Makroökonomie · Mailand und Frankfurt

Lagarde: EZB entscheidet im Dezember über Zinserhöhung – Euro-Inflation nahe 4 %

In einer Rede am 5. November in Mailand sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Bank werde im Dezember ihre Projektionen überprüfen und abwägen, ob eine Zinserhöhung nötig sei. Zudem bestätigte sie, dass sie im Februar zurücktreten wird – neun Monate vor dem Ende ihres Mandats.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von il Giornale.it, Il Messaggero, lastampa.it und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2016, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 5.11.Lagarde spricht in Mailand zu Studierenden und deutet eine mögliche Erhöhung im Dezember an
  2. Dezember 2026EZB überprüft ihre Projektionen und wägt eine Zinserhöhung ab
  3. FebruarLagardes geplanter Abschied von der EZB

Eine Entscheidung über die Zinsen im Dezember

Am 5. November sprach EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Sitz der Borsa Italiana auf der Piazza Affari in Mailand und sagte, die Bank habe auf ihrer jüngsten Sitzung über eine weitere Zinserhöhung beraten, sich aber gut aufgestellt gesehen, abzuwarten. Sie sagte, die EZB werde ihre Projektionen im Dezember überprüfen, wenn sie viele Indikatoren erwarte, die helfen sollen zu entscheiden, ob eine Erhöhung nötig ist, um ihr Ziel zu erreichen. Die aktuelle Lage bezeichnete sie als ernst und sagte, bis dahin seien deutlich mehr Daten nötig. Die EZB hatte im Juni und erneut im September die Zinsen erhöht und sie im Oktober unverändert gelassen. Marktteilnehmer erwarten einen Einlagensatz von 2,75 % zum Jahresende.

Energiegetriebene Inflation

Lagarde bezifferte die Inflation im Euroraum auf 4 % und sagte, in Italien liege sie über 5 %, getrieben vor allem von Energie. Die Energiepreise seien im Euroraum um 18 % und in Italien um mehr als 20 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Energie fließe in einen großen Teil der Produktion ein, was die Preise breitflächig nach oben getrieben habe. Der Druck werde wohl noch einige Zeit anhalten, bis sich im Jahresvergleich ein Basiseffekt einstelle, und sie betonte das Wort wohl, weil sich die Bedingungen sehr schnell änderten. Sie sagte zudem, die EZB habe eine einzige Aufgabe, die Preisstabilität, die ohne Finanzstabilität nicht zu erreichen sei.

Sieben Jahre und ein vorzeitiger Abschied

Lagarde kündigte am 29. Oktober an, dass sie im Februar zurücktreten wird, neun Monate vor dem Ende ihres Mandats. Bei der Veranstaltung in Mailand sagte sie, sie bleibe eine Eule, eine Zentralbankerin, die weder Taube noch Falke sei. In sieben Jahren, so sagte sie, seien viele Tauben ein Stück falkenhafter und viele Falken taubenhafter geworden, eine Verschiebung, die sie auf Unsicherheit und eine Reihe von Krisen zurückführte. Sie räumte ein, die Bank habe die Lage nicht immer richtig eingeschätzt, habe sich aber im Vergleich mit anderen Zentralbanken ordentlich geschlagen. Den vorzeitigen Abschied hat sie als Weg beschrieben, ihre Meinungsfreiheit zurückzugewinnen.

Unabhängigkeit und Handel

Lagarde sagte, die EZB sei nach den Verträgen hochgradig unabhängig, und kein Regierungschef könne sie anrufen, um eine Zinserhöhung oder -senkung zu verlangen. Sie nannte Sergio Mattarella, Emmanuel Macron und Giorgia Meloni und sagte, diese machten keine solchen Anrufe, weil sie wüssten, dass sie es nicht könnten. Auf die Frage eines Studenten nach den Wechselkursen sagte sie, sie könne sie nicht beantworten, da diese von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten und nicht von der Zentralbank bestimmt würden. Zum Handel nannte sie die von Donald Trump eingeführten US-Zölle kontraproduktiv und schädlich für den Multilateralismus, erwartet aber nicht, dass sie bald überarbeitet werden, auch nicht nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen. Die Maßnahmen dürften lange Bestand haben und Unternehmen dazu drängen, Versorgungssicherheit über reine Kosteneffizienz zu stellen.

Die Piigs und Deutschland

Lagarde sagte, die Machtverhältnisse in Europa hätten sich verschoben: Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien seien vor 15 Jahren als Piigs bezeichnet worden und in der Krise gewesen, heute stünden sie an der Spitze der Wirtschaftsrankings. Sie räumte ein, sie könnten noch schneller wachsen oder weniger Schulden tragen, doch der Trend weise in die richtige Richtung. Zugleich kritisierte sie Nordeuropa, wo nicht alle so gut dastünden wie früher, angefangen bei Deutschland.

Young Factor und wichtige Daten

Die Veranstaltung war Teil des Projekts Young Factor, das vom Osservatorio for Independent Thinking gefördert wird, dessen Präsident Andrea Ceccherini das Gespräch moderierte. Berichte nennen ein Publikum von 400 bis mehr als 600 Studierenden. In Italien wird das Projekt seit 2014 von Intesa Sanpaolo und Unicredit unterstützt, Crédit Agricole Italia soll hinzukommen. Die folgende Zeitleiste führt die in der Berichterstattung genannten Daten auf, wobei Monate verwendet werden, wo die Artikel nur einen Monat nennen.

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Quellen und Kontext

Mailand, Frankfurt · Italien, Deutschland

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