
Rumänien stellt türkische Korvette in Dienst – Dan und Erdoğan einigen sich auf Verlegung des NATO-Schwarzmeer-Zentrums
Präsident Nicușor Dan und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan nahmen am Samstag in Istanbul an der Flaggenhissungszeremonie für die neue rumänische Korvette teil und besprachen anschließend die Verlegung des NATO-Schwarzmeer-Zentrums nach Constanța ab 2028 sowie den Schutz der Offshore-Gasinfrastruktur.
Neue Korvette in Dienst gestellt
Am 20. Juni fand auf der Istanbuler Werft unter Anwesenheit des rumänischen Präsidenten Nicușor Dan, Verteidigungsminister Radu Miruță und Generalstabschef Gheorghiță Vlad die Zeremonie statt, bei der die Korvette „Contraamiral August Roman“ die rumänische Flagge erhielt. Das in der Türkei gebaute Schiff der HISAR-Klasse ist Teil des Modernisierungsprogramms der rumänischen Seestreitkräfte. Es ist rund 99,56 Meter lang, kann 21 Tage ohne Hafenaufenthalt operieren und Hubschrauber sowie Drohnen an Bord nehmen. Der Basisvertrag beläuft sich auf 223 Millionen Euro (ohne MwSt.) und umfasst Besatzungstraining und logistische Unterstützung; weitere 42 Millionen Euro sind für die Ausrüstung mit Schiffsabwehrraketen, U-Boot-Abwehrtorpedos und Flugabwehrraketen vorgesehen.
Dies ist ein wichtiger Moment in der Entwicklung und Modernisierung der rumänischen Seestreitkräfte, die Korvette 'Contraamiral August Roman' in Dienst zu stellen.
Die mit Rumänien unterzeichnete Beschaffungsvereinbarung ist die erste ihrer Art in der türkischen Geschichte, und es ist auch das erste Mal, dass ein Land ein Marineprodukt unter dem NATO-Schirm exportiert.
- Basis-Schiff (ohne MwSt.)
- 223 Mio. €
- Waffensysteme
- 42 Mio. €
Strategische Sicherheitsgespräche
Nach der Zeremonie führten Dan und Erdoğan Gespräche mit Schwerpunkt auf regionaler Sicherheit, Vorbereitung des NATO-Gipfels in Ankara (7.–8. Juli) und wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Dan betonte die Notwendigkeit, die Partnerschaft auf die U-Boot-Infrastruktur im Schwarzen Meer auszuweiten, einschließlich Energie- und Kommunikationskabel, und unterstrich Rumäniens Interesse an der Nutzung von Offshore-Gasreserven. Mit Blick auf das rotierende NATO-Schwarzmeer-Zentrum sagte Dan: „Wir haben über das NATO-Schwarzmeer-Zentrum gesprochen, das sich derzeit in Istanbul befindet und das wir ab 2028 nach Constanța verlegen möchten.“ Die beiden Führungspersönlichkeiten erörterten auch die Schaffung eines europäischen zivilen Sicherheitsknotenpunkts im Schwarzen Meer, der Navigationsinformationen sammeln und die EU mit den Anrainerstaaten verbinden soll, wobei der Türkei eine zentrale Rolle zukommt.
Der Hauptgrund für den Besuch von Präsident Nicușor Dan in der Türkei ist die Vorbereitung des NATO-Gipfels in Ankara, der für Anfang Juli geplant ist und bei dem äußerst wichtige Entscheidungen für das gesamte Nordatlantische Bündnis, insbesondere für die Staaten der Ostflanke einschließlich Rumäniens, getroffen werden.
NATO-Gipfel und Verlegung des Schwarzmeer-Zentrums
Das bilaterale Treffen war Teil der Vorbereitungen auf den NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli. Dan wünschte Erdoğan viel Erfolg für das Ereignis und bestand darauf, dass die auf dem vorherigen Gipfel in Den Haag eingegangenen Verpflichtungen in Ausrüstung umgesetzt werden müssen, nicht nur in finanzielle Zusagen. Er sagte, die gemeinsame Rüstungsproduktion zwischen der Türkei und Rumänien biete wichtige Chancen, und äußerte die Hoffnung, dass der erwartete Besuch Erdoğans in Rumänien diese konkretisieren werde. Ein konkretes Ergebnis war die Absicht, das rotierende NATO-Schwarzmeer-Zentrum ab 2028 von Istanbul nach Constanța zu verlegen. Die beiden Länder vereinbarten zudem, das gemeinsame Minenräumprogramm (zusammen mit Bulgarien) auszuweiten, um die Unterwasser-Gasinfrastruktur zu schützen.
- Das rumänische Parlament genehmigt den Kauf einer leichten Korvette aus der Türkei
- Zeremonie in Istanbul: Die Korvette 'Contraamiral August Roman' erhält die rumänische Flagge und wird in den operativen Dienst gestellt
- NATO-Gipfel beginnt in Ankara (7.–8. Juli) mit Schwerpunkt auf Sicherheit der Ostflanke
- Die Korvette soll in Rumänien eintreffen und der Flotte beitreten
- Das rotierende NATO-Schwarzmeer-Zentrum soll von Istanbul nach Constanța verlegt werden
Politischer Hintergrund
Während seines Aufenthalts in Istanbul wurde Dan auf die innenpolitische Blockade in der Heimat angesprochen, wo der designierte Ministerpräsident Adrian Veștea um parlamentarische Unterstützung ringt. Dan antwortete schlicht, dass Veștea zehn Tage Zeit habe, sein Kabinett zu präsentieren, und dass erst sechs vergangen seien, und fügte hinzu: „Er hat noch ein wenig Zeit.“ Die Bemerkung war kurz und überschattete die Sicherheitsagenda nicht.


