
Glucksmann lockt 4.000 nach Aubervilliers – neue Umfrage zeigt ihn mit Mélenchon gleichauf auf Platz drei
Raphaël Glucksmann versammelte am Samstag Tausende zu einer Vorwahlkampfkundgebung in Aubervilliers, während eine frische Opinionway-Umfrage ihn Kopf an Kopf mit Jean-Luc Mélenchon hinter dem Rassemblement National und den zentristischen Spitzenkandidaten sieht.
Eine Kundgebung ohne formelle Kandidatur
Raphaël Glucksmann, Mitbegründer von Place publique, hielt am 13. Juni 2026 sein erstes großes Meeting in Aubervilliers (Seine-Saint-Denis) ab. Nach Angaben seines Teams kamen zwischen 3.000 und 4.000 Menschen. Der EU-Abgeordnete hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 noch nicht formal erklärt. Am 26. Mai hatte er gesagt, er werde sich drei Monate Zeit lassen, um zu entscheiden. Die Kundgebung hatte alle Insignien eines Wahlkampfauftakts, Anhänger skandierten „Raphaël président!“, doch der Kandidat wartet bis zum Herbst, um seine Absicht offiziell zu machen.
Ce n'est pas un aveu de faiblesse, mais un aveu de respect pour les autres partis politiques et pour les Français. On veut les convaincre sans les prendre pour des idiots.
Angriff auf die Konkurrenz und thematische Schwerpunkte
Glucksmann wollte eine sozialdemokratische, proeuropäische Alternative präsentieren und sich dabei explizit sowohl von Jean-Luc Mélenchon als auch vom macronschen Zentrumsblock abgrenzen. Er sagte der Menge, der RN habe noch nicht gesiegt und die Franzosen wollten Mélenchon nicht im Élysée. Er versprach, die „ökologische Befreiung“ Frankreichs zur absoluten Priorität zu machen und einen „großen antikapitalistischen Kampf“ für die digitale Souveränität zu führen, und nannte Elon Musk, Sam Altman und Zhang Yiming als Feinde.
Notre ennemi a un visage. Et il a un nom. Il en a même plusieurs. Il s'appelle Elon Musk, Sam Altman, Zhang Yiming.
Die Umfragelandschaft
Vor der Kundgebung testete eine Opinionway-Umfrage für das Journal du Dimanche mehrere Szenarien für den ersten Wahlgang. In allen liegt der Kandidat des Rassemblement National (Marine Le Pen oder Jordan Bardella) mit 33–35 % vorn, während Édouard Philippe als zentristische Option bei 19 % steht. Glucksmann und Mélenchon liegen praktisch gleichauf: In einem Szenario kommen beide auf 13 %, in einem anderen erzielt Glucksmann 14 % gegenüber Mélenchons 13 %, und in einem dritten erreichen sie jeweils 16 %, wenn die Kommunistin Fabien Roussel und die Grüne Marine Tondelier ausgeschlossen werden.
- RN (Le Pen/Bardella)
- 33 %
- Édouard Philippe
- 19 %
- Raphaël Glucksmann
- 13 %
- Jean-Luc Mélenchon
- 13 %
Der Weg zu einer geeinten Linken
Glucksmann braucht Partner, vor allem die Sozialisten und die Grünen, doch er hat die vom PS-Erstsekretär Olivier Faure vorgeschlagene Vorwahl abgelehnt. Seine dreimonatige Bedenkzeit ist auch ein Aufruf an andere linke Kräfte, sich hinter ihm zu versammeln. Zu den prominenten Persönlichkeiten, die an der Kundgebung teilnahmen, gehörte der frühere Macron-Abgeordnete Sacha Houlié.
Dans notre espace politique, personne ne pourra faire mieux.
Ein langer Vorlauf
Glucksmanns Treffen fand eine Woche statt, nachdem Mélenchon 26.000 Menschen in Saint-Denis versammelt hatte. Der Zeitplan des entstehenden linken Wettbewerbs wird Schritt für Schritt skizziert: die dreimonatige Pause, die rivalisierenden Kundgebungen und die bevorstehende Gerichtsentscheidung in der Affäre um die parlamentarischen Assistenten des RN, die Opinionway in seine Umfrage einbezogen hat.
- Glucksmann erklärt, er werde innerhalb von drei Monaten über seine Präsidentschaftskandidatur entscheiden.
- Mélenchon hält eine Kundgebung in Saint-Denis ab und beansprucht 26.000 Teilnehmer.
- Glucksmann lockt 3.000–4.000 zu seinem ersten großen Meeting in Aubervilliers.


