
Angreifer von Mailand nach 20-fachem Messerangriff: ‚Ich hatte Spaß, ich werde es wieder tun‘
Ein 22-jähriger Mann hat am Samstagmorgen vor einer Bar in Mailand einen Fremden fast 20 Mal niedergestochen und anschließend der Polizei gesagt, er habe Spaß gehabt und werde es wieder tun. Das Opfer, ein 55-Jähriger, der gerade mit seinem Vater frühstückte, ist nach mehreren Operationen außer Lebensgefahr.
Der Angriff
Am Morgen des 4. Juli, kurz vor 7:30 Uhr, näherte sich der 22-jährige Lamin Saidilly einer Bar im Mailänder Stadtteil San Siro, gekleidet mit einer schwarzen Sturmhaube und bewaffnet mit einem 21 Zentimeter langen zweischneidigen Messer. Überwachungsaufnahmen zeigen ihn, wie er ruhig geht, bevor er plötzlich den 55-jährigen Gerardo P. von hinten angreift, während das Opfer mit seinem betagten Vater vor der Bar plaudert. Saidilly stach mehrfach auf den Mann ein und traf ihn an Kopf, Hals, Brust und Bauch. Zeugen berichteten von rund 20 Stichwunden, während das Video mindestens 10 bis 12 Stöße zeigt, bevor Umstehende eingriffen.
Die Festnahme
Drei Gäste, darunter der 38-jährige ägyptische Maurer Sobhi Rezk Azzam, überwältigten den Angreifer und hielten ihn am Boden fest, bis die Polizei eintraf. Als die Beamten ihn in Handschellen legten, sagte Saidilly zu ihnen:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft besagt, dass er ohne ein Wort zu sagen, mit bedecktem Gesicht angriff und das Opfer mit 20 Hieben eines 21 Zentimeter langen Messers traf.Ich hatte Spaß. Sobald ich wieder draußen bin, mache ich es wieder.
Zustand des Opfers
Gerardo P. wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus Niguarda eingeliefert und noch am selben Abend sowie am nächsten Morgen operiert. Am Sonntagnachmittag hoben die Ärzte die lebensbedrohliche Prognose auf. Seine Verletzungen waren zwar zahlreich, aber nicht besonders tief, und er wird voraussichtlich ohne Langzeitfolgen genesen. Er bleibt auf der Intensivstation, erholt sich aber stetig.
Juristische Schritte und Reaktionen
Staatsanwalt Elio Ramondini hat die Bestätigung der Festnahme wegen versuchten Mordes beantragt, erschwert durch Vorbereitung und nichtige Motive. Der Verdächtige, geboren in Conegliano Veneto als Sohn gambischer Eltern und kürzlich aus London zurückgekehrt, soll am Montag, dem 6. Juli, von Richter Luigi Iannelli im Gefängnis San Vittore vernommen werden. Die Ermittler prüfen zudem, ob er psychische Probleme hat; seine Familie sagte, er sei nicht in ärztlicher Behandlung gewesen, aber etwa eine Woche zuvor verschwunden. Notizen mit zusammenhanglosen Sätzen wurden in seiner Geldbörse gefunden, aber Durchsuchungen des Elternhauses ergaben keine Verbindungen zum islamistischen Extremismus.
Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini äußerte sich dazu in den sozialen Medien.Schreckliche Worte. Er hatte Spaß und würde es wieder tun? Dann soll er nie aus dem Gefängnis entlassen werden!
- Überwachungsaufnahmen zeigen den Moment, als Lamin Saidilly Gerardo P. von hinten vor einer Bar in San Siro, Mailand, angreift.
- Umstehende überwältigen und entwaffnen den Angreifer; Polizei trifft ein und nimmt ihn fest.
- Opfer wird im Krankenhaus Niguarda erstmals operiert.
- Zweite Operation; Ärzte heben die lebensbedrohliche Prognose auf, Opfer jetzt auf Intensivstation, erholt sich aber.
- Verdächtiger soll von Richter Luigi Iannelli im Gefängnis San Vittore vernommen werden.


