
LVMH: Organisches Wachstum im dritten Quartal bei 1 Prozent – Mode und Lederwaren fallen um 5 Prozent
Der Umsatz erreichte im Quartal von Juli bis September 18,5 Milliarden Euro, während Louis Vuitton und Dior unter dem schwächeren Vertrauen chinesischer Verbraucher und einer Steueroffensive gegen Besserverdiener litten.
Ergebnisse des dritten Quartals
LVMH meldete für das dritte Quartal 2026 am Montag, dem 12. Oktober, einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro, nach 18,28 Milliarden Euro im gleichen Quartal 2025. Das organische Wachstum, das Wechselkurseffekte herausrechnet, lag bei 1 Prozent und damit unter der Prognose von 1,3 Prozent, die der Finanzdatenanbieter Visible Alpha aus Analystenschätzungen zusammengestellt hatte. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum 3 Prozent betragen, im ersten 1 Prozent. Der weltgrößte Luxuskonzern, zu dem Louis Vuitton, Dior, Celine und Hennessy gehören, war der erste der großen Namen der Branche, der Zahlen für das dritte Quartal vorlegte.
- Q3 2025
- 18.28 Mrd. €
- Q3 2026
- 18.5 Mrd. €
Mode und Lederwaren fallen zurück
Die Sparte Mode und Lederwaren, auf die fast die Hälfte des Konzernumsatzes entfällt, sank organisch um 5 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro – ein stärkerer Rückgang als die 1,8 Prozent, die der Markt erwartet hatte. Wein und Spirituosen (1,4 Milliarden Euro) sowie Uhren und Schmuck (2,5 Milliarden Euro) wuchsen jeweils um 6 Prozent, Parfüm und Kosmetik (2 Milliarden Euro) legten um 1 Prozent zu, und der selektive Einzelhandel wuchs um 8 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Die Entwicklung von Louis Vuitton wich nicht wesentlich vom Konzerndurchschnitt ab, doch ein Logistikproblem kostete die Marke im Quartal etwas mehr als einen Prozentpunkt organisches Wachstum. Finanzvorständin Cécile Cabanis schloss drastische kommerzielle Schritte wie Preissenkungen aus und sagte, es gebe keine Abkürzungen, um das Wachstum bei Louis Vuitton zu beschleunigen.
- Mode & Lederwaren
- -5 %
- Wein & Spirituosen
- 6 %
- Uhren & Schmuck
- 6 %
- Parfüm & Kosmetik
- 1 %
- Selektiver Einzelhandel
- 8 %
China und der weitere Markt
Die Verkäufe in Asien, wo China der wichtigste Markt ist, gingen im Quartal um 5 Prozent zurück, während die Verkäufe in den Vereinigten Staaten um 5 Prozent stiegen. Cabanis sagte gegenüber Analysten, makroökonomische Faktoren hätten das Vertrauen chinesischer Verbraucher im dritten Quartal stark verschlechtert, was den asiatischen Markt und die Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter belaste. China hat zudem die Steuerdurchsetzung gegen einkommensstarke Privatpersonen verschärft, was RFI als jüngstes Problem für Luxusmarken beschreibt. Dieselben Marken leiden unter den Folgen des Iran-Kriegs und unter Anzeichen einer nachlassenden Konsumlaune in den USA. Chinesische Verbraucher stehen für etwa ein Fünftel der weltweiten Luxuskäufe und waren jahrelang der wichtigste Motor des Branchenwachstums, doch ihre Nachfrage hat seit der Pandemie nachgelassen. Louis Vuitton sah sich in China zudem mit einem Verbraucherboykott wegen eines Urheberrechtsstreits mit einer Teegetränkekette konfrontiert, deren Logo dem Blumenmuster auf den klassischen Monogramm-Handtaschen von Louis Vuitton ähnelt. Das weltweite Luxussegment mit einem Wert von 350 Milliarden Dollar verzeichnet seit drei Jahren ein nachlassendes Wachstum.
Marktreaktion
Die in den USA gelisteten Aktien von LVMH fielen nach der Veröffentlichung der Zahlen um mehr als 3 Prozent. In Paris, wo der Konzern hauptsächlich notiert ist, haben die Aktien seit Jahresbeginn 40 Prozent ihres Werts verloren. Europäische Luxuskonzerne haben in diesem Jahr zusammen rund 330 Milliarden Euro an Marktwert eingebüßt. Analysten der Bank of America schrieben in ihrem Bericht, die Ergebnisse könnten die gesamte Branche weiter belasten.

