Mercedes-Benz weltweiter Absatz im zweiten Quartal um 8 % gesunken, China-Auslieferungen im ersten Halbjahr um 28 % eingebrochen
Mercedes-Benz meldete einen Rückgang der Pkw-Verkäufe im zweiten Quartal um 8 %, angetrieben durch einen Einbruch von 28 % in China im ersten Halbjahr, während Europa und Nordamerika Zuwächse verzeichneten.
China bremst weltweite Verkäufe
Mercedes-Benz verkaufte in der ersten Jahreshälfte 2026 weltweit 1,01 Millionen Autos, ein Rückgang von 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang konzentrierte sich auf China, wo die Auslieferungen um 28 % auf 210.000 Einheiten fielen, da die Immobilienkrise die Nachfrage nach Luxusfahrzeugen dämpfte. Im Gegensatz dazu wuchs Europa um 5 % auf 325.000 Autos und Nordamerika sprang um 15 % auf 180.900 Fahrzeuge. Allein im zweiten Quartal sank der weltweite Absatz um 8 %, wobei Modelle mit Verbrennungsmotor in China am stärksten betroffen waren.
- Europa
- 5 %
- Nordamerika
- 15 %
- China
- -28 %
- Global
- -6 %
Elektromodelle ein Lichtblick
Während das Gesamtgeschäft schwächelte, war die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen robust. Vertriebsvorstand Mathias Geisen sagte, die Aufträge für den neuen elektrischen GLC, CLA und GLB seien außergewöhnlich stark. Auch die Van-Sparte verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg von 1 %, wobei elektrische Transporter zweistellige Zuwächse erzielten, auch wenn sie noch immer nur etwa ein Zehntel des Gesamtvolumens dieser Sparte ausmachen.
Die Nachfrage nach dem neuen elektrischen GLC, dem elektrischen CLA und dem elektrischen GLB ist außergewöhnlich stark.
Kostensenkungen und Unruhe bei Arbeitnehmern
Mercedes-Benz hat den Gürtel enger geschnallt. Ein vor über einem Jahr gestartetes Sparprogramm wurde Ende Juni verschärft, als das Unternehmen eine tarifvertraglich vereinbarte Sonderzahlung auf das nächste Jahr verschob. Der Vorstand teilte den deutschen Beschäftigten mit, dass die Arbeitsstunde billiger werden müsse, und erklärte: „Der direkteste und aus unserer Sicht fairste Weg: Wir sollten alle in allen Bereichen mehr für das gleiche Geld arbeiten.“ Zehntausende Arbeiter protestierten am vergangenen Freitag landesweit gegen die Sparmaßnahmen.
Der direkteste und aus unserer Sicht fairste Weg: Wir sollten alle in allen Bereichen mehr für das gleiche Geld arbeiten.
Finanzieller Druck steigt
Der Absatzeinbruch belastet die Gewinne. Der Konzerngewinn sank im ersten Quartal 2026 um 17,2 %. Im Jahr 2025 halbierte sich der Gewinn von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro, nach einem holprigen Jahr 2024. Zölle, ungünstige Wechselkurse und ein harter Wettbewerb in China haben die Ergebnisse geschmälert. Die vollständigen Finanzzahlen für das zweite Quartal werden Ende Juli erwartet. Das mittelfristige Ziel des Unternehmens von rund zwei Millionen Pkw wird nicht vor Ende des Jahrzehnts und sicherlich nicht bis 2027 erwartet.


