
Lycée-Proteste in Frankreich: 20 Beschäftigte im Bildungswesen verletzt, 35 % der Vertretungslehrkräfte zugewiesen
Bildungsminister Édouard Geffray erklärte am Dienstag, dem 13. Oktober, dass am Montag, dem 12. Oktober, 20 Beschäftigte im Bildungswesen verletzt wurden und dass seit Freitag, dem 9. Oktober, 35 % der verfügbaren Vertretungslehrkräfte zugewiesen worden seien.
Verletzte Beschäftigte, eskalierende Gewalt
Bildungsminister Édouard Geffray sagte am Dienstag, dem 13. Oktober, gegenüber France Inter, dass am Montag, dem 12. Oktober, während der Schülerproteste 20 Beschäftigte im Bildungswesen verletzt wurden, nachdem das Ministerium an diesem Tag eine "Intensivierung" der Gewalt festgestellt hatte. Am Freitag, dem 9. Oktober, hatte er erklärt, dass seit Beginn der landesweiten Mobilisierung die Schwelle von 100 verletzten Beschäftigten überschritten worden sei. Die Lehrergewerkschaft Snes-FSU hatte bereits Ende September in einer Erklärung "Gewalt, woher sie auch kommt" gegen Beschäftigte und Schüler angeprangert. Geffray sagte, die verletzten Beschäftigten hätten das Recht der Schüler verteidigt, weiter am Unterricht teilzunehmen und sich im Rahmen des Gesetzes zu äußern. In seinen Äußerungen vom Freitag sagte er außerdem:
Ich würdige erneut die bemerkenswerte Qualität und Hingabe der Schulleitungskräfte und aller Beschäftigten, die Opfer von Angriffen wurden, während sie unser kostbarstes Gut schützten: die Schule.
Die Verletzungen stehen im Zusammenhang mit einer Ereigniskette, die Mitte September mit einer ersten Blockade begann und unten dargestellt ist.
- Erste Blockade an einer Schule in Créteil südlich von Paris
- Minister kündigt den Einsatz von 3.000 Vertretungslehrkräften an den kritischsten Lycées an
- Minister erklärt, die Marke von 100 verletzten Beschäftigten im Bildungswesen sei überschritten
- 20 Beschäftigte im Bildungswesen während der Mobilisierung des Tages verletzt; Ministerium stellt eine Intensivierung der Gewalt fest
- Minister meldet 35 % der verfügbaren Vertretungskräfte zugewiesen; etwa 200 Einrichtungen bleiben geschlossen
Vertretungslehrkräfte und Einstellungen
Am Donnerstag, dem 8. Oktober, kündigte Geffray den Einsatz von 3.000 Vertretungslehrkräften an den Lycées an, in denen die Lage am kritischsten ist. Am Dienstag sagte er, dass seit Freitag, dem 9. Oktober, 35 % der verfügbaren Vertretungskräfte zugewiesen worden seien, nach einer Überprüfung, die 25 der 30 Akademien umfasste. Er sagte, die Arbeit habe ein Jahr gedauert und sei mit der Einführung neuer Zuweisungswerkzeuge zusammengefallen, die Ende September bereitgestellt wurden. Er sagte außerdem, dass etwa tausend Vertragskräfte eingestellt würden, rund hundert davon seit Freitag. Sophie Vénétitay, Generalsekretärin der Snes-FSU, der größten Gewerkschaft an Collèges und Lycées, nannte die Maßnahme am Montag, dem 12. Oktober, bei France 2 "sehr ehrgeizig" und "ziemlich losgelöst von der Realität vor Ort". Sie verwies auf Lehrkräfte, die gebeten würden, ein Fach außerhalb ihres eigenen zu unterrichten, und sagte:
Das Ministerium sagt uns, dass diese Lehrkräfte in diesem Fall die Vertretung nicht übernehmen, sondern vielleicht eine Betreuung oder etwas anderes machen werden, aber die Unterrichtsstunde wird trotzdem ausfallen.
Polizeieinsatz und Zahlen zur Polizeigewahrsam
Tagesschau berichtet unter Berufung auf das Innenministerium, dass mehr als 700 Polizeibeamte während der Proteste verletzt wurden. Derselbe Bericht besagt, dass Innenminister Laurent Nuñez die Polizei angewiesen habe, bei Bedarf "alle nicht tödlichen Waffen" einzusetzen, um die Unruhen zu beenden. Mehrere Schüler wurden laut tagesschau durch Betäubungs- und Tränengasgranaten schwer verletzt. Dutzende Schulleiter und Lehrkräfte wurden angegriffen, und eine Eingangshalle einer Schule in Nantes brannte aus. Tagesschau berichtet außerdem, dass seit Beginn der Proteste fast 7.000 Menschen in Polizeigewahrsam genommen wurden – eine Zahl, an die die monatelangen Gelbwesten-Proteste nach Angaben des Senders nicht heranreichten.
Eine Bewegung in ihrer dritten Woche
Geffray sagte gegenüber France Inter, dass am Dienstag, dem 13. Oktober, etwa 200 Einrichtungen weiterhin geschlossen seien und dass die Bewegung im Vergleich zur Vorwoche abnehme. Tagesschau verortet die erste Blockade Mitte September in Créteil südlich von Paris, von wo sie sich auf nördliche Banlieues und dann auf Lycées in den Stadtzentren ausbreitete. In Brest organisierten etwa 200 Schüler des Lycée de l'Iroise in der vergangenen Woche eine Blockade, und vier von ihnen sagten gegenüber Ouest-France, dass Schüler in der öffentlichen Debatte fast nie gehört würden. In Rennes geht die Bewegung in ihre dritte Woche, und Schüler wurden vom Rektorat und vom Bürgermeister empfangen. Le Figaro berichtet, dass einige ehemalige Aktivisten des Mai 1968 Parallelen zu den aktuellen Protesten sehen und dass junge Demonstranten Parolen wie "Septembre 2026 is the new mai 68" verbreitet haben.
Was das Gesetz auf Plakaten erlaubt
Ouest-France berichtet in Beantwortung einer Leserfrage, nachdem Aufnahmen gezeigt hatten, wie die Polizei Plakate beschlagnahmte, dass das Beschriften eines Plakats von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, solange das Gesetz eingehalten wird. Kritik an einem Minister oder der Polizei, Karikatur und Satire sind erlaubt. Verbotene Inhalte sind die Verleumdung einer identifizierbaren Person oder Berufsgruppe, die Anstachelung zu Hass oder Gewalt, direkte Aufrufe zu Gewalt oder Zerstörung sowie Todesdrohungen. Der Pariser Strafverteidiger Hassan Kohen sagte der Zeitung:
Das Gesetz ahndet nur bestimmte Missbräuche.
Bestimmte Symbole sind laut derselben Erläuterung ebenfalls strafbar, wenn sie auf Plakate geschrieben oder öffentlich gezeigt werden.


