouws, Direktor des Migrationsfachzentrums MMC, nannte die Lage sehr außergewöhnlich und sagte, es sei nach seinem Kenntnisstand das erste Mal, dass ein Migrantenboot von den Niederlanden aus gestartet sei. Auf die Frage, ob der sogenannte Wasserbett-Effekt die Niederlande erreiche, sagte er, er sei sicherlich vorhanden, aber es sei zu früh, um zu sagen, dass er so weit reiche.

„Dafür ist das zu außergewöhnlich.“

Bram Frouws

Frouws fügte hinzu, Migranten versuchten häufiger, die Fähre von Hoek van Holland zu besteigen, doch auch das sei ein relativ kleines Phänomen. Die Migrationsrouten nach Großbritannien haben sich vom europäischen Festland nach Norden verschoben – eine Entwicklung, die offenbar auf strengere Patrouillen der französischen und britischen Küstenwache folgt. Die meisten Boote starteten zunächst bei Calais, doch in diesem Jahr stieg die Zahl der Boote vor der belgischen Küste stark an, und die belgische Polizei sagt, mutmaßliche Schleuser nutzten diese Küste zunehmend als Basis, ohne dass Zahlen vorlägen. Nach Angaben des britischen Innenministeriums erreichten bis Ende Oktober mehr als 22.000 Migranten Großbritannien, eine Zahl, die 40 Prozent niedriger liegt als im Oktober 2025. Rund 8.500 Menschen erreichten 2018 irregulär Großbritannien, gegenüber rund 46.000 im zuletzt gemeldeten Jahr; und seit Großbritannien die EU verlassen hat, können Migranten, deren Asylanträge auf dem Kontinent abgelehnt wurden, es auf dem Seeweg erneut versuchen.

Wie es weitergeht

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an; wo das Boot zu Wasser gelassen wurde, hat die OM nicht mitgeteilt. Die Suche nach dem Motor des Bootes vor Cadzand dauert an. Die beiden Sudanesen bleiben ab der Entscheidung vom 3. November zwei Wochen in Haft. Frouws rechnet nicht ohne Weiteres mit einer vergleichbaren Überfahrt.

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