
Italienische Polizei verhaftet acht Personen bei Kindesmissbrauchsrazzia, 49 Verdächtige in 35 Städten unter Untersuchung
Koordinierte Aktionen der Staatsanwaltschaften in Catania und Neapel zielten auf Telegram-Gruppen und Dark-Web-Netzwerke ab, die sexuelles Kindesmissbrauchsmaterial austauschten. Durchsuchungen in über 30 Städten.
Zwei koordinierte Einsätze
Die italienischen Strafverfolgungsbehörden führten am 8. Juli 2026 zwei Großeinsätze gegen sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern durch. Die Staatsanwaltschaft von Catania gab sieben Festnahmen und 30 Ermittlungsverfahren bekannt, während die Staatsanwaltschaft von Neapel eine Festnahme und 19 Anzeigen meldete. An beiden Einsätzen waren die Postpolizei und das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Online-Kinderpornografie (CNCPO) beteiligt.
Ermittlungen in Catania
Die Operation in Catania, geleitet vom Cybersicherheits-Einsatzzentrum, umfasste über 100 Postpolizisten, die persönliche und Computer-Durchsuchungen in 17 Städten durchführten: Bari, Bozen, Brescia, Catania, Caserta, Catanzaro, Enna, Frosinone, Lodi, Mailand, Nuoro, Pescara, Potenza, Rimini, Turin, Venedig und Verona. Fünf der Festgenommenen wohnen in der Provinz Catania, einer in Frosinone und einer in Potenza. Die Verdächtigen, alle männlich, sind zwischen 19 und 59 Jahre alt und stammen aus verschiedenen sozialen Schichten, darunter Studenten, Arbeitslose, Angestellte, Freiberufler und Arbeiter.
Das bei allen Verdächtigen während der Durchsuchungen sichergestellte und beschlagnahmte Material wird von den Ermittlern zur weiteren Analyse geprüft, um die Beweislage zu erhärten, zusätzliche Beweise gegen noch unbekannte Personen zu sammeln und die jugendlichen Opfer zu identifizieren.
Ermittlungen in Neapel
Die Operation in Neapel ging auf eine Computer-Durchsuchung bei einem Minderjährigen in Caserta im Oktober 2024 zurück. Auf dem Handy des Minderjährigen wurden zahlreiche kinderpornografische Dateien gefunden und die Existenz mehrerer Telegram-Gruppen festgestellt, in denen viele Nutzer Fotos und Videos austauschten. Die Ermittlungen führten zu einem Durchsuchungsbeschluss für 25 Personen, überwiegend gerade volljährig, der am 25. Juni 2026 in den Provinzen Neapel, Caserta, Bari, Matera, Palermo, Cagliari, Mailand, Turin, Mantua, Monza Brianza, Cremona, Triest, Venedig, Bologna, Rom, Perugia, Terni und Frosinone vollstreckt wurde. Die Durchsuchungen bestätigten die Mitgliedschaft der Verdächtigen in den Telegram-Gruppen.
Telegram und Dark Web
Beide Ermittlungen deckten Netzwerke auf, die Telegram zum Handel mit Missbrauchsmaterial nutzten. Die Operation in Catania analysierte zudem die Navigation im Dark Web, mobile Chats und IP-Adressen. Durch verdeckte Arbeit gelang es Spezialisten, mehrere Gruppen zu identifizieren, die sich dem Austausch von Videos mit Kinderpornografie, einschließlich Missbrauch von Kleinkindern, widmeten. Die Identifizierung der Nutzer erforderte umfangreiche Ermittlungsarbeit und die Beschaffung von Daten im Ausland, angeordnet von der Justiz in Ostsizilien.
- Handy-Durchsuchung bei einem Minderjährigen in Caserta deckt Telegram-Gruppen auf, die Kinderpornografie austauschen.
- Staatsanwaltschaft Neapel vollstreckt Durchsuchungen bei 25 Verdächtigen in 18 Provinzen.
- Operation Catania bekannt gegeben: 7 Festnahmen, 30 Ermittlungsverfahren; Details zur Operation Neapel veröffentlicht.
Nächste Schritte
Die beschlagnahmten Geräte enthalten Zehntausende illegaler Dateien. Die Ermittler prüfen nun das Material, um die Beweise zu bestätigen, weitere Täter zu identifizieren und die kindlichen Opfer ausfindig zu machen. Die Einsätze verdeutlichen die anhaltende Herausforderung, dass verschlüsselte Plattformen zur Verbreitung von sexuellem Kindesmissbrauchsmaterial genutzt werden.
- Festnahmen Catania
- 7 Personen
- Ermittlungsverfahren Catania
- 30 Personen
- Festnahmen Neapel
- 1 Personen
- Anzeigen Neapel
- 19 Personen


