
Klopp bestätigt Verhandlungen über Trainerposten der deutschen Nationalmannschaft nach Rücktritt von Nagelsmann nach WM-Aus
Jürgen Klopp hat bestätigt, dass er in Verhandlungen steht, um der nächste Bundestrainer zu werden – nur Stunden nachdem Julian Nagelsmann nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Achtelfinale der Weltmeisterschaft zurückgetreten ist.
WM-Aus
Die WM-Kampagne 2026 Deutschlands endete am 29. Juni im Achtelfinale, als man nach einem 1:1-Unentschieden im Boston Stadium gegen Paraguay im Elfmeterschießen verlor. Es war die dritte Männer-WM in Folge, bei der Deutschland nicht das Achtelfinale erreichte, und die Mannschaft hat seit dem Finale 2014 gegen Argentinien kein K.o.-Spiel mehr gewonnen. Die Niederlage folgte auf eine ungleichmäßige Gruppenphase: Einem 7:1-Sieg über Curaçao folgten wenig überzeugende Leistungen gegen die Elfenbeinküste und eine Niederlage gegen Ecuador.
Nagelsmann tritt zurück
Julian Nagelsmann erklärte zunächst, er sei bereit, seinen bis 2028 laufenden Vertrag zu erfüllen, trat jedoch am 3. Juli nach einem dreistündigen Treffen mit DFB-Funktionären zurück. In einer Erklärung sagte der 38-Jährige: „Nach einer so bitteren Enttäuschung verdient die Mannschaft die Chance auf einen Neuanfang.“ DFB-Präsident Bernd Neuendorf dankte Nagelsmann für seine Arbeit seit September 2023 und würdigte sein Engagement und seinen Ehrgeiz. Nagelsmann hatte Deutschland ins Viertelfinale der EM 2024 geführt, doch das frühe WM-Aus erwies sich als entscheidend.
Klopp bestätigt Gespräche
Stunden nach Nagelsmanns Abgang gab der DFB bekannt, dass man Gespräche mit Jürgen Klopp suchen werde, und erklärte, der ehemalige Liverpool-Trainer habe „seine grundsätzliche Bereitschaft“ signalisiert, den Posten zu übernehmen. Klopp, der aus New York bei Magenta TV sprach, bestätigte die Kontaktaufnahme. „Vor etwa zwei Jahren habe ich bei Liverpool aufgehört und gesagt, dass mir die Energie für einen weiteren Job fehlt. Seitdem habe ich mich mehr als erholt, ich bin bereit“, sagte er. Der 59-Jährige ist derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull, eine Rolle, die er seit Ende 2024 innehat. Er räumte ein, dass sein Vertrag einen schnellen Wechsel erschwert. „Ich habe einen bestehenden Vertrag mit Red Bull. Ich halte gerne Verträge ein. Aber ich bin an Gesprächen interessiert. Es werden intensive Gespräche sein müssen“, so Klopp, und fügte hinzu, dass er mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff sprechen müsse, um sicherzustellen, dass das Unternehmen „sauber daraus hervorgeht“. Berichten zufolge enthält sein Vertrag eine Klausel, die ihm einen Wechsel zum DFB erlaubt.
- Deutschland verliert im Elfmeterschießen gegen Paraguay im WM-Achtelfinale
- Julian Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück
- DFB kündigt Gespräche mit Jürgen Klopp an; Klopp bestätigt Bereitschaft
Tieferliegende Probleme
Klopp betonte, dass Nagelsmann nicht für die tieferliegende Misere des deutschen Fußballs verantwortlich sei. „Der deutsche Fußball steht offensichtlich an einem Wendepunkt. Jetzt müssen wir die Dinge grundlegend ändern“, sagte er. Die New York Times berichtete von internen Unstimmigkeiten im Kader, darunter Beschwerden über Familienreiseplanungen, Kakerlaken im Teamhotel und Langeweile. Die ehemaligen Spieler Lothar Matthäus und Dietmar Hamann kritisierten öffentlich das Teammanagement und die Spielersichtung. Klopps eigene Rolle als Experte während des Turniers erhöhte den Druck: Er sorgte für Aufsehen, als er bei der Diskussion über Nagelsmanns Aufstellungen „vorerst“ sagte, und entschuldigte sich später.
Wie es weitergeht
Sollte eine Einigung erzielt werden, steht Klopp vor der Aufgabe, eine Nationalmannschaft wiederzubeleben, die seit einem Jahrzehnt unter ihren Möglichkeiten spielt. Er sagte, der nächste Trainer müsse das Ziel haben, die EM 2028 zu gewinnen, räumte aber ein, dass Deutschland zunächst seine Identität wiederfinden müsse. „Wir waren das Fußball-Deutschland. Um diese Stärke wiederzuerlangen, müssen wir wirklich alles geben“, sagte er. Der DFB hat keinen Zeitplan festgelegt, aber die öffentliche Erwartung ist, dass Klopps Ernennung eine Formsache ist.


