
Lettland schließt einzigen Grenzübergang zu Belarus – hybrider Migrationskrieg eskaliert
Der Grenzübergang Paternieki-Grigorowszczina, der einzige offene Übergang zwischen Lettland und Belarus, wurde am 31. Juli aufgrund von IT-Störungen geschlossen. Hintergrund ist eine Zunahme illegaler Migration, die Riga als hybriden Krieg bezeichnet.
Schließung des einzigen Übergangs
Am Freitagabend, dem 31. Juli, schlossen die lettischen Behörden den Grenzübergang Paternieki-Grigorowszczina, den letzten verbliebenen Kontrollpunkt zu Belarus. Der Grenzschutz gab bekannt, dass die Abfertigung aufgrund von Störungen der IT-Systeme ausgesetzt sei. Die Ursache und die voraussichtliche Dauer der Störung waren zum Zeitpunkt der Bekanntgabe kurz vor Mitternacht noch unklar.
Die Grenzabfertigung an der Grenze zu Belarus ist aufgrund von Störungen im Betrieb der IT-Systeme derzeit nicht möglich. Die Ursachen und der voraussichtliche Zeitpunkt der Behebung sind noch nicht bekannt.
Innenminister Jānis Dombrava bestätigte die Schließung in den sozialen Medien und forderte Letten, die sich noch in Belarus aufhalten, auf, alternative Routen zu nutzen. Der Schritt erfolgte einen Tag, nachdem er die Bürger vor Reisen nach Belarus gewarnt und von einer Eskalation des hybriden Migrationskriegs gesprochen hatte.
Warnungen und der Kontext des hybriden Krieges
Am Donnerstag, dem 30. Juli, hatte Dombrava auf X geschrieben, dass die sichere Bewegung zwischen den beiden Ländern schwierig werden könnte. Er stellte die Situation als Teil einer gezielten Kampagne Minsks dar.
Im Kontext des von Belarus begonnenen hybriden Migrationskriegs könnte die sichere Bewegung zwischen den Ländern schwierig werden.
Die lettische Regierung betrachtet die Aktionen des Regimes von Alaksandr Łukaszenka als eine Form hybrider Kriegsführung gegen Lettland, Litauen und Polen. Die Grenzschließung, die offiziell auf technische Störungen zurückgeführt wird, erfolgte vor dem Hintergrund anhaltenden Migrationsdrucks.
Migrationsdruck in Zahlen
Lettische Grenzschützer haben seit Anfang 2026 fast 9.000 illegale Grenzübertrittsversuche aus Belarus vereitelt. Im gesamten Jahr 2025 waren es etwa 12.000. Seit Beginn der Krise im August 2021 haben die Behörden nahezu 50.000 solcher Versuche verhindert. Migranten, die es schaffen, die Grenze zu überqueren, werden oft von Schleppern transportiert, die Lieferwagen und Fahrzeuge nutzen, die zuvor im öffentlichen Nahverkehr, Postdienst oder sogar beim Grenzschutz selbst eingesetzt wurden.
- 2025
- 12000 Versuche
- 2026 (Jan-Jul)
- 9000 Versuche
Regionale Reaktion und Verstärkung
Estland hat Unterstützung zugesagt. Dombrava erklärte, dass Estland nach einem Treffen mit der estnischen Innenministerin I. Taro in der Vorwoche zusätzliche Grenzschützer entsenden werde, um Lettlands Außengrenze zu verstärken. Die lettische Regierung beschloss am Dienstag außerdem, zusätzliche Mittel für die Stärkung der Ostgrenze bereitzustellen, darunter Zäune, Überwachungssysteme, Zufahrtsstraßen und Gräben in sumpfigen Gebieten. Die gesamte Ostgrenze ist 456,6 km lang, davon 173 km mit Belarus und 283 km mit Russland.
- Regierung stellt zusätzliche Mittel für den Schutz der Ostgrenze bereit
- Dombrava warnt Bürger vor Reisen nach Belarus, kündigt estnische Verstärkung an
- Grenzübergang Paternieki-Grigorowszczina wegen IT-Störung geschlossen
Breitere Kommentare
In einem separaten Beitrag kritisierte Dombrava Spaniens Umgang mit der Migration und stellte ihn in den Kontext der breiteren europäischen Debatte. Er bezeichnete es als schockierend, dass die spanische Linksregierung nicht in der Lage sei, einen Massenzustrom von Migranten in die EU zu stoppen, und merkte an, dass Italien Spaniens Platz im Schengen-Raum infrage gestellt habe, nachdem Madrid einen Plan zur Einbürgerung von einer halben Million undokumentierter Migranten gebilligt hatte. Diese Bemerkung, die nicht direkt mit der lettischen Grenzschließung zusammenhängt, spiegelt die breiteren Spannungen in der EU in der Migrationsfrage wider.


