Regierung · Berlin und Parchim
Bas' Arbeitszeitentwurf knüpft Lockerung an Tarifverträge – Koalitionsstreit
Ein Arbeitsrechtsentwurf von Ministerin Bärbel Bas würde flexible Wochenarbeitszeiten nur für Unternehmen mit Tarifvertrag erlauben. Das stößt auf scharfe Kritik von Arbeitgeberverbänden und dem Koalitionspartner CDU/CSU, die einen Bruch des Regierungspakts beklagen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, RP Online, Frankfurter Allgemeine und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Entwurf erlaubt wöchentliche statt täglicher Höchstarbeitszeit nur in Unternehmen mit Tarifvertrag und schließt damit rund die Hälfte der deutschen Erwerbstätigen aus.
Jedes Unternehmen, das auf das Wochenmodell umstellt, müsste Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags elektronisch erfassen.
Wirtschaftsverbände und CDU/CSU-Politiker werfen dem Entwurf vor, den Koalitionsvertrag zu brechen, der eine breite Liberalisierung des Achtstundentags versprach.
Das Arbeitsministerium erklärte, der Entwurf sei noch nicht an andere Ministerien versandt worden und befinde sich in interner Prüfung; Ministerin Bas hatte zuvor Zurückhaltung bei einer Gesetzesänderung signalisiert.
Was der Entwurf vorsieht
Arbeitgeber und Gewerkschaften könnten künftig eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit vereinbaren, jedoch nur in tarifgebundenen Betrieben. Laut dem 21-seitigen Papier aus dem Arbeitsministerium wäre rund die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland ausgeschlossen. Jedes Unternehmen, das die neuen Regeln nutzen will, müsste zudem eine elektronische Erfassung von Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags einführen.
Reaktionen aus der Wirtschaft
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte, den Entwurf zurückzuziehen und komplett zu überarbeiten.
„Dieser Entwurf muss zurückgezogen und vollständig überarbeitet werden. Er widerspricht eklatant dem Koalitionsvertrag.“
Koalitionspartner empört
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte, das Papier könne nicht Grundlage weiterer Koalitionsarbeit sein.
„Der kursierende Entwurf entspricht nicht der Vereinbarung zur Arbeitszeitflexibilisierung im Koalitionsvertrag und kann daher keine Grundlage für die weitere Koalitionsarbeit sein.“
Politischer Kontext in Mecklenburg-Vorpommern
Bei einer Podiumsdiskussion in Parchim betonte der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters, das tourismusgeprägte Land müsse aus starren Tageshöchstarbeitszeiten ausbrechen. Die SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beklagte, dass die Länder bei diesem sensiblen Thema nicht angehört worden seien. Der Linken-Sprecher Torsten Koplin bezeichnete das Wochenarbeitszeitmodell als Generalangriff auf soziale Errungenschaften, darunter die Lebensarbeitszeit.
Status des Entwurfs
Das Arbeitsministerium bezeichnete das Dokument als interne Arbeitsfassung, die noch nicht an andere Ressorts zur Ressortabstimmung versandt wurde. Ministerin Bas hatte Anfang Juni öffentlich erklärt, sie lehne jede Ausweitung der Arbeitszeit über den Achtstundentag hinaus ab und wolle Ausnahmen an die Zustimmung von Gewerkschaft und Betriebsrat binden. Der Entwurf spiegelt diese Positionen wider und bringt sie in Konflikt mit dem Koalitionsvertrag, den ihre eigene Partei mit der CDU/CSU unterzeichnet hat.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- N-tvMecklenburg-Vorpommern: Reformentwurf zum Achtstundentag stößt in MV auf Kritik
- RP OnlineKrach um Bas-Entwurf zur Wochenarbeitszeit: "Versprochen war Flexibilität, geliefert wird die Stechuhr
- Frankfurter AllgemeineLässt Bas die Reform der Arbeitszeitregeln platzen?
- tagesschau.deEntwurf für Arbeitszeitgesetz sorgt für scharfe Kritik
- Bärbel Bas
- SPD-Arbeitsministerin, Verfasserin des Entwurfs
- Carsten Linnemann
- CDU-Generalsekretär, Kritiker des Entwurfs
- Gitta Connemann
- Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) und parlamentarische Staatssekretärin für Wirtschaft
- Rainer Dulger
- Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
- Oliver Zander
- Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall
- Manuela Schwesig
- SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, kritisierte fehlende Bund-Länder-Konsultation
- Daniel Peters
- CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern
- Torsten Koplin
- Finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern
- Orte
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