Sicherheit · Frankfurt am Main
Krawalle in Frankfurt: 54 Festnahmen, mehr als 100 verletzte Polizisten, fünf Geschäfte geplündert
Nach Ausschreitungen und Plünderungen in der Nacht zum Samstag, 31. Oktober, hat die Polizei in Frankfurt am Main 54 Menschen festgenommen. Zuvor war eine überwiegend friedliche Jugenddemonstration zu Ende gegangen. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 17 Geschäfte beschädigt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ZEIT ONLINE, tagesschau.de, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Polizei nahm 54 Menschen im Alter von 13 bis 29 Jahren fest, nach Angaben von Innenminister Roman Poseck überwiegend deutsche Staatsangehörige. Randalierer beschädigten 17 Geschäfte und plünderten fünf, darunter ein Waffengeschäft.
Poseck zufolge wurden mehr als 100 Polizisten verletzt, während bis zu 1.300 im Einsatz waren. Einem Beamten wurden die Zähne ausgeschlagen, nachdem ihn ein Stein ins Gesicht getroffen hatte.
Eine kleinere Gruppe wurde zum Ende der Demonstration hin gewalttätig, während die späteren Ausschreitungen auf der Zeil einer anderen Gruppe zugerechnet werden. Die Polizei schätzt insgesamt 1.000 bis 1.500 gewalttätige Störer.
Der Handelsverband Hessen will schnelle Hilfe für die betroffenen Ladeninhaber. Ministerpräsident Boris Rhein sagte schnelle, unbürokratische Unterstützung der hessischen Landesregierung zu.
- Samstagabend, 31. OktoberDie Demonstration wird aufgelöst, in der Innenstadt beginnen Auseinandersetzungen mit der Polizei
- Späte Nacht, 31. OktoberDie Ausschreitungen breiten sich entlang der Zeil und durch die Innenstadt aus, Geschäfte werden zerstört und geplündert
- Sonntagmittag, 1. NovemberPolizei, Innenministerium und Stadtvertreter legen auf einer Pressekonferenz eine erste Bilanz vor
Was geschah
In der Nacht von Samstag, 31. Oktober, auf Sonntag, 1. November, kam es in Frankfurt am Main nach der Auflösung einer Demonstration zu Ausschreitungen und Plünderungen. Nach Polizeiangaben wurden 17 Geschäfte beschädigt und fünf geplündert, darunter ein Waffengeschäft, in dem Beamte später gestohlene Schreckschusspistolen sicherstellten und Spezialkräfte das Objekt bewachten. Auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte wurden angegriffen, die Gewalt zog sich bis tief in die Nacht. Zeitweise waren bis zu 1.300 Beamte im Einsatz, Innenminister Roman Poseck zufolge wurden mehr als 100 von ihnen verletzt, einer davon schwer, nachdem ihn ein Stein ins Gesicht getroffen und ihm die Zähne ausgeschlagen hatte.
Erkenntnisse der Polizei
Die Polizei teilt die Nacht in zwei Gruppen auf. Nach Angaben des Einsatzleiters Erik Hessenmüller wurde eine kleinere Gruppe zum Ende der Demonstration hin gewalttätig, während die späteren Ausschreitungen auf der Zeil und in der übrigen Innenstadt einer anderen Gruppe zugerechnet werden. Die Polizei schätzt, dass sie es mit 1.000 bis 1.500 gewalttätigen Störern zu tun hatte. Polizeipräsident Stefan Müller sagte, die jungen Männer, die sich am Wochenende regelmäßig in der Innenstadt versammelten, seien den Beamten bereits bekannt gewesen und als „erlebnisorientiert“ eingestuft worden, bis der Samstag gezeigt habe, dass sie auch gewalttätig werden könnten. Bei den meisten Randalierern sehen die Beamten kein erkennbares politisches Motiv.
Poseck beschrieb die Haupttätergruppe in klaren Worten.
„Diese Tätergruppe war überwiegend migrationsgeprägt. Damit müssen wir uns auch auseinandersetzen.“
Die Polizei verzeichnete 54 Festnahmen von Menschen im Alter von 13 bis 29 Jahren, die Poseck zufolge überwiegend deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Hessen sowie in Zweibrücken und Recklinghausen sind. In der Polizeibilanz sind zudem 87 Strafanzeigen, 366 Personenkontrollen und 1.225 Platzverweise aufgeführt. Die Beamten hoffen, anhand von Videoaufnahmen weitere Tatverdächtige zu identifizieren.
- Festnahmen
- 54
- Strafanzeigen
- 87
- Personenkontrollen
- 366
- Platzverweise
- 1225
Daten aus dem Artikeltext
Politische Reaktionen
Am Samstag, 31. Oktober, hatten Tausende junge Menschen in mehreren deutschen Städten für bessere Bildung, niedrigere Lebenskosten und die Abschaffung der Wehrpflicht demonstriert. Der Frankfurter Zug stand unter dem Motto „Gen Z regelt“. Poseck sagte, die Lage sei sehr schwierig gewesen, und die Polizei habe in dieser Nacht einen langen Kampf gewonnen; zugleich warnte er vor dem Ausmaß der Gewalt.
„Wir haben teilweise völlig enthemmte Gewalt gesehen, insbesondere auch gegen unsere Polizei.“
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sagte schnelle und unbürokratische Hilfe der Landesregierung zu und erklärte, die Behörden seien bereits im Gespräch mit dem Handelsverband. Die Angriffe auf Geschäfte und kleine Betriebe seien für manche Händler existenzbedrohend.
„Wir lassen die Betroffenen nicht im Stich.“
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef kündigte für Montag, 2. November, ein Treffen mit dem Handelsverband an, um Vertrauen wiederherzustellen, und forderte schnelle Urteile gegen die Täter.
Händler und nächste Schritte
Der Handelsverband Hessen verlangte schnelle Hilfe für die betroffenen Ladeninhaber und eine sorgfältige Prüfung der Schäden. Der Verband beharrte darauf, die friedliche Demonstration von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und jungen Menschen von der späteren Gewalt zu trennen, die nicht mehr überwiegend von politischem Protest getragen gewesen sei, sondern von einer geradezu rauschhaften Lust an Randale und Zerstörung. Die Polizei will anhand von Videomaterial nach weiteren Tatverdächtigen suchen. Poseck sagte, die Behörden in Hessen würden gewalttätige junge Menschen mit Migrationshintergrund stärker in den Blick nehmen, und nannte die Nacht einen Auslöser für ein härteres Vorgehen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ZEIT ONLINEPlünderungen in Frankfurt: Über 100 verletzte Polizisten, 54 Festnahmen
- tagesschau.dePolizei zieht Bilanz zu Krawallen in Frankfurt
- tagesschau.deHessen: Krawalle in Frankfurt: Die Verlierer sind die friedlichen Demonstranten - ein Kommentar
- Süddeutsche ZeitungNach Krawallen - Händlern soll rasch geholfen werden
- Roman Poseck
- Hessischer Innenminister (CDU), der die Polizeibilanz und die Verletztenzahlen vorstellte
- Boris Rhein
- Ministerpräsident von Hessen (CDU), der den betroffenen Händlern schnelle Hilfe zusagte
- Mike Josef
- Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, der ein Treffen mit dem Handelsverband ankündigte
- Stefan Müller
- Polizeipräsident, der sagte, die in der Innenstadt versammelten Gruppen seien der Polizei bereits bekannt gewesen
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