
Frankreich zieht nach 2:0-Sieg über Marokko ins WM-Halbfinale ein; Paris friedlich, Zusammenstöße in London, Teenager stirbt bei Feiern
Frankreich besiegte Marokko am Donnerstag in Boston mit 2:0 und erreichte das Halbfinale der WM 2026. Die Feiern in Paris verliefen weitgehend friedlich, 5.000 Polizisten waren im Einsatz, während es in London nach Zusammenstößen vier Festnahmen gab und ein Teenager in Nordfrankreich starb, als sie von einem Lastwagen fiel.
Spielergebnis
Frankreich besiegte Marokko im WM-Viertelfinale im Gillette Stadium in Boston mit 2:0 und sicherte sich einen Platz im Halbfinale. Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé erzielten jeweils ein Tor für Les Bleus, die nun alle sechs Spiele gewonnen und 16 Tore im Turnier erzielt haben. Marokkos Torhüter Yassine Bounou hielt einen Elfmeter von Mbappé, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Frankreich, trainiert von Didier Deschamps, trifft nun auf den Sieger des anderen Viertelfinals.
Feiern und Sicherheit in Frankreich
Die französischen Behörden bereiteten sich auf mögliche Gewalt vor und setzten 5.000 Polizisten in Paris ein, nachdem Geheimdienstberichte das Spiel als „besonders risikoreich“ eingestuft hatten. Das WM-Viertelfinale 2022 zwischen denselben Mannschaften hatte in französischen Städten einen urbanen Guerillakrieg ausgelöst, während Feiern nach Marokkos Sieg über Kanada am 4. Juli zu Zusammenstößen in Toulouse, Belgien und den Niederlanden geführt hatten. Aus Angst auch vor rechtsextremen Provokationen bewachte die Polizei die Bereiche Champs-Élysées, Bastille und République. Trotz des Alarms endete der Abend nach Angaben des Innenministeriums in einer „bon enfant“-Atmosphäre. Nur wenige vereinzelte Vorfälle wurden in der Nähe von Grenoble gemeldet.
Stolz auf unsere Bleus. Glückwunsch an Marokko, ein gewaltiger Gegner heute Abend wie vor vier Jahren. Frankreich ist mit Brio und Brüderlichkeit im Halbfinale.
Die französischen Medien lobten die Leistung: L'Équipe titelte „Irresistibles“, Le Figaro schrieb „Les Bleus dévorent le Maroc“ und Le Parisien lobte die „force mentale, résilience et détermination“ der Mannschaft. Die marokkanische Botschaft in Frankreich und die französische Botschaft in Rabat tauschten Respektsbekundungen aus, wobei die französische Mission anmerkte, dass eine Mannschaft ihren Traum fortsetze, während die andere stolz auf einen außergewöhnlichen Lauf sein könne.
- Mbappés Strafstoß von Marokkos Torhüter Yassine Bounou gehalten.
- Kylian Mbappé trifft für Frankreich.
- Ousmane Dembélé erhöht Frankreichs Führung.
- Frankreich besiegt Marokko 2:0 und zieht ins Halbfinale ein.
Marokkanische Diaspora in Turin
Im Turiner Stadtteil Barriera di Milano verfolgten mindestens zweihundert marokkanische Fans das Spiel auf einem gespannten weißen Laken, das zu einem Open-Air-Kino umfunktioniert worden war. Nach dem Schlusspfiff wich die anfängliche Enttäuschung Feuerwerk, Rauchbomben und Straßenpartys, die bis nach 1 Uhr morgens andauerten. Yassine, ein Fan im roten Marokko-Trikot, beklagte: „Es lief schlecht, wir haben nicht gut gespielt.“ Doch die Gemeinschaft erwachte schnell wieder mit Musik und Fußballspielen. Nassa El Houcine, 35, die vor zwanzig Jahren nach Italien zog, sagte, die Mannschaft repräsentiere „unsere Helden“ und sie zu unterstützen sei eine Möglichkeit, sich mit den Wurzeln zu verbinden.
Wenn man gewinnt, feiert man gemeinsam, so wie Italien es 2021 getan hat.
Die Feierlichkeiten erinnerten an frühere Siegesfeiern, die Verkehrsbehinderungen verursacht hatten. Die Polizei war in früheren Spielen nach Barriera gerufen worden, aber diesmal wurden keine ernsthaften Vorfälle gemeldet.
Zusammenstöße in London
Im Zentrum Londons kam es nach dem Spiel auf der Edgware Road zu Zusammenstößen zwischen marokkanischen Fans und der Polizei. Ein Beamter wurde verletzt und vier Personen wegen gewalttätigen Verhaltens festgenommen. Videos in sozialen Medien zeigten eine statische Menschenmenge von Dutzenden, wobei Einzelpersonen Flaschen und andere Gegenstände auf die Polizei warfen. Der Vorfall war nach Angaben französischer Medien die einzige größere Fan-Gewalt im Zusammenhang mit dem Spiel.
Tödlicher Unfall in Nordfrankreich
In Aulnoye-Aymeries starb ein 17-jähriges Mädchen, als es bei der Feier des französischen Sieges von einem Lastwagen fiel. Die Feuerwehr sagte, sie sei auf der Ladefläche eines Lastwagens gewesen, der nicht an seinen Anhänger angehängt war; sie fiel und wurde von demselben Fahrzeug überrollt. Der Fahrer wurde festgenommen. Ein weiterer Minderjähriger wurde unter Schock ins Krankenhaus gebracht.


