Wahlen · Washington und New York

Demokraten erobern Repräsentantenhaus und Senat bei Zwischenwahlen – Risse in Trumps Lager

Am Wahlabend zeichnete sich ab, dass die Demokraten Repräsentantenhaus und Senat gewinnen, während junge und hispanische Wähler sich wegen der Preise, des Iran-Kriegs und der Einwanderung von Trump abwandten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Il Messaggero, Adnkronos, Fanpage und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Washington, New York · Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. Wahlnacht, gegen 22.15 Uhr Washingtoner ZeitDie Sender sprechen den Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu
  2. Wahlnacht, rund eine Stunde späterPrognosen geben den Demokraten den Senat
  3. Auszählung nach der WahlIn Alaska und Mississippi wird weiter ausgezählt, die demokratischen Kandidaten gelten dort weiterhin als favorisiert

Demokraten erobern Repräsentantenhaus und Senat

Die Fernsehsender sprachen den Demokraten am Wahlabend gegen 22.15 Uhr Washingtoner Zeit die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu, rund eine Stunde später folgten Prognosen, die ihnen auch den Senat gaben. Die Republikaner waren mit 53 der 100 Sitze im Senat angetreten. Die Demokraten gewannen mindestens sieben Sitze in Texas, Ohio, North Carolina, Kansas, Iowa, South Carolina und Maine. In Maine besiegte Troy Jackson Susan Collins, die fast drei Jahrzehnte im Senat gesessen hatte. In Alaska und Mississippi lief die Auszählung noch, dort gelten die demokratischen Kandidaten weiterhin als favorisiert. Die gemeldete Wahlbeteiligung war ein Rekord für eine Zwischenwahl.

In Texas, einem Staat, den Trump 2024 mit fast 14 Punkten Vorsprung gewonnen hatte, besiegte der 37-jährige ehemalige Lehrer James Talarico Ken Paxton im Senatsrennen, und Gina Hinojosa schlug den amtierenden Gouverneur Greg Abbott. Die Demokraten gewannen in Texas erstmals seit 1994 landesweite Wahlen.

Junge und hispanische Wähler wenden sich ab

Rund 70 % der Wähler im Alter von 18 bis 29 Jahren wählten bei den Kongresswahlen einen demokratischen Kandidaten, wie aus einer Analyse des Center for Information and Research on Civic Learning and Engagement an der Tufts University auf Grundlage von Nachwahl-Daten von The Voter Poll hervorgeht. Diese Zahl misst abgegebene Stimmen, nicht Absichten vor der Wahl. Der Wandel erfasste junge Männer, weiße Wähler und Menschen ohne Hochschulabschluss – Gruppen, die 2024 zu Trump geneigt hatten. Auch die Unterstützung für die Demokraten unter hispanischen Wählern stieg im Vergleich zu vor zwei Jahren. Junge Wähler machen etwa ein Zehntel der Wählerschaft aus, ihre Stimmen allein entscheiden also nicht über den Ausgang. Bei Wählern unter 30 lagen die Demokraten 2024 mit 14 Punkten vorn, 2018 waren es 35 Punkte.

Vorsprung der Demokraten bei Wählern unter 30Punkte
2018
35 Punkte
2024
14 Punkte

Daten aus dem Artikeltext

Republikaner wenden sich gegen die eigenen Leute

Das Wall Street Journal nannte Trump den Hauptarchitekten der Niederlage und beschrieb seine zweite Amtszeit als launenhaft und selbstbezogen. Die New York Post, Teil von Rupert Murdochs Mediengruppe, riet dem Präsidenten, in den Spiegel zu schauen, und die Financial Times berichtete, das Murdoch-Imperium scheine sich auf ein Leben nach Trump vorzubereiten. Sean Hannity sagte, der Krieg im Iran habe die Wahl entschieden, und bezifferte das auf 100 %. Trump selbst behauptete, die Wahlen seien manipuliert worden, ohne zu sagen, welche er meinte.

Im Pentagon plant Thomas Massie, ein scheidender republikanischer Kongressabgeordneter aus Kentucky, in der Woche des 9. November 2026 eine Abstimmung über ein Amtsenthebungsverfahren gegen Verteidigungsminister Pete Hegseth voranzutreiben. Massie hat erklärt, er werde die Anträge nur fallen lassen, wenn Hegseth zurücktritt. Trump verteidigt Hegseth und räumt zugleich ein, dass Beschwerden über ihn vorliegen. Trump bezeichnete Hegseth zudem als potenziell sehr populären Senator aus Tennessee, was Spekulationen befeuert, Hegseth könne den Sitz übernehmen, den Marsha Blackburn nach ihrer Wahl zur Gouverneurin geräumt hat.

Gerangel um die Nachfolge

Berichte aus dem Umfeld von „Radio corridor“ brachten Außenminister Marco Rubio an den Rand des Rücktritts, mit dem Ziel zu gehen, bevor die Kosten des Krieges seinen Ambitionen für 2028 schaden. Dementis zu diesen Berichten fielen kategorisch aus. Vizepräsident JD Vance veröffentlichte auf X eine lange Botschaft, in der er den Konflikt als Ursache des Wahldebakels nannte. Konservative Quellen sagen, Vance wolle sich als Anführer einer „neuen Rechten“ präsentieren und enttäuschte Wähler um die ursprünglichen America-First-Versprechen sammeln: keine Auslandskriege, Unterstützung für Familien und harte Grenzen.

Analyse: die Koalition und der Iran-Krieg

Die Analyse des Il Messaggero argumentierte, kraftmeierische Führungsfiguren hätten weltweit an Boden verloren, und verwies auf Bolsonaro in Brasilien, Vucic in Serbien und Orban in Ungarn; Netanyahu habe in Israel weder verloren noch gewonnen. Kommentatoren nannten weithin Spritpreise von über vier Dollar pro Gallone als Hauptauslöser. Il Giornale argumentierte, Trump habe einen Teil einer Koalition aus jacksonianischen Nationalisten und jeffersonschen Fiskalkonservativen verloren, die von der unfertigen Grenzmauer, den nicht eingelösten Versprechen zu FBI und Abschiebungen und der Iran-Intervention enttäuscht seien, während die Epstein-Akten erst veröffentlicht wurden, nachdem der Kongress ihre Herausgabe per Gesetz erzwungen hatte. Paolo Crepet bot gegenüber Adnkronos eine psychologische Deutung an.

„Er wird nie zugeben, verloren zu haben, weil er überzeugt ist, dass die Zwischenwahl ihm keinen echten Schlag versetzt hat.“

Paolo Crepet

Crepet sagte zudem, der engste Kreis des Präsidenten werde sich so bald kaum ändern.

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