
La Vuelta schränkt Influencerin Erola Jons nach Kommentaren zu Tadej Pogačar ein
Die Rennorganisation Unipublic verhängte Interviewbeschränkungen für die Social-Media-Creatorin Erola Jons, nachdem Teams Beschwerden und Kritik an Kommentaren gegenüber Radfahrern in Monaco geäußert hatten.
Hinter den Kulissen in Monaco
Der Rennveranstalter Unipublic engagierte die 28-jährige katalanische Content-Creatorin Erola Jons, um die digitale Berichterstattung für die Ausgabe 2026 der La Vuelta a España auszuweiten. Mit über sechs Millionen Followern auf TikTok und Instagram sollte Jons Live-Inhalte auf YouTube und Twitch produzieren, um Zielgruppen außerhalb des traditionellen Radsportpublikums zu erreichen. Die Rundfahrt begann mit einem Einzelzeitfahren durch die Straßen von Monaco, das der slowenische Fahrer Tadej Pogačar gewann. Nach der Etappe erhielt Jons Zugang zu den abgesperrten Fahrerlagern und Podestbereichen, die Teams und offiziellen Medien vorbehalten sind.
Während der Live-Übertragung versuchte Jons, Pogačar zu interviewen, indem sie ihn als „Pogachitar“ bezeichnete und fragte, ob er mit ihr eine Radtour machen wolle. Sie fragte auf Englisch, ob er hyperventiliere, als er sie sehe, was beim Fahrer für Verwirrung sorgte, bevor Teampersonal sie bat, zur Seite zu treten. Später im Stream stand Jons vor einem Umkleidewagen auf dem Podest, kommentierte Fahrer, die sich durch durchscheinende Trikots umzogen, und äußerte sich zu deren engen Lycra-Kleidung. In anderen Segmenten gab sie zu, nicht zu wissen, dass Pogačar die Etappe gewonnen hatte, und bat einen örtlichen Polizisten, sie zu verhaften.
- Erola Jons beginnt ihre digitalen Übertragungen für La Vuelta nach dem Zeitfahren in Monaco.
- Jons spricht Tadej Pogačar an und filmt in Monaco vor den Umkleidewagen der Fahrer.
- UAE Team Emirates reicht eine formelle Anfrage bei der Rennorganisation bezüglich des Verhaltens im Fahrerlager ein.
- Unipublic gibt bekannt, dass Jons die Teamerlaubnis einholen muss, bevor sie mit Fahrern spricht.
Team-Beschwerden und Medienreaktion
Das Filmmaterial aus dem Fahrerlager verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und veranlasste Pogačars Team, UAE Team Emirates, zu einer offiziellen Reaktion. Das Team kontaktierte die Rennorganisation, um seine Unzufriedenheit über das Verhalten auszudrücken, und fragte, ob Jons weiterhin an der Rundfahrt arbeiten werde, und forderte, dass Interviewer vorher mit der Kommunikationsabteilung des Teams abstimmen. Das Team stellte fest, dass das Verhalten ein unprofessionelles Bild des Rennens vermittle.
Auch spezialisierte Radsportjournalisten äußerten starken Widerstand gegen das Übertragungsformat. Laura Meseguer, Radsportreporterin bei Eurosport, veröffentlichte eine öffentliche Stellungnahme zur Einstellung und zur Art der Fragen.
Es ist ein Mangel an Respekt gegenüber uns, gegenüber den weiblichen Fachkräften, die hier arbeiten, und vor allem gegenüber den Radfahrern. Niemand sollte ertragen müssen, wie ein Objekt behandelt zu werden, weder Frauen noch Männer.
RTVE-Radsportkommentator Carlos de Andrés schloss sich Meseguers Aussagen während der Live-Übertragung des Rennens des spanischen öffentlich-rechtlichen Senders an und erklärte, er stimme ihrer Einschätzung der professionellen Standards im Fahrerlager zu.
Operative Einschränkungen für die verbleibenden Etappen
Als Reaktion auf die Beschwerden bestätigte Unipublic, dass Jons für den Rest der Vuelta im Rennproduktionsteam bleiben wird, jedoch mit strengeren Zugangsregeln. Die Organisatoren erklärten, die Inhalte seien als lockere Unterhaltung und nicht als technischer Journalismus gedacht, räumten jedoch ein, dass die Grenzen der Teams gewahrt werden müssten.
- 3.2 Mio.
- TikTok
- 2.9 Mio.
Nach den neuen Regeln ist es Jons strengstens untersagt, Radfahrer ohne vorherige schriftliche Genehmigung der jeweiligen Teamkommunikationsabteilungen anzusprechen oder zu interviewen. Unipublic erklärte, dass sich ihre zukünftigen Übertragungen auf alternative Aspekte der Veranstaltung konzentrieren werden, anstatt auf ungeprüften Zugang zu privaten Fahrerbereichen.

