Makroökonomie · Berlin und Wiesbaden
Deutsche Kommunalschulden erreichen 378,9 Milliarden Euro – plus 9,9 Prozent im Jahr 2025
Hessen trägt mit 6.763 Euro pro Kopf die höchste kommunale Verschuldung, Niedersachsen verzeichnet mit 13,3 Prozent den stärksten Anstieg. Kern- und Extrahaushalte wiesen das zweite Jahr in Folge ein Defizit auf Rekordniveau aus.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Norddeutscher Rundfunk, Süddeutsche Zeitung, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Gemeinden und Gemeindeverbände waren zum Ende des Jahres 2025 mit 378,9 Milliarden Euro verschuldet, das sind 4.907 Euro pro Kopf, nach einem Anstieg um 9,9 Prozent gegenüber 6,3 Prozent im Vorjahr.
Die Kernhaushalte steigerten ihre Schulden um 15,5 Prozent, die Extrahaushalte um 14,7 Prozent; beide verzeichneten das zweite Jahr in Folge ein Defizit auf Rekordniveau, während die Beteiligungen um 4,5 Prozent wuchsen.
Hessens Gemeinden schuldeten 6.763 Euro pro Kopf, vor dem Saarland mit 6.408 Euro. Hessens Gesamtsumme belief sich auf 42,5 Milliarden Euro, 7,4 Prozent mehr als 2024.
Die integrierten Schulden stiegen in Niedersachsen um 13,3 Prozent und in Baden-Württemberg um 13,1 Prozent, während das Saarland 2,3 Prozent und Thüringen 2,9 Prozent verzeichneten.
Gesamtbild
Zum Ende des Jahres 2025 waren die deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände mit 378,9 Milliarden Euro verschuldet – ein neuer Höchststand, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag, 29. Oktober, mitteilte. Einschließlich der Schulden aus Kernhaushalten, Extrahaushalten sowie öffentlichen Beteiligungen an Fonds, Einrichtungen und Unternehmen entspricht das 4.907 Euro pro Kopf. Die integrierte kommunale Verschuldung wuchs 2025 um 9,9 Prozent und damit schneller als die 6,3 Prozent des Vorjahres. Das Amt führt den Anstieg vor allem auf Kern- und Extrahaushalte zurück, deren Schulden um 15,5 Prozent beziehungsweise 14,7 Prozent stiegen – wie schon im Vorjahr. Beide Haushalte verzeichneten das zweite Jahr in Folge ein Defizit auf Rekordniveau, während die Schulden der Beteiligungen um 4,5 Prozent zunahmen.
Kern- und ausgegliederte Haushalte
Die integrierte Zahl geht über die Kernhaushalte hinaus und addiert die Schulden der Extrahaushalte sowie der öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen die Gemeinden direkt oder indirekt beteiligt sind. Die Berichte schätzen, dass ein Kernhaushalt nur etwa die Hälfte der wirtschaftlichen Ausgaben einer Gemeinde abbildet. Der Rest liegt bei diesen ausgelagerten Einheiten, weshalb die integrierte Zahl das umfassendere Maß ist. Das Wachstum bei Kern- und Extrahaushalten treibt daher die bundesweite Gesamtrate.
Regionales Ranking
Die Gemeinden in Hessen trugen zum Ende des Jahres 2025 mit 6.763 Euro pro Kopf die höchste Schuldenlast und lösten das Saarland mit 6.408 Euro ab, das zum Ende des Jahres 2023 an der Spitze gelegen hatte.
- Hessen
- 6763 Euro
- Saarland
- 6408 Euro
- Thüringen
- 3692 Euro
- Sachsen
- 3338 Euro
- Brandenburg
- 2733 Euro
Daten aus dem Artikeltext
Die gesamte kommunale Verschuldung Hessens belief sich nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts auf 42,5 Milliarden Euro, 7,4 Prozent mehr als 2024. Davon waren 58,5 Prozent oder 24,8 Milliarden Euro in ausgegliederten Einheiten wie Energieversorgung und Gebäudemanagement verbucht. Innerhalb Hessens lag die höchste integrierte Pro-Kopf-Verschuldung bei 21.089 Euro, während Biebergemünd im Main-Kinzig-Kreis mit 56 Euro die niedrigste aufwies. Am anderen Ende der bundesweiten Rangliste lag Brandenburg mit 2.733 Euro pro Kopf, gefolgt von Sachsen mit 3.338 Euro und Thüringen mit 3.692 Euro.
Anstieg nach Bundesländern
Den stärksten Zuwachs der integrierten Schulden verzeichnete Niedersachsen mit 13,3 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg mit 13,1 Prozent. Niedersachsens Gemeinden schulden mehr als 41,4 Milliarden Euro, was 5.180 Euro pro Kopf entspricht.
- Niedersachsen
- 13.3 %
- Baden-Württemberg
- 13.1 %
- Thüringen
- 2.9 %
- Saarland
- 2.3 %
Daten aus dem Artikeltext
Die geringsten Zuwächse gab es im Saarland mit 2,3 Prozent und in Thüringen mit 2,9 Prozent. In jedem Bundesland wurden Steigerungen verzeichnet. Im Saarland übernahm das Land im Rahmen des „Saarlandpakts“ weitere kommunale Kredite, während Thüringen das einzige Bundesland war, in dem die Schulden der Kernhaushalte sanken.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Norddeutscher RundfunkKommunale Schulden auf Rekordhoch: Niedersachsen mit größtem Anstieg und teurer Pro-Kopf-Bilanz
- Süddeutsche ZeitungHessens Kommunen: Bundesweit höchste Pro-Kopf-Verschuldung
- N-tvHessen: Hessens Kommunen: Bundesweit höchste Pro-Kopf-Verschuldung
- N-tv4907 Euro pro Kopf: Schulden deutscher Kommunen steigen immer schneller
- Orte
- Berlin, Deutschland, Wiesbaden, Hessen
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen