Regierung · Warschau und Peking

Polens Botschafter in China, Jakub Kumoch, tritt zurück, während sich der Streit um das Verfassungsgericht zuspitzt

Jakub Kumoch gab auf X bekannt, dass er zurückgetreten sei und um seine Abberufung gebeten habe – am selben Tag, an dem die Polizei am Gebäude des Verfassungsgerichts in Warschau einschritt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Nasz Dziennik, polsatnews.pl, naTemat.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau, Peking · Polen, China

Der Rücktritt

Jakub Kumoch, seit September 2023 Polens Botschafter in China mit Sitz in Peking, gab am Freitag, dem 30. Oktober 2026, bekannt, dass er zurückgetreten sei und um seine Abberufung gebeten habe. Seine Entscheidung veröffentlichte er auf X. Der damalige Präsident Andrzej Duda hatte ihn auf den Posten berufen.

„Angesichts der Ereignisse im Land bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es mir nicht länger möglich ist, weiter als Botschafter der Republik Polen zu dienen.“

Jakub Kumoch, Polens Botschafter in China mit Sitz in Peking

Kumoch nannte nicht, welche Ereignisse den Ausschlag für seine Entscheidung gaben. Die Erklärung fiel auf denselben Tag wie eine scharfe Zuspitzung des Streits um die Führung des Verfassungsgerichts. Keine Quelle bestätigt, dass der Rücktritt angenommen wurde oder wann er wirksam werden soll.

Polizeieinsatz und Immunitätsanträge

Am 30. Oktober wurden Polizeikräfte am Gebäude des Verfassungsgerichts in Warschau eingesetzt. Die Warschauer Stadtpolizei (Komenda Stołeczna Policji) erklärte, der Einsatz sei auf Informationen eines Richters des Gerichts über mögliche Gefahren für Leben oder Gesundheit von Richtern und Mitarbeitern sowie über die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung zurückgegangen. Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek kündigte an, dass fünf Anträge auf Aufhebung der Immunität an das Gericht übermittelt worden seien. Vier betreffen den Präsidenten des Gerichts, Bogdan Święczkowski, der fünfte seinen Stellvertreter Bartłomiej Sochański. Die Anträge umfassen 224 Seiten und kommen mit 50 Bänden Verfahrensakten. Laut Żurek sichert die Polizei das Gelände des Gerichts, im Gebäude selbst seien keine Beamten.

Anträge auf Aufhebung der Immunität beim Verfassungsgericht, nach PersonAnträge
Bogdan Święczkowski
4 Anträge
Bartłomiej Sochański
1 Anträge

Daten aus dem Artikeltext

Streit darüber, wer das Gericht führt

Eine am 30. Oktober auf der Website des Verfassungsgerichts veröffentlichte Mitteilung besagte, Święczkowski und Sochański seien angewiesen worden, ihre Amtsgeschäfte auszusetzen. Laut Żurek erließ Richterin Anna Korwin-Piotrowska diese Anweisung. Unter Berufung auf Informationen, die das Gericht der PAP gab, sollte die Leitung des Gerichts demnach von Korwin-Piotrowska übernommen werden – eine Darstellung, die Maciej Taborowski, Magdalena Bentkowska und Maciej Berek zugeschrieben wird. Der offizielle X-Account des Gerichts entgegnete, die eigene Website sei rechtswidrig übernommen worden, Święczkowski bleibe Präsident und Korwin-Piotrowska sei keine Richterin des Verfassungsgerichts.

Reaktionen

Präsident Karol Nawrocki unterbrach eine Reise in den Senegal und kehrte nach Polen zurück. Die Proteste vor dem Gebäude des Verfassungsgerichts wuchsen, Polizeibeamte waren dort postiert. Auch Politiker der Opposition erschienen vor dem Gebäude. Marcin Przydacz, Leiter des Internationalen Politikbüros des Präsidenten, schrieb auf X und brachte Kumochs Rücktritt mit dem, was er als Rechtsbruch der Regierung von D. Tusk und als gewaltsamen Angriff auf das Verfassungsgericht bezeichnete, in Verbindung.

Wer Kumoch ist

Laut der offiziellen Biografie auf der Website der Botschaft ist Kumoch Orientalist und Politikwissenschaftler. Er studierte an der Universität Warschau und promovierte 2015 an der Jagiellonen-Universität in den Sozialwissenschaften. Von 2016 bis 2020 war er Botschafter in der Schweiz und in Liechtenstein, von 2020 bis 2021 leitete er die polnische Vertretung in der Türkei. Von 2021 bis 2023 war er Staatssekretär und Leiter des Internationalen Politikbüros in der Kanzlei des Präsidenten. Zuvor arbeitete er als Analyst am Zentrum für Oststudien und am Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten, war PAP-Korrespondent in Russland und schrieb für die Tageszeitung Dziennik.

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