Kurz gefasst
Merz soll am Samstag, 17. Oktober in Bonn zu den Delegierten sprechen – der zentrale Auftritt des Wochenendes. Hendrik Wüst spricht als erster der drei Gäste, direkt nach der Eröffnung durch JU-Chef Johannes Winkel am Freitag, 16. Oktober um 19:00 Uhr.
Winkel will die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abschaffen, wie es die Rentenkommission im Sommer vorgeschlagen hat. Der Zusammenstoß der JU mit Merz über das Rentenpaket 2025 prägt die Stimmung noch immer.
Clara von Nathusius wird nicht erneut kandidieren, nachdem Focus berichtet hatte, dass die JU rund 350.000 Euro Fördergeld an das Familienministerium zurückzahlte und einen Kredit von rund 300.000 Euro bei der CDU aufnahm.
In der LAE-Umfrage sagten 43 % der Entscheidungsträger, Merz solle nicht zurücktreten, doch nur 35 % erwarten, dass er die volle Amtszeit durchhält, und 15 % glauben, dass die Reformen wie geplant verabschiedet werden können.
- 16.10.Der Deutschlandtag wird in Bonn mit einer Rede des JU-Vorsitzenden Johannes Winkel eröffnet
- Nach der EröffnungHendrik Wüst spricht als erster der drei prominenten Gäste
- 17.10.Friedrich Merz soll am Samstag zu den Delegierten sprechen
- 18.10.Die dreitägige Konferenz endet am Sonntag
Ein Kanzler unter Druck reist nach Bonn
Die Junge Union (JU), die Jugendorganisation von CDU und CSU mit rund 90.000 Mitgliedern, hält ihren jährlichen Deutschlandtag von Freitag, 16. Oktober, bis Sonntag, 18. Oktober, in Bonn ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gehört zu den erwarteten Gästen, und das Treffen fällt in eine Reihe von CDU-Niederlagen bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Tagesschau berichtet, dass die CDU bei einer dieser Abstimmungen erstmals aus einem Landtag gewählt wurde. Bundesweit liegt die Union hinter der AfD, und die Zustimmung zu Merz und seiner schwarz-roten Koalition ist schlecht. Auch die Koalition mit der SPD ist angespannt, nachdem Arbeitsministerin Bärbel Bas unter gegenseitigen Vorwürfen mit der CDU zurückgetreten ist.
„Die Union ist in einer sehr ernsten Situation, und das Land insgesamt ist ebenfalls in einer sehr ernsten Situation, deshalb ist der aktuelle Zustand kritisch, um ehrlich zu sein.“
Eröffnungstag und Wochenendprogramm
Die Konferenz beginnt am Freitagabend um 19:00 Uhr mit einer Rede des JU-Vorsitzenden Johannes Winkel, der sich für eine Wiederwahl in das Amt bewirbt. Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht als erster der drei prominenten Gäste, direkt nach der Eröffnung. Merz soll am Samstag, 17. Oktober, zu den Delegierten sprechen, während CSU-Chef Markus Söder ebenfalls für das Wochenende vorgesehen ist. Die Tagesschau nennt als Hauptthemen der JU in Bonn Familienpolitik, künstliche Intelligenz und die Rente mit Generationengerechtigkeit. Winkel sagt, die JU sei gut vorbereitet und inhaltlich stark aufgestellt, und er sei gespannt, wie der Kanzler sich schlagen werde.
Rentenreform und der Zusammenstoß von 2025
Beim Deutschlandtag 2025 im Europapark Rust stellte sich die JU gegen das Rentenpaket der Koalition, das den Bundestag erst nach massivem Eingreifen des damaligen Unionsfraktionschefs Jens Spahn passierte. RP Online berichtet, dass Merz nach den Landtagswahlniederlagen an Autorität in der Partei verloren habe und versprochene Reformen, auch bei der Rente, noch nicht verabschiedet seien. N-tv berichtet, Winkel wolle die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abschaffen, wie es die Rentenkommission im Sommer vorgeschlagen habe – ein Vorschlag, den auch Bärbel Bas unterstützt hatte. Pascal Reddig, der die Junge Gruppe leitet und an der Aushandlung des Kommissionspapiers mitwirkte, sagte am 16. Oktober dem ZDF, es solle keine Debatte über Merz als Person geben.
„Wenn irgendeine Gruppe die Zukunft der CDU sichern kann, dann doch wohl die Jugendorganisation, die Junge Union, und wir trauen uns das zu.“
Rückzug der Schatzmeisterin und Parteifinanzen
Schatzmeisterin Clara von Nathusius wird nicht erneut für den Bundesvorstand kandidieren. Bild berichtet, Winkel habe die Mitglieder aufgefordert, sich vor den Wahlen nicht öffentlich zum Umgang mit der AfD zu äußern, und von Nathusius habe die Brandmauer gegen die AfD kurz vor den Abstimmungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in einem ARD-Auftritt als gescheitertes Projekt bezeichnet. Focus enthüllte zudem, dass die JU rund 350.000 Euro Fördergeld an das Familienministerium zurückzahlen musste, weil sie nicht nachweisen konnte, die volle Summe für politische Bildung ausgegeben zu haben. Für die Rückzahlung habe die JU Berichten zufolge einen Kredit von rund 300.000 Euro bei der CDU aufgenommen. Der Tagesspiegel merkt an, die Affäre reiche weiter zurück, sei aber erst jetzt öffentlich geworden, und von Nathusius müsse noch einen Bericht über ihre Arbeit vorlegen.
Wirtschaftsführer und der Kanzler
Eine am 16. Oktober veröffentlichte Umfrage der Verein Leseranalyse Entscheidungsträger (LAE) befragte Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Verwaltung zu Merz. 43 Prozent sagten, er solle nicht zurücktreten, während 15 Prozent meinten, er solle Hendrik Wüst Platz machen, 9 Prozent nannten Markus Söder und 1 Prozent sprach sich für Boris Rhein aus. Nur 35 Prozent erwarten, dass Merz die laufende Legislaturperiode durchhält, und 46 Prozent glauben, dass er sein Amt in den nächsten zweieinhalb Jahren nicht behalten wird. Nur 1 Prozent halten die geplanten Reformen der Koalition für sehr wichtig für ihr Unternehmen, während 44 Prozent sie für wenig und 33 Prozent für sehr wenig bedeutsam halten. Nur 15 Prozent glauben, dass die Reformen in ihrer derzeit geplanten Form verabschiedet werden können.
- Hendrik Wüst
- 15 %
- Markus Söder
- 9 %
- Boris Rhein
- 1 %
Daten aus dem Artikeltext