
Griechenland verlängert Mehrwertsteuer- und Kapitalertragsteuerbefreiung für Immobilien bis 2027
Das griechische Wirtschaftsteam bereitet die Verlängerung der Aussetzung der 24-prozentigen Mehrwertsteuer auf Neubauten und der 15-prozentigen Kapitalertragsteuer auf Immobilienverkäufe bis 2027 vor; eine dauerhafte Abschaffung der letzteren steht ebenfalls zur Debatte.
Hintergrund
Die griechische Regierung plant eine weitere Verlängerung der wichtigsten Grundsteuer-Aussetzungen bis 2027, wie aus Berichten mehrerer griechischer Medien hervorgeht. Die Maßnahmen betreffen die 24-prozentige Mehrwertsteuer auf den Verkauf von Neubauten und die 15-prozentige Kapitalertragsteuer auf Immobilienübertragungen. Letztere wurde zwar gesetzlich verankert, aber nie umgesetzt.
Auswirkung der Mehrwertsteuer-Aussetzung
Die erstmals 2020 eingeführte und mehrfach verlängerte Mehrwertsteuer-Aussetzung gilt als entscheidend für die Unterstützung des Bausektors und die Aufrechterhaltung des Investitionsinteresses am Immobilienmarkt. Nach der derzeitigen Regelung zahlen Käufer nur eine 3-prozentige Grunderwerbsteuer auf den objektiven Wert. Bei einer neuen Wohnung zum Preis von 200.000 € würde die Anwendung der vollen 24-prozentigen Mehrwertsteuer die Gesamtkosten auf 248.000 € erhöhen, während die ausgesetzte Situation die Steuerlast auf 6.000 € begrenzt und zu einem Endpreis von 206.000 € führt. Die derzeitige Aussetzung läuft am 31. Dezember 2026 aus.
- Mit Mehrwertsteuer
- 248000 €
- Ohne Mehrwertsteuer
- 206000 €
Status der Kapitalertragsteuer
Auch die 15-prozentige Kapitalertragsteuer auf Immobilienverkäufe, die auf den Gewinn zwischen Kauf- und Verkaufspreis erhoben wird, wird überprüft. Beispielsweise würde eine Immobilie, die für 120.000 € gekauft und für 180.000 € verkauft wird, eine Steuer von 9.000 € nach sich ziehen. Seit ihrer Einführung wurde die Steuer jedoch kontinuierlich ausgesetzt und nie aktiviert. Die Regierung prüft nun die Möglichkeit einer dauerhaften Abschaffung.
Wirtschaftliche Begründung
Die Hauptziele sind die Aufrechterhaltung der Dynamik des Immobilienmarktes, die Unterstützung der Bautätigkeit und die Vermeidung zusätzlicher Transaktionsbelastungen. Die Immobilienpreise steigen weiter, was es für Haushalte zunehmend schwieriger macht, sich Wohnraum zu leisten. Durch die Verlängerung der Aussetzungen hofft die Regierung, den Markt ohne neue steuerliche Hürden in Bewegung zu halten.
Wie geht es weiter?
Endgültige Entscheidungen sollen in Kürze im Rahmen eines umfassenderen Steuerentlastungspakets getroffen werden, das Premierminister Kyriakos Mitsotakis auf der Thessaloniki International Fair vorstellen wird. Die Verlängerung könnte ein oder zwei weitere Jahre dauern.


