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Regierung · Warschau

Le Pen: Krise am polnischen Verfassungsgerichtshof gleicht einer gewaltsamen Übernahme

Marine Le Pen erklärte am Sonntag, 1. November, auf X, die Vorgänge um das polnische Verfassungsgericht sähen nach einer gewaltsamen Übernahme aus. Jordan Bardella warf Ministerpräsident Donald Tusk vor, das Gericht zu behindern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NIEZALEZNA.PL, Nasz Dziennik, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. Abend des 30. Oktober, 17:00–18:00 UhrPolizei trifft nach Angaben der Warschauer Polizei auf dem Gelände des Gerichts ein
  2. Gegen 18:00 Uhr am 30. OktoberWebsite des Gerichts veröffentlicht Mitteilung über das Ruhen der Amtsgeschäfte von Präsident und Vizepräsident
  3. Nacht vom 30. auf den 31. OktoberPräsident Nawrocki erreicht das Gericht nach Abbruch seiner Reise in den Senegal
  4. 1.11.Le Pen und Bardella kritisieren den Umgang mit der Krise auf X

Polizei betritt das Gelände des Verfassungsgerichts

Am Freitagabend, 30. Oktober, betraten Polizisten das Gelände des polnischen Verfassungsgerichtshofs. Die Warschauer Polizei (KSP) erklärte, die Beamten seien dort gewesen, um gesetzliche Aufgaben wahrzunehmen, und hätten dabei auf Informationen der Richterin Anna Korwin-Piotrowska über mögliche Gefahren für Leben oder Gesundheit der Richter und Mitarbeiter des Gerichts sowie über die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung reagiert. Die Beamten trafen zwischen 17:00 und 18:00 Uhr ein. Gegen 18:00 Uhr wurde auf der Website des Gerichts eine Mitteilung veröffentlicht, wonach die Amtsgeschäfte seines Präsidenten Bogdan Święczkowski und seines Vizepräsidenten Bartłomiej Sochański ruhen. Korwin-Piotrowska, die dienstälteste Richterin, wurde mit der Leitung der Arbeit des Gerichts betraut. Später meldete die Polizei Zwischenfälle bei der Protestaktion davor, darunter auf Beamte geworfene Gegenstände, und erklärte, drei Personen, die über den Zaun auf das Gelände gesprungen waren, seien festgenommen worden.

Nawrockis Reaktion

RMF24 berichtet, Präsident Karol Nawrocki habe einen Flug in den Senegal abgebrochen, sei nach Polen zurückgekehrt und in der Nacht von Freitag auf Samstag zum Sitz des Gerichts gefahren. Anschließend berief er dringende Konsultationen mit Vertretern der parlamentarischen Kräfte ein und argumentierte, die verfassungsmäßige Ordnung sei verletzt worden. Korwin-Piotrowska sagte der PAP, sie könne den Präsidenten im Präsidentenpalast treffen, und ergänzte auf TVN24, wenn er reden wolle und die Dienste es für sicher hielten, werde er in das Gericht eingeladen. Von den sechs Richtern, die der Sejm am 13. März 2026 gewählt hatte, wurden nur Magdalena Bentkowska und Dariusz Szostek eingeladen, im Präsidentenpalast ihren Eid abzulegen, während die übrigen ihre Eidesformel bei einer Zeremonie im Sejm unterzeichneten.

Le Pens Kritik

In einem Beitrag auf X am Sonntag, 1. November, bezeichnete Marine Le Pen die Vorgänge als ernst und erklärte, die infrage gestellte Suspendierung des Gerichtspräsidenten gleiche zusammen mit dem Eingreifen der Sicherheitsdienste rund um die Institution einer gewaltsamen Übernahme eines Verfassungsorgans. Sie argumentierte, der Rechtsstaat lasse sich nicht auf eine Weise wiederherstellen, die den Eindruck erwecke, seine eigenen Grundsätze würden missachtet. Le Pen kritisierte zudem die Gleichgültigkeit der Europäischen Union und das Schweigen der Medien und sagte, man könne nicht beanspruchen, die Demokratie zu verteidigen, während man schweige, wenn das verfassungsrechtliche Gleichgewicht eines Mitgliedstaats ernsthaft bedroht sei. RMF24 weist darauf hin, dass sie die Kandidatin des Rassemblement National bei der französischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr ist.

Bardella und die Europäische Kommission

Jordan Bardella, ebenfalls vom Rassemblement National, veröffentlichte einen eigenen Beitrag auf X, in dem er Ministerpräsident Donald Tusk vorwarf, die Arbeit des Gerichts zu behindern, und der Europäischen Kommission doppelte Maßstäbe in Fragen der Rechtsstaatlichkeit vorhielt. Die Kommission erklärte gegenüber RMF FM, sie erwarte von den polnischen Behörden, dass sie sicherstellen, dass das Gericht im Einklang mit der polnischen Verfassung und der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union arbeiten kann. Sie erinnerte zudem daran, dass die Ernennung neuer Richter des Verfassungsgerichts eine verfassungsrechtliche Zuständigkeit des Sejm ist.

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