
Frankreich ordnet Evakuierung von 55.000 weiteren Einwohnern an, während ein Waldbrand bei Bordeaux 100.000 Hektar vernichtet
Die Präfektur Gironde ordnete über Nacht die Evakuierung von weiteren 55.000 Einwohnern an, womit die Gesamtzahl der Vertriebenen in der Region auf mindestens 222.000 steigt, während die Flammen ihr eigenes Windsystem erzeugen.
Feuer erzeugt eigenes Wetter und erzwingt Massenevakuierungen über Nacht
Der Waldbrand in der Gironde hat sich stark verschärft und ein Phänomen ausgelöst, bei dem die Flammen ihre eigenen Luftströmungen erzeugen. Dies macht das Verhalten des Feuers äußerst unberechenbar und hat die Brandbekämpfung erheblich erschwert. „Es wird eine weitere schwierige Nacht“, sagte der Präfekt der Gironde, Nicolas Brazes, gegenüber AFP. Die Präfektur ordnete an, dass 55.000 Einwohner von fünf Gemeinden (Marcheprime, Le Barp, Biganos, Mios und Cestas) in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 2026 ihre Häuser verlassen müssen. Nur wenige Stunden zuvor, am Samstagabend, waren 8.000 Menschen aus zwei dieser Gemeinden zur Evakuierung aufgefordert worden. Durch die neue Anordnung stieg die Gesamtzahl der Evakuierten in der Gironde seit Ausbruch der Brände am Mittwoch auf mindestens 222.000, gegenüber zuvor 167.000.
Nationale Bilanz: Fast 100.000 Hektar verbrannt bei 30 aktiven Bränden
In einem Beitrag auf X am Samstagabend erklärte Premierminister Sébastien Lecornu, dass bereits fast 100.000 Hektar Land verbrannt seien und etwa 30 Waldbrände in Frankreich weiterhin aktiv seien. Die Wettervorhersage, fügte er hinzu, deute darauf hin, dass die kommenden Stunden „schwierig werden könnten“. Die Regierung, betonte er, sei auf jedes Szenario vorbereitet und habe erhebliche Ressourcen bereitgestellt. Südlich von Bordeaux stellte die Bahngesellschaft SNCF den Zugverkehr auf der Strecke nach Morcenx und Arcachon bis auf Weiteres ein. Ein 60 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn A63, die Bordeaux mit Spanien verbindet, wurde laut einer Mitteilung der Präfektur ebenfalls gesperrt.
Die kommenden Stunden könnten schwierig werden.
Regierung mobilisiert Feuerwehrleute, Soldaten und internationale Hilfe
Frankreich hat 1.400 Feuerwehrleute in die Region entsandt, 3.500 provisorische Betten für Evakuierte bereitgestellt, 2,5 Millionen Atemschutzmasken verteilt und 20 Krankenwagen des militärischen Gesundheitsdienstes eingesetzt. Die Streitkräfte erklärten am Samstagabend, dass 1.500 Soldaten bei Evakuierungen, dem Schutz von Häusern, der Logistik und der Luftbekämpfung halfen und dass die Truppenzahl je nach Entwicklung der Lage angepasst werde. Tschechische Feuerwehrleute waren am Samstagabend in der Gemeinde Le Temple im Einsatz, gemeinsam mit einem französischen Hubschrauber und slowakischen Kollegen, wie aus einem Beitrag auf X hervorgeht. Ihr Einsatz ergänzt die wachsenden internationalen Bemühungen, während sich die Brände in Südwesteuropa ausbreiten.
- Waldbrand bricht in der Gironde im Südwesten Frankreichs aus.
- Präfektur ordnet Evakuierung von 8.000 Einwohnern zweier Gemeinden an; kumulierte Evakuierte bei 167.000.
- Premierminister Sébastien Lecornu gibt bekannt, dass fast 100.000 Hektar verbrannt sind, etwa 30 aktive Brände bestehen, und warnt, dass die kommenden Stunden schwierig werden könnten.
- Präfektur ordnet Evakuierung von weiteren 55.000 Einwohnern aus fünf Gemeinden an, wodurch die Gesamtzahl der Evakuierten in der Gironde auf mindestens 222.000 steigt.
Mehr als 300.000 Menschen in Frankreich und Spanien vertrieben
Die Brände haben nun schätzungsweise 300.000 Menschen in Frankreich und Spanien aus ihren Häusern vertrieben. Allein in der Gironde erreichte die Zahl nach der Evakuierungsanordnung vom Sonntag mindestens 222.000, gegenüber 167.000 am Samstag zuvor. Der Waldbrand brach ursprünglich am Mittwoch, dem 22. Juli, aus und brennt seitdem ununterbrochen. Die Behörden warnen, dass die Wetterbedingungen weiterhin gefährlich bleiben.

