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Regierung·vor 3 Std.

Frankreichs Premier Lecornu ordnet Drogentests für Kabinettsmitarbeiter und hohe Beamte an

Premierminister Sébastien Lecornu hat am 16./17. Juni ein Rundschreiben an alle Minister verschickt, das unangekündigte, verpflichtende Speicheltests auf Drogen für Kabinettsmitglieder und hochrangige Beamte vorsieht. Zur Begründung werden Sicherheitsrisiken und die Notwendigkeit vorbildlichen Verhaltens im Staatsdienst angeführt.

Umfang und sofortige Umsetzung

In einem Rundschreiben vom Dienstag, 16. Juni, das die Minister am Mittwoch, 17. Juni, erhielten, weist Premierminister Sébastien Lecornu jedes Regierungsmitglied an, für seine Kabinettsteams sowie für Inhaber von „Arbeitsplätzen im Entscheidungsbereich der Regierung" „unangekündigte und verpflichtende Screenings in Form von Speicheltests" zu organisieren. Die Maßnahme erstreckt sich auch auf Mitarbeiter mit Zugang zu sensiblen Informationen oder Sicherheitsfreigaben, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit. Ein ähnlicher Test wurde bereits vor etwa zwei Wochen im eigenen Kabinett des Premierministers durchgeführt.

Sicherheitsrechtfertigung

Lecornus Direktive argumentiert, dass Drogenkonsum von Staatsbediensteten eine persönliche Verwundbarkeit schaffe, die von Interessengruppen, kriminellen Netzwerken oder ausländischer Einflussnahme ausgenutzt werden könne. In dem Rundschreiben heißt es unverblümt, dass selbst ein gelegentlicher privater Konsum ein Risiko darstelle, das über die Gesundheit des Einzelnen hinausgehe.

Der Konsum von Betäubungsmitteln durch öffentliche Bedienstete, selbst bei gelegentlichem Konsum im privaten Rahmen, stellt – über die Eigengefährdung und die Auswirkungen auf den Dienst hinaus – eine persönliche Verwundbarkeit dar, die von Interessengruppen, kriminellen Netzwerken oder Einflussnahmemanövern ausgenutzt werden kann.

Das Umfeld des Premierministers stellt die Maßnahme zudem als eine Frage der Kohärenz dar.

Der Staat kann keine klare Politik gegen Drogenhandel und seine gesellschaftlichen Folgen verfolgen, wenn er nicht dieselben Anforderungen an sich selbst stellt.

Umfeld des Premierministers

Testverfahren und Konsequenzen

Speicheltests sind ohne Vorwarnung durchzuführen; die Verweigerung des Tests gilt als positives Ergebnis. Die Minister werden angewiesen, bei bestätigtem Drogenkonsum „Konsequenzen, auch auf disziplinarischer Ebene", zu ziehen. Gleichzeitig verlangt das Rundschreiben, dass positiv getestete Personen systematisch an Betreuungsstrukturen verwiesen werden, und jedes Ministerium muss einen Präventionsplan sowie Suchtberatungen bereitstellen.

Nächste Schritte und breiterer Kontext

Die Direktive fordert jedes Ministerium auf, diejenigen Berufsgruppen zu definieren, die regelmäßigen Screenings unterliegen sollen, und dem Premierminister bis zum 26. Juni einen Aktionsplan vorzulegen. Der Schritt folgt auf eine verstärkte öffentliche Debatte in Frankreich über Drogenkonsum unter gewählten Amtsträgern, die insbesondere durch die Festnahme eines Abgeordneten von La France Insoumise beim Drogenkauf im Jahr 2024 ausgelöst wurde.

Zeitleiste der Drogentest-Direktive
  1. Der Premierminister sendet ein Rundschreiben an alle Minister, das Zufalls-Speichel-Drogentests anordnet.
  2. Die Minister bestätigen am Morgen den Eingang des Rundschreibens.
  3. Frist für jedes Ministerium zur Vorlage eines Aktionsplans, der die einer regelmäßigen Kontrolle unterliegenden Stellen auflistet.

Die Maßnahme unterstellt die Exekutive derselben Kontrolle, die sie von anderen Sektoren erwartet, und zielt auf „eine Forderung nach Vorbildlichkeit und Sicherheit ab, die in einem angemessenen Verhältnis zu den ausgeübten Verantwortlichkeiten steht".

Paris

7 Quellen

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