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Regierung·vor 3 Std.

Sejm lehnt Antrag der Polizei auf Aufhebung der Immunität von Konföderationsabgeordnetem Sławomir Mentzen wegen Leuchtfackel beim Unabhängigkeitsmarsch ab

Der polnische Sejm hat am Donnerstag mit 227 zu 210 Stimmen einen Antrag der Polizei abgelehnt, die Immunität des Konföderationsvorsitzenden Sławomir Mentzen aufzuheben, der bei des Unabhängigkeitsmarsches im letzten November trotz eines Verbots eine Leuchtfackel entzündet hatte.

Die Abstimmung

Am Donnerstag verfehlte der Sejm die für die Aufhebung der Immunität des Konföderations-Mitvorsitzenden Sławomir Mentzen erforderliche absolute Mehrheit. Von den 439 anwesenden Abgeordneten stimmten 227 für den Antrag der Polizei, 210 dagegen, zwei enthielten sich. Für die erforderliche Mehrheit von 231 Stimmen bedeutete dies, dass der Antrag abgelehnt wurde, obwohl er unter den Abstimmenden eine Mehrheit fand.

Der Sejm hat der Aufhebung meiner Immunität wegen der Leuchtfackel beim Unabhängigkeitsmarsch nicht zugestimmt! Sie brauchten 231 Stimmen, Tusk hat nur 227 zusammengebracht.

Der Vorfall

Der Fall geht auf den Unabhängigkeitsmarsch am 11. November 2025 zurück, bei dem Mentzen entgegen einem vom masowischen Woiwoden Mariusz Frankowski verhängten Pyrotechnikverbot eine Leuchtfackel zündete. Der Abgeordnete veröffentlichte Fotos der Aktion in den sozialen Medien. Die Warschauer Polizei stellte beim Polizeichef Marek Boroń einen entsprechenden Antrag, der diesen am 20. März formell beim Sejm einreichte. Der Geschäftsordnungsausschuss hatte Ende Mai die Aufhebung der Immunität empfohlen.

Schlüsselereignisse im Fall Mentzen-Immunität
  1. Mentzen zündet trotz eines Verbots des masowischen Woiwoden eine Leuchtfackel beim Unabhängigkeitsmarsch und stellt dies online.
  2. Polizeichef Marek Boroń leitet einen Antrag an den Sejm zur Aufhebung der Immunität Mentzens weiter.
  3. Die Abstimmung im Sejm verfehlt die erforderliche Mehrheit von 231 Stimmen; Mentzen behält seine Immunität bei 227 Ja-Stimmen, 210 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen.

Politische Verteidigung

Vor der Abstimmung bezeichnete Mentzen den Antrag als politisch motiviert und wies darauf hin, dass er bei zahlreichen anderen Veranstaltungen ohne Konsequenzen Leuchtfackeln gezündet habe. „Diesmal stand ich vor einem Banner mit der Aufschrift 'Polen fordert heute: Schickt Tusk zurück nach Berlin'“, sagte er. Er betonte, er könne eine Geldstrafe von 500 Złoty zahlen, aber es gehe um ein Prinzip: „Sie wollen einen Oppositionsabgeordneten dafür bestrafen, dass er seine Meinung über die Regierung äußert. Die Zeiten haben sich geändert, Tusk nicht."

Inhaber eines parlamentarischen Mandats sollten mit gutem Beispiel vorangehen, was die Einhaltung der Gesetze betrifft, und nach denselben Maßstäben zur Rechenschaft gezogen werden wie andere Bürger.

Die politische Arithmetik

Bei der Abstimmung stimmte die gesamte Fraktion von Recht und Gerechtigkeit (PiS) gegen die Aufhebung der Immunität, ebenso wie die Konföderation und kleinere Oppositionsgruppierungen. Auch die linke Partei Razem lehnte den Antrag ab. Aus der Regierungskoalition stimmte Robert Dowhan (Bürgerkoalition) dagegen, während Jarosław Rzepa (Polnische Volkspartei) und Adam Luboński (Polen 2050) sich enthielten. Auch Sławomir Ćwik von der Partei Centrum wich von der Linie ab. Das Ergebnis löste auf den Oppositionsbänken Applaus und in den sozialen Medien Feierlichkeiten seitens Mentzen aus, der es als Sieg über die Regierung von Premierminister Donald Tusk darstellte.

Warschau

8 Quellen

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