
Mediaset startet zweigleisige juristische Offensive, um den Namen ‚Pasapalabra‘ zu sichern und Antena 3s Spiel ‚AlaZ‘ zu blockieren
Mediaset hat eine zweigleisige juristische Offensive gestartet, um den Namen und das Kernspiel von ‚Pasapalabra‘, derzeit die quotenstärkste Sendung von Atresmedia, zu sichern – mittels einer EU-Markenklage und einer separaten Klage gegen die neue Herausforderung ‚AlaZ‘.
Ein zweigleisiger Angriff auf Atresmedias Top-Sendung
Mediaset hat seinen langjährigen Rechtsstreit um die spanische Fernseh-Quizshow ‚Pasapalabra‘ mit zwei gleichzeitigen Aktionen verschärft. Am Donnerstag gab der Konzern bekannt, dass die niederländische Produktionsfirma MC&F, die die Rechte an der ikonischen Finalrunde namens ‚El Rosco‘ hält, Atresmedia wegen des neuen Ersatzspiels ‚AlaZ‘ verklagen werde, da dieses „unüberwindbare Ähnlichkeiten“ aufweise. Weniger als 24 Stunden später, am Freitag, den 10. Juli, berichteten mehrere spanische Medien, dass Mediaset auch beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) eine Klage einreicht, um die Inhaberschaft der Marke ‚Pasapalabra‘ zu erlangen. Die kombinierten Aktionen zielen sowohl auf das Format als auch auf den Namen der Sendung ab, die das Nachmittagsprogramm von Antena 3 dominiert.
Die Markenklage und ihre italienischen Wurzeln
Laut Quellen, die von El Mundo und El Confidencial zitiert werden, hat Mediaset Italia die EUIPO-Markenklage vor vier Jahren eingeleitet und geht davon aus, dass eine Entscheidung unmittelbar bevorsteht. Der Konzern argumentiert, dass der Name ‚Pasapalabra‘ vom italienischen Begriff ‚Passaparola‘ abstammt, der erstmals im Januar 1999 auf Mediaset Italias Canale 5 verwendet wurde. Kandidaten in der Finalrunde sagten ‚passaparola‘, um eine Frage auszulassen und den Zug weiterzugeben, und der Begriff wurde schließlich zum Namen der gesamten Sendung.
Die Marke Pasapalabra wird uns gehören.
Mediaset behauptet, dass ein Vertrag zwischen Mediaset Italia und dem ursprünglichen Rechteinhaber Granada, der später mit ITV Studios fusionierte, festlegte, dass alle Innovationen, die während der italienischen Adaption entwickelt wurden, dem Produzenten gehören würden. Der Konzern besteht darauf, dass die historische Inhaberschaft der Marke bei RTI, Mediasets italienischem Partner, liegt und dass die derzeitige EU-Registrierung von ITV Studios nicht bestehen bleiben sollte.
Trennung von Marke und Format
ITV Studios besitzt das zugrundeliegende Programmformat von ‚Pasapalabra‘, das vom britischen ‚The Alphabet Game‘ abgeleitet ist, und produziert es derzeit für Antena 3. Mediasets EUIPO-Klage zielt nur auf den kommerziellen Markennamen ab, nicht auf das Programm selbst. Sollte das EUIPO zugunsten von Mediaset entscheiden, behielte ITV das Format, könnte aber das Recht verlieren, den Namen ‚Pasapalabra‘ kommerziell zu nutzen. Antena 3 müsste dann sein Flaggschiff-Quiz umbenennen, während Mediaset den Namen für die neue Telecinco-Show verwenden könnte, die es vorbereitet und die die Finalrunde ‚El Rosco‘ enthalten wird. Das separate Gericht der Europäischen Union bestätigte 2023 in einem Urteil ITVs Eigentum am Format ‚Pasapalabra‘, das auch feststellte, dass die maltesische Firma Good Services durch die Registrierung einer Spiegelmarke bösgläubig gehandelt hatte.
Das ‚El Rosco‘-Urteil und die ‚AlaZ‘-Klage
Im Juni 2026 bestätigte der Oberste Gerichtshof Spaniens, dass die niederländische Firma MC&F die Rechte an der Finalrunde ‚El Rosco‘ besitzt, was Atresmedia zwang, deren Ausstrahlung einzustellen. MC&F verkaufte daraufhin die spanischen Rechte an ‚El Rosco‘ an Mediaset. Antena 3 führte daraufhin eine neue Finalrunde namens ‚AlaZ‘ ein. Mediaset gibt nun an, MC&F dazu veranlasst zu haben, Atresmedia zu verklagen, mit der Begründung, dass ‚AlaZ‘ trotz Behauptungen, es sei von einem nicht verwandten Schweizer Format adaptiert worden, eine getarnte Kopie von ‚El Rosco‘ sei. Mediaset hat auch eine separate Anfechtung der Marke ‚Pasapalabra‘ selbst beim EUIPO eingereicht.
Wie es weitergeht
Mediaset sagt, die Markenklage für ‚Pasapalabra‘ sei „sehr weit fortgeschritten“ und könne innerhalb von Monaten positiv entschieden werden. Der Konzern hat angedeutet, dass sein neues, auf ‚El Rosco‘ basierendes Programm möglicherweise vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens starten wird, zunächst unter einem anderen Namen. Ein Urteil zugunsten von Mediaset wäre der zweite große juristische Schlag für Atresmedia im Jahr 2026 und würde ihm sowohl die ursprüngliche Finalrunde als auch den Namen seines quotenstärksten Formats nehmen. Branchenquellen, die von verschiedenen Medien konsultiert wurden, weisen darauf hin, dass ITV Studios eine für ihn negative EUIPO-Entscheidung anfechten könnte, was eine juristische Saga, die nun seit über vier Jahren andauert, weiter verlängern würde.


