Sachsen plant Kürzung der Radwegförderung auf 1,3 % des Straßenbauetats, Rückgang von 7,4 % im Jahr 2024, warnt ADFC
Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) will den Anteil des Radverkehrs an den Straßenbaumitteln bis 2028 auf 1,3 % senken – ein Rückgang um über 6 Prozentpunkte gegenüber 2024, was scharfe Kritik des ADFC auslöst.
Die geplanten Kürzungen
Der Haushaltsentwurf Sachsens für 2027/2028 sieht 4,3 Millionen Euro für den Radwegebau vor – eine Reduzierung um 2,4 Millionen Euro im Vergleich zum aktuellen Doppelhaushalt. Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) beabsichtigt, den Anteil des Radverkehrs an den gesamten Straßenbauausgaben bis 2028 auf 1,3 % zu schrumpfen, gegenüber 7,4 % im Jahr 2024. Das Ministerium erklärte, die verbleibenden Mittel sollten gezielt zum Schließen von Lücken im überörtlichen Radwegenetz eingesetzt werden.
- 2024
- 7.4 %
- 2028 (geplant)
- 1.3 %
Reaktion des ADFC
Der ADFC Sachsen kritisierte die geplanten Kürzungen scharf und warnte, dass sie den Radwegebau zum Erliegen bringen würden.
Mit den geplanten Kürzungen droht der Radwegebau in Sachsen zum Erliegen zu kommen.
Der Radfahrerclub fordert vom Landtag ein Vielfaches der vorgeschlagenen Mittel. Der ADFC argumentiert, dass der drastische Rückgang von 7,4 % auf 1,3 % der Straßenbaumittel jahrelange Fortschritte beim Ausbau der Radinfrastruktur untergräbt.
- 2025/2026
- 6.7 Millionen Euro
- 2027/2028
- 4.3 Millionen Euro
## Haushaltsentwicklung Der aktuelle Doppelhaushalt für die Jahre 2025 und 2026 sah 6,7 Millionen Euro für Radwege vor. Der Entwurf für den folgenden Zweijahreszeitraum kürzt diese Summe auf 4,3 Millionen Euro. Das Ministerium hat die Gründe für die Kürzung nicht öffentlich dargelegt, doch der ADFC sieht darin eine Umkehr des Engagements des Landes für nachhaltige Verkehrsmittel.
Politischer Kontext
Der Haushaltsentwurf geht nun an den Landtag, wo der ADFC hofft, dass die Abgeordneten die Mittel wiederherstellen oder erhöhen. Das sächsische Radwegenetz war in den letzten Jahren ein Schwerpunkt der Infrastrukturpolitik; das Land strebt die Schließung von Lücken im überörtlichen Netz an. Die Intervention des ADFC erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere deutsche Bundesländer angesichts angespannter Haushaltslagen ihre Verkehrsausgaben überprüfen.


