Diplomatie · Antalya und Berlin

Merz verzichtet auf UN-Klimakonferenz in Antalya – Grüne nennen es ein verheerendes Signal

Bundeskanzler Friedrich Merz wird nicht zur UN-Klimakonferenz in Antalya in der Türkei reisen, die am 9. November beginnt. Umweltminister Carsten Schneider wird die Regierung vertreten; Grüne und Klimaaktivisten haben das Fernbleiben scharf kritisiert.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Spiegel Online, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Antalya, Berlin · Türkei, Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 4.11.Die Regierung gibt bekannt, dass Merz nicht an der UN-Klimakonferenz in Antalya teilnehmen wird
  2. 9.11.Die UN-Klimakonferenz in Antalya beginnt
  3. 20.11.Die UN-Klimakonferenz in Antalya soll enden

Merz bleibt Antalya fern

Bundeskanzler Friedrich Merz wird nicht zur UN-Klimakonferenz in Antalya in der Türkei reisen, die von Montag, 9. November, bis Freitag, 20. November, läuft und zu der nahezu 200 Staaten erwartet werden. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte am Mittwoch, 4. November, in Berlin, Merz danke den Veranstaltern für die Einladung, habe aber andere Verpflichtungen, die eine Teilnahme unmöglich machten. Auf Nachfrage nannte Meyer keine Details zu den Gründen und verwies lediglich auf unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Terminpläne. Zu der Konferenz werden zudem Zehntausende Diplomaten, Medienvertreter und Lobbyisten erwartet. Das Fernbleiben war nach früheren Hinweisen bereits erwartet worden. Merz hatte im vergangenen Jahr am Gipfel im brasilianischen Belém teilgenommen, und deutsche Kanzler haben in jedem der vergangenen fünf Jahre am Treffen der Staats- und Regierungschefs im Rahmen der UN-Klimagespräche teilgenommen.

Schneider und Alabali Radovan vertreten Deutschland

Umweltminister Carsten Schneider werde die Bundesregierung bei der Konferenz vertreten, sagte Meyer. Auch Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, beide SPD-Mitglieder, hat ihre Teilnahme angekündigt. Meyer betonte, die Regierung und der Kanzler persönlich nähmen den Klimaschutz sehr ernst, und bezeichnete die Konferenz als wichtiges Forum für multilaterale Entscheidungen. Das Pariser Abkommen bleibe die zentrale Leitlinie des Regierungshandelns in allen Politikbereichen, sagte er. Nach Angaben des Sprechers will Deutschland in Antalya andere Länder dazu bewegen, größere Anstrengungen für Klimaneutralität zu unternehmen.

„Ich kann mit Sicherheit sagen, dass Bundesminister Schneider die Bundesregierung bei der COP vertreten wird.“

Steffen Meyer

Reaktionen von Grünen und Klimaaktivisten

Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sagte gegenüber AFP, das Fernbleiben sei ein verheerendes Signal an die Welt. Sie verwies darauf, dass Merz im August gesagt habe, er werde alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen, und argumentierte, er nehme sich nicht einmal Zeit für das wichtigste Entscheidungsforum der globalen Klimapolitik. Nach dem Austritt der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Abkommen brauche Deutschland die Klarheit eines deutschen Kanzlers, sagte Dröge, und Merz habe beim Klimaschutz erneut enttäuscht. Luisa Neubauer von Fridays for Future nannte die Entscheidung einen absoluten Tabubruch – in einem Jahr mit Rekordhitze und weiteren Klimakatastrophen in Europa. Sie warf dem Kanzler vor, junge Menschen demonstrativ im Stich zu lassen, und sagte, die Bundesregierung wirke auf der internationalen diplomatischen Bühne schläfrig.

„Das ist ein verheerendes Signal an die Welt.“

Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende

Hitzetote und verfehlte Ziele

Martin Kaiser, Vorstandsmitglied von Greenpeace Deutschland, sagte, die politische Reaktion im Inland auf mehr als 15.000 Hitzetote in diesem Sommer sei kaum vorhanden gewesen, was er als unfassbar bezeichnete. Das Fernbleiben des Kanzlers sei eine Blamage für Deutschland, sagte er, und forderte Merz auf, bei der UN-Konferenz eine Zeitenwende in der deutschen Klimapolitik anzukündigen. Die deutsche Klimapolitik sei derzeit nicht auf Kurs, sagte Kaiser. Der Expertenrat für Klimafragen hat bestätigt, dass Deutschland nach derzeitigem Stand sowohl seine Klimaziele für 2030 als auch für 2040 verfehlt. Der Sprecher des Umweltministeriums verwies stattdessen auf den deutschen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, den neben Frankreich und den Niederlanden nur wenige Länder veröffentlicht haben, und bekräftigte das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

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