Regierung · Warschau

Polnische Staatsanwaltschaft untersucht Leck des Kaczyński-Verhörvideos und verweist auf Oppositionsanwalt Giertych

Die Warschauer Staatsanwaltschaft leitete am Montag Überprüfungsverfahren ein, nachdem Goniec.pl Aufnahmen von Jarosław Kaczyńskis Verhör im Juni veröffentlicht hatte. Gleichzeitig kündigte die Anwaltskammer ein Disziplinarverfahren gegen Roman Giertych an.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von wpolityce.pl, Do Rzeczy, Rzeczpospolita und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 27.07.Die Staatsanwaltschaft kündigt Überprüfungen an und nennt Giertych als einzigen Außenstehenden mit Aktenzugang.
  2. 27.07.Giertych bezeichnet die Erklärung als unverschämt und macht die Staatsanwaltschaft für das Leck verantwortlich.
  3. 27.07.Die Warschauer Anwaltskammer leitet ein Disziplinarprüfverfahren gegen Giertych ein.

Das geleakte Video

Am 27. Juli 2026 veröffentlichte das Nachrichtenportal Goniec.pl auf YouTube ein Video von Jarosław Kaczyńskis Aussage vom 10. Juni. Der PiS-Vorsitzende war neun Stunden lang als Zeuge in den Ermittlungen zum sogenannten „Zwei-Türme“-Projekt vernommen worden, einem geplanten Bauvorhaben der Srebrna-Gesellschaft in der ul. Srebrna in Warschau. Das Filmmaterial enthielt Äußerungen, in denen Kaczyński den Anwalt Roman Giertych scharf angriff, der den österreichischen Geschäftsmann Gerald Birgfellner in dem Fall vertrat. Kaczyński sagte, Giertych habe ihn „Jaruś“ und „Jarek“ genannt, obwohl sie nie per Du gewesen seien, und er habe eine „sehr schlechte Meinung“ von dem Anwalt.

„Sie haben mich oft Jaruś, Jarek genannt, obwohl wir nicht und nie per Du waren, aufgrund des Altersunterschieds und meiner sehr schlechten Meinung von Ihnen.“

Jarosław Kaczyński, PiS-Vorsitzender

Der Vorsitzende bewertete Giertych zudem als „Persönlichkeit eines 16- bis 18-Jährigen“ und erklärte, die Staatsanwaltschaft selbst sei aufgrund einer gewaltsamen Übernahme „illegal“, er habe aber ausgesagt, weil dies für künftige Verfahren zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit relevant sei.

Staatsanwaltschaft zeigt mit dem Finger

Noch am selben Montag gab die Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft auf X bekannt, dass sie Überprüfungsmaßnahmen bezüglich der Veröffentlichung der Aufnahme eingeleitet habe, die ein Anhang zum Zeugenprotokoll war. Sprecher Piotr Antoni Skiba sagte der Tageszeitung Fakt, dass „nur eine Person Zugang zu den gesamten Fallakten hatte, Rechtsanwalt Roman Giertych.“

„Er beantragte Zugang, erhielt Zugang. Es gab eine Warnung für alle Teilnehmer des Verhörs über den Inhalt von Artikel 241, also über die strafrechtliche Verantwortlichkeit für die öffentliche Offenlegung von Materialien vor Abschluss des Verfahrens.“

Piotr Antoni Skiba

Skiba fügte hinzu, die Offenlegung eines solchen Dokuments aus der Ermittlungsakte liege „weder im Interesse der Staatsanwaltschaft noch der Verfahrensbeteiligten“ und sagte Konsequenzen voraus. Artikel 241 des Strafgesetzbuches sieht eine Geldstrafe, Freiheitsbeschränkung oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren für die unbefugte Verbreitung von Informationen aus einem vorbereitenden Verfahren vor, bevor diese vor Gericht offengelegt werden.

Giertych kontert

Roman Giertych, Abgeordneter der Bürgerkoalition und Birgfellners Rechtsvertreter, wies die Verantwortung sofort zurück. In einer an Fakt gesendeten Antwort bezeichnete er das Kommuniqué der Staatsanwaltschaft als „unverschämt“, weil es gleichzeitig eine Untersuchung ankündige und einen Täter nahelege. Giertych bestand darauf, dass die Aufnahme aus der Staatsanwaltschaft selbst durchgesickert sein müsse. „Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagt nicht die Wahrheit“ war seine knappe Erwiderung.

„Die Erklärung ist unverschämt, denn während Sie über die Einleitung von Überprüfungsverfahren informieren, legen Sie den Täter nahe. Dabei ist es offensichtlich, dass die Staatsanwaltschaft zuerst Zugang zu der Aufnahme hatte und dass täglich Lecks aus der derzeitigen Staatsanwaltschaft kommen, das sehen wir.“

Roman Giertych, Abgeordneter

Er argumentierte, der Staatsanwalt, der vom Zeugen bedroht worden sei, habe es versäumt, die Behörden über eine angeblich vom Zeugen begangene Straftat zu informieren und diese damit vertuscht.

Anwaltskammer leitet Untersuchung ein

Parallel dazu leitete der Disziplinarbeauftragte der Warschauer Anwaltskammer noch am selben Tag ein Prüfverfahren gegen Giertych ein, basierend auf einer Analyse von Medienberichten. Die Angelegenheit wird in den kommenden Tagen an die nationale Disziplinarbeauftragte der Anwaltskammer, Rechtsanwältin Ewa Krasowska, weitergeleitet. Die Kammer führte die genauen Gründe nicht aus, aber die Untersuchung deutet darauf hin, dass das Leck sowohl aus strafrechtlicher als auch aus berufsethischer Perspektive geprüft werden könnte.

Der Fall „Zwei Türme“

Die zugrundeliegenden Ermittlungen betrafen Vorwürfe, dass Birgfellner zwischen Mai 2017 und Juli 2018 von Personen, die im Namen von Srebrna handelten, im Zusammenhang mit dem Bau von zwei Hochhäusern um mindestens 1,3 Millionen Euro betrogen worden sei. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren am 25. Juni 2026 ein und erklärte, es habe keinen Betrug gegeben, da der Geschäftsmann eine „subjektive, irrige Annahme“ gehabt habe, dass Kaczyński bei Srebrna Entscheidungsbefugnis habe. Giertych hat gegen diese Entscheidung Berufung angekündigt.

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