Teppich von Bayeux verlässt erstmals seit 900 Jahren Frankreich – Ziel: British Museum
Der Wandteppich von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert hat erstmals seit über 900 Jahren die Normandie verlassen. Unter strenger Bewachung beginnt der Transport ins British Museum für eine einjährige Ausstellung ab September.
Der mittelalterliche Teppich von Bayeux verließ am Donnerstagabend seine Heimat in Bayeux und begann eine historische Reise nach London. Die 68 Meter lange bestickte Leinwand, die die Geschichte der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im Jahr 1066 erzählt, wird als diplomatische Geste zur Stärkung der französisch-britischen Beziehungen ein Jahrzehnt nach dem Brexit-Referendum an das British Museum ausgeliehen.
Diplomatische Geste
Präsident Emmanuel Macron kündigte die Leihe im Juli 2025 an und bezeichnete sie als Möglichkeit, „die kulturelle Beziehung zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich wiederzubeleben“. Der Transport wird vollständig vom Vereinigten Königreich finanziert, der Betrag wurde nicht genannt. Im Falle eines größeren Schadens hat sich Großbritannien verpflichtet, 800 Millionen Pfund (etwa 918 Millionen Euro) zu zahlen. Die Ausstellung, die vom 10. September 2026 bis zum 11. Juli 2027 läuft, hat am ersten Verkaufstag bereits 100.000 Tickets zu Preisen von 25–33 Pfund für Erwachsene verkauft.
die kulturelle Beziehung wiederbeleben
Fragile Fracht
Konservierungsexperten haben lange vor den Risiken eines Transports des Teppichs gewarnt. Eine Restaurierungsstudie von 2021 warnte davor, dass jede Reise länger als eine Stunde „zusätzliche Risiken“ für ein Werk darstelle, das bereits durch 30 nicht stabilisierte Risse und fast 10.000 Löcher geschwächt sei. Für die Vorbereitung des Transports wurden zwei Testfahrten mit einem originalgetreuen Nachbau durchgeführt. Der Teppich reist nun in einer Doppelkassette, die Vibrationen um 96 % reduziert und eine konstante Temperatur von 20 °C und 50 % Luftfeuchtigkeit aufrechterhält.
zusätzliche Risiken
Die Reise
Am Donnerstag fand in Bayeux eine groß angelegte Sicherheitsoperation statt. Rund 150 Gendarmen wurden mobilisiert, ein Hubschrauber kreiste am Himmel und Absperrungen riegelten das historische Zentrum ab. Der Teppich wurde in einen klimatisierten Lastwagen der Firma Hizkia verladen und soll unter Polizeischutz den Ärmelkanal durch den Eisenbahntunnel unterqueren. Die französische Kulturministerin Catherine Pégard versicherte: „Nichts, absolut nichts, wurde dem Zufall überlassen.“
Nichts, absolut nichts, wurde dem Zufall überlassen.
- Präsident Macron kündigt die Leihe an das British Museum an.
- Der Teppich wird zum ersten Mal seit 1983 aus seinem Museum in Bayeux geholt und in ein sicheres Lager verbracht.
- Der Transport nach London beginnt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen.
- Die Ausstellung im British Museum wird eröffnet.
- Die Ausstellung endet; der Teppich kehrt nach Frankreich zurück.
- Restaurierungsarbeiten geplant, möglicherweise mit öffentlicher Einsichtnahme.
Ausstellung und darüber hinaus
Das British Museum wird den Teppich flach in einem speziell angefertigten erhöhten Glasvitrinen ausstellen. Nach dem Ende der Ausstellung im Juli 2027 kehrt das Werk nach Frankreich zurück. Das Museum in Bayeux wird derzeit renoviert, und eine lange aufgeschobene Restaurierung ist für 2028 geplant, möglicherweise vor Ort mit öffentlicher Einsichtnahme, um einen weiteren Abtransport zu vermeiden. Der britische Koordinator Peter Ricketts sagte: „Jeder will die Sicherheit dieses unglaublich zerbrechlichen Objekts schützen.“
Jeder will die Sicherheit dieses unglaublich zerbrechlichen Objekts schützen.


