
Griechische Opposition kritisiert Mitsotakis wegen Blankoscheck an die USA beim NATO-Gipfel
Die griechische Linksallianz erklärte, Premierminister Kyriakos Mitsotakis habe den USA unbefristeten Zugang zu sechs Stützpunkten und dem Hafen von Alexandroupoli gewährt, ohne beim Ankara-Gipfel Zusagen gegenüber türkischen Provokationen erwirkt zu haben.
Gipfel zeigt transatlantischen Wandel
Die außenpolitische Abteilung der Partei argumentierte, der Ankara-Gipfel offenbare eine neue Sicherheitsarchitektur, in der die USA die militärische und finanzielle Verantwortung für die Ukraine auf Europa übertragen. Die europäische Führung sei „hilflos und schwach“ und nehme unverhältnismäßige Lasten auf Kosten des sozialen Zusammenhalts hin, ohne eine bedeutende diplomatische Rolle für den Frieden einzufordern. Diese Rahmung bereitet den Boden für ihre Kritik an der griechischen Beteiligung.
Unbefristeter US-Zugang zu Stützpunkten
Die Stellungnahme fordert den Premierminister direkt auf, Rechenschaft darüber abzulegen, was seine Regierung als Gegenleistung für die unbefristete Nutzung von sechs Militärstützpunkten und dem Hafen von Alexandroupoli durch Washington erhalten habe. Sie verweist auf schwere Waffenlieferungen in die Ukraine und prominente öffentliche Erklärungen als Belege dafür, dass Griechenland mehr gegeben als erhalten habe. Die Wortwahl der Partei ist deutlich: Mitsotakis habe „einen Blankoscheck an die USA ausgestellt“.
Herr Mitsotakis muss erklären, was er in seinem Gepäck mitbringt, das den nationalen Interessen dient: Er gewährte den USA unbefristeten Zugang zu sechs griechischen Stützpunkten und dem Hafen von Alexandroupoli, führte Waffenlieferungen in die Ukraine an, und im Gegenzug wird die Türkei bei ihren Provokationen nicht unter Druck gesetzt, während ihre Rolle und ihre Rüstungsindustrie rasant aufgewertet werden.
Versäumnis, die NATO an die Türkei zu binden
In der Stellungnahme wird angemerkt, dass der Premierminister zwar erneut Casus Belli erwähnt, aber innerhalb der NATO keine Bedingungen gestellt habe: keine Forderung, türkische Provokationen anzusprechen, kein Druck, die Beschränkungen für NATO-Übungen um die griechischen Inseln aufzuheben, und keine Zusicherung gegen den Einsatz amerikanischer Waffen, den Ankara angeblich für die F-16 beansprucht. Es wird gefragt, ob Mitsotakis sich lediglich auf die „Empfindsamkeit“ der Verbündeten verlasse, um griechische Interessen zu schützen.
Die beiden geplanten Hauptquartiere in Istanbul und Adana, Trumps Äußerungen zur F-35 und der Verkauf amerikanischer Triebwerke werden als klarer Beweis dafür angeführt, dass die Regierung zu einem „bloßen Beobachter der Entwicklungen“ geworden sei. Die Partei warnt auch davor, dass die viel gepriesene Allianz mit Frankreich erodiere, da nach dem Meteor-Raketengeschäft der Weg für französische Flugabwehrverkäufe an die Türkei offen sei.
Forderung nach einer neuen außenpolitischen Ausrichtung
Das Kommuniqué schließt mit der Feststellung, dass Griechenland dringend einen Kurswechsel brauche, hin zu einer aktiven, multidimensionalen Außenpolitik. Es fordert eine US-Beziehung auf der Grundlage gegenseitigen Nutzens statt Blankoschecks und eine griechisch-türkische Strategie mit Anfang, Mitte und Ende, die die Türkei an einen Dialog auf der Grundlage des Völkerrechts bindet und gleichzeitig Allianzen und die EU-Türkei-Beziehungen nutzt.
Das Land braucht sofort einen Kurswechsel und eine Rückkehr zu einer aktiven multidimensionalen Außenpolitik. Wir brauchen eine Strategie für die griechisch-amerikanischen Beziehungen, die auf gegenseitigem Nutzen und nicht auf Blankoschecks beruht. Und eine Strategie für die griechisch-türkischen Beziehungen mit Anfang, Mitte und Ende, die die Türkei zu einem Dialog auf der Grundlage des Völkerrechts verpflichtet und gleichzeitig unsere Allianzen nutzt.


