Wahlen · Tel Aviv

Likud führt bei israelischen Nachwahlbefragungen – Netanyahu knüpft sein Schicksal an Trump

Nachwahlbefragungen sehen Benjamin Netanyahus Likud auf Platz eins in der Knesset, während das Rennen mit dem Oppositionsblock knapp bleibt. Der 77-jährige Ministerpräsident hat seine politische Zukunft an die Unterstützung Donald Trumps geknüpft.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, il Giornale.it und Il Messaggero. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: Avi Ohayon / Government Press Office of Israel, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 2003Kehrt als Finanzminister unter Ariel Scharon zurück
  2. 2009Beginnt ununterbrochene Regierungszeit als Ministerpräsident, nur 2021 unterbrochen
  3. 2015Spricht vor dem US-Kongress gegen das iranische Atomabkommen JCPOA

Nachwahlbefragungen sehen Likud vorn

Die am 27. Oktober veröffentlichten Nachwahlbefragungen zeigen Benjamin Netanyahus Likud als stärkste Partei in der Knesset – ein Ergebnis, das nach Darstellung von Il Messaggero und Il Giornale am Vorabend der Wahl kaum jemand vorhergesagt hatte. Der Likud liegt weiterhin in einem engen Rennen mit dem Oppositionsblock, der Ausgang ist also offen. Beide italienischen Blätter deuten das Ergebnis als spätes Comeback des Ministerpräsidenten. Nachwahlbefragungen sind vorläufige Zahlen und ersetzen nicht die endgültige Auszählung.

Ein letzter Wahlkampf an der Seite Trumps

Netanyahu, 77, gilt als der am längsten amtierende Ministerpräsident der israelischen Geschichte und prägt die Politik des Landes seit rund 30 Jahren. In seinem letzten Tweet vor Öffnung der Wahllokale verknüpfte er die Abstimmung mit der Beseitigung der iranischen Nuklearbedrohung an der Seite Trumps sowie mit dem Abschluss von Friedensabkommen mit anderen Ländern. Berichten zufolge bat er die Israelis fast flehentlich um zwei weitere Jahre an der Macht und machte sein politisches Schicksal von dem seines Verbündeten Donald Trump abhängig. Trotz der Vorwürfe und des erbitterten Wahlkampfs brachten ihm die Nachwahlbefragungen ein Ergebnis, das kaum jemand erwartet hatte.

Trumps Intervention

In einem Beitrag auf Truth schreibt Trump, die Lage habe sich vollständig verändert, als er seine Unterstützung für Netanyahu zum Ausdruck brachte. Was wie eine Niederlage des Ministerpräsidenten ausgesehen habe, beschreibt er als unerwartetes Comeback, das ein Patt ergeben habe, wenn nicht gar einen Sieg für Netanyahu. Trump fügt hinzu, er wolle nur das Beste für den Nahen Osten, Israel und die Vereinigten Staaten, und alles sei seiner Unterstützung gefolgt.

Gerichtsverfahren und Karrierebilanz

Die Berichte verweisen auf einen Korruptionsprozess, einen aus Den Haag erlassenen Haftbefehl und die Möglichkeit einer Begnadigung im Gegenzug für Netanyahus Rückzug aus der Politik, wobei Il Giornale die Begnadigung nur als Hypothese darstellt. Netanyahu wurde 1949 in Tel Aviv geboren und diente in der Einheit Sayeret Matkal; 1972 nahm er an der Befreiung der entführten Sabena-Maschine teil, gemeinsam mit Ehud Barak, der später sein wichtigster Rivale wurde. Mit 35 wurde er UN-Botschafter, 1996 mit 46 erstmals zum Ministerpräsidenten gewählt – damals der jüngste Regierungschef. 1999 unterlag er Barak, 2003 kehrte er als Finanzminister unter Ariel Scharon zurück und trieb Steuersenkungen und Privatisierungen voran, die die ultraorthodoxen Parteien erzürnten, die heute seine Verbündeten sind.

Wichtige Wegmarken

Seit 2009 regiert Netanyahu Israel ohne Unterbrechung, abgesehen von der Regierung Bennett-Lapid 2021. 2015 sprach er vor dem US-Kongress gegen das iranische Atomabkommen JCPOA – eine Rede, die laut Il Messaggero einen Bruch mit der US-Präsidentschaft markierte. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Stationen seiner Karriere.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Tel Aviv · Israel

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen