
Taoiseach: Keine Hinweise auf Vertuschung durch Fianna Fáil im Missbrauchsfall Bill Kenneally, aber Staatsbehörden versagten gegenüber Opfern
Micheál Martin bezeichnete die Verbrechen von Bill Kenneally als 'verwerflich und entsetzlich', sagte jedoch, ein Kommissionsbericht habe keine Hinweise auf eine Verschwörung von Fianna Fáil gefunden, auch wenn er Versäumnisse der Gardaí und von Familienmitgliedern in Waterford detailliert darlegt.
Berichtsergebnisse
Ein am Mittwoch veröffentlichter Untersuchungsbericht einer Kommission befasste sich mit dem Umgang der Staatsbehörden mit den Vorwürfen gegen Bill Kenneally, einen Serien-Kindesmissbraucher. Der pensionierte Richter am High Court, Michael White, stellte fest, dass die Gardaí in Waterford nicht angemessen handelten, als der Vater eines Opfers den Missbrauch im November 1987 zur Anzeige brachte. Kenneally gab daraufhin am 30. Dezember 1987 in einem Verhör mit dem damaligen Chief Superintendent Sean Cashman und Inspektor PJ Hayes zu, sieben Jungen missbraucht zu haben. Der Bericht beschreibt, wie die Ermittlungen ab diesem Zeitpunkt 'schwerwiegend schiefzulaufen begannen' und merkt an, es sei 'ungewöhnlich' gewesen, dass Cashman vor dem Verhör Kenneallys Onkel, den ehemaligen Fianna-Fáil-Abgeordneten Billy Kenneally, kontaktiert habe.
Die zentrale Schlussfolgerung der Untersuchungskommission ist, dass die An Garda Síochána im Jahr 1987 versäumt hat, angemessen und ordnungsgemäß mit der Präsentation von Problemen und Anschuldigungen umzugehen.
Kenneally, ein ehemaliger Basketballtrainer und Buchhalter, verbüßt eine 19-jährige Haftstrafe wegen unzüchtigen Angriffs auf 15 Jungen zwischen 1979 und 1990, obwohl die Kommission glaubt, dass die tatsächliche Zahl der Opfer wahrscheinlich weit höher liegt.
Eine verwickelte politische Dynastie
Die Familie Kenneally bildete über fast sechs Jahrzehnte eine politische Dynastie in Waterford, wobei William Kenneally, sein Sohn Billy Senior und Enkel Brendan Kenneally von 1952 bis 2011 alle als Abgeordnete, Senatoren oder Ratsmitglieder gewählt wurden. Bill Kenneally selbst fungierte als Wahlhelfer für die Familie und behauptete einst, ihm sei eine Chance auf das Bürgermeisteramt angeboten worden. Der Bericht besagt, dass Billy Kenneally senior und ein weiterer Onkel, Monsignore John Shine, bereits 1987 von dem Missbrauch wussten. Brendan Kenneally wurde 2001 informiert, ließ seinen Cousin dennoch bis 2011 für sich Wahlkampf machen. Ohne sie namentlich zu nennen, sagte der Taoiseach: 'Die beiden beteiligten ehemaligen Volksvertreter haben in der Art und Weise, wie sie das Problem angegangen sind, Unrecht getan.'
Der Bericht belastet die Fianna-Fáil-Partei als Organisation überhaupt nicht und stellt tatsächlich klar, dass die Fianna-Fáil-Partei von keiner Person, auch nicht lokal oder in irgendeiner Form, informiert wurde.
Reaktion der Regierung und Entschuldigung
Micheál Martin sagte am Samstag in Dublin gemeinsam mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney, das Dáil werde den Bericht umfassend debattieren. Die Regierung erwägt eine staatliche Entschuldigung bei den Opfern, wobei Justizminister Jim O'Callaghan voraussichtlich Überlebende treffen wird, trotz früherer Kritik, dies nicht vor der Veröffentlichung getan zu haben.
Die Regierung wird eine Entschuldigung und alle weiteren Maßnahmen in Betracht ziehen.
Der Bericht enthielt nur eine gesetzgeberische Empfehlung: einen neuen Straftatbestand der schwerwiegenden Pflichtverletzung durch Staatsbedienstete, um die Lücke zwischen unwürdigem Verhalten und Rechtsbeugung zu schließen.
Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse
- Kenneally beginnt, Jungen in Waterford unzüchtig zu attackieren; der Missbrauch dauert bis 1990 an.
- Der Vater eines Opfers bringt die Vorwürfe zur Anzeige bei der Garda in Waterford.
- Kenneally gesteht im Garda-Verhör, sieben Jungen missbraucht zu haben; die Ermittlungen werden anschließend fehlerhaft geführt.
- Brendan Kenneally wird vom Partner eines Opfers über den Missbrauch seines Cousins informiert, unternimmt aber außer einer Überweisung an einen Psychiater nichts.
- Kenneally macht weiterhin Wahlkampf für Brendan Kenneally, bis dieser seinen Dáil-Sitz verliert.
- Eine Untersuchungskommission wird eingesetzt, um den Umgang mit den Vorwürfen zu prüfen.
- Der Abschlussbericht wird dem Kabinett vorgelegt.
- Taoiseach sagt, der Bericht finde keine Vertuschung durch Fianna Fáil, und kündigt eine Debatte im Dáil an.

