
Klopp bestätigt Red-Bull-Einigung, wird Bundestrainer; Mertesacker in DFB-Gesprächen
Jürgen Klopp hat eine 'sehr großzügige' Einigung mit Red Bull erzielt und damit den Weg zum Bundestrainer freigemacht. Per Mertesacker bestätigte ebenfalls Gespräche mit dem DFB über eine Geschäftsführer-Rolle.
Red-Bull-Einigung ebnet den Weg
Jürgen Klopp bestätigte am Sonntagabend, dass er eine "sehr großzügige" Einigung mit Red Bull erzielt hat, womit das letzte große Hindernis für seine Berufung zum Bundestrainer aus dem Weg geräumt ist. In einem Gespräch mit MagentaTV vor dem WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien in East Rutherford sagte Klopp: "Ich habe eine Einigung und einen Vergleich mit Red Bull gefunden, einen sehr, sehr großzügigen Vergleich, wenn man so will." Er fügte hinzu, dass "praktisch nichts im Wege" stehe, betonte jedoch, dass noch kein Vertrag unterschrieben sei. Klopp ist derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull, mit einem Vertrag bis 2029, der keine Ausstiegsklausel enthält. Die Einigung deutet darauf hin, dass Red Bull seinen Weggang nicht blockieren wird.
Ich habe eine Einigung und einen Vergleich mit Red Bull gefunden, einen sehr, sehr großzügigen Vergleich, wenn man so will. Praktisch nichts steht im Weg.
Mertesacker in Gesprächen über DFB-Geschäftsführer-Posten
Während Klopps Ernennung die Schlagzeilen beherrscht, formt der DFB auch seine Führungsstruktur um. Per Mertesacker, der Weltmeister von 2014, bestätigte, dass er sich in Verhandlungen mit dem Verband befindet. Der 41-Jährige gilt als Spitzenkandidat für die Nachfolge von Andreas Rettig, dessen Vertrag als DFB-Geschäftsführer Ende des Jahres ausläuft. Mertesacker sagte dem ZDF: "Man muss dem DFB ein Kompliment machen. Der Kontakt zu mir ist nie abgerissen. In der letzten Woche ist etwas Schwung reingekommen. Wir reden, sozusagen." Er schränkte ein, dass "es noch nichts zu verkünden gibt" und dass die Priorität zunächst darin liege, Klopps Deal abzuschließen. Mertesacker, der acht Jahre lang die Jugendakademie von Arsenal leitete, könnte auch Fachwissen in der Jugendarbeit einbringen, einem Bereich, der derzeit von Hannes Wolf betreut wird. Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, befürwortete Mertesacker und sagte, er habe "große internationale Erfahrung" und "würde es nie fürs Geld machen, sondern weil es ihn reizt, mit seiner Leidenschaft etwas aufzubauen."
Man muss dem DFB ein Kompliment machen. Der Kontakt zu mir ist nie abgerissen. In der letzten Woche ist etwas Schwung reingekommen. Wir reden, sozusagen.
Er hat große internationale Erfahrung als ehemaliger Profi. Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann. Und er würde es nie fürs Geld machen, sondern weil es ihn reizt, etwas aufzubauen und mit seiner Leidenschaft voranzubringen.
Zeitplan und nächste Schritte
Klopp soll einen Vertrag bis 2030 unterschreiben und am Freitag, den 24. Juli, auf dem DFB-Campus in Frankfurt offiziell vorgestellt werden. Die Details sollen nach dem WM-Finale finalisiert werden. Klopp sagte: "Es sollte in den nächsten Tagen passieren. Idealerweise." Sein erstes Spiel als Trainer wird ein Nations-League-Spiel gegen die Niederlande in Amsterdam sein, in weniger als 70 Tagen. Der enge Zeitplan erhöht den Druck auf die Ernennung.
- Klopp bestätigt Einigung mit Red Bull während der WM-Endrunden-Übertragung
- Erwartete Vertragsunterzeichnung und offizielle Vorstellung in Frankfurt
- Erstes Spiel als Bundestrainer gegen die Niederlande in Amsterdam
Klopps Vision und Kritik an Leaks
Während der MagentaTV-Übertragung kritisierte Klopp auch Medienberichte, die den offiziellen Ankündigungen vorausgeeilt waren. "Wenn es soweit ist, können wir das selbst machen und brauchen keine anderen, die ständig zu früh schießen", sagte er. Er räumte ein, dass "nichts endgültig" sei, aber dass "alles in die richtige Richtung geht." In einem separaten Gespräch mit Thomas Müller reflektierte Klopp über die größeren Herausforderungen des deutschen Fußballs und sagte: "Wir machen nur Schlagzeilen, von denen keine den Kern trifft." Er betonte die Notwendigkeit der individuellen Spielerentwicklung und forderte die Spieler auf, sich bei ihren Vereinen durchzusetzen. Müller fügte hinzu, dass der DFB allein die Probleme nicht lösen könne.
Wir machen nur Schlagzeilen, von denen keine den Kern trifft.
Deutschlands WM-Enttäuschung
Klopp übernimmt eine Nationalmannschaft, die drei aufeinanderfolgende enttäuschende Weltmeisterschaften erlebt hat. Das jüngste Aus kam im Achtelfinale gegen Paraguay, das nach einem 3:3-Unentschieden im Elfmeterschießen entschieden wurde. Das frühe Ausscheiden verstärkte die Rufe nach einem Neuanfang, wobei Klopp als die Person gesehen wird, die Deutschlands Geschicke wiederherstellen soll. Rudi Völler bleibt als Sportdirektor im Amt, und das neue Führungstrio aus Klopp, Völler und möglicherweise Mertesacker soll die sportliche Ausrichtung des DFB steuern.


