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Regierung·vor 6 Tagen

Deutschland erwägt Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge für Kinderlose, um Milliardendefizit zu stopfen

Gesundheitsministerin Nina Warken prüft eine Erhöhung des Zuschlags für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent, wodurch ihr Gesamtbeitrag auf 4,3 Prozent steigen würde. Die gesetzliche Pflegeversicherung steht dieses Jahr vor einem Defizit von über einer Milliarde Euro.

Vorschlag skizziert

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus Koalitionskreisen plant Gesundheitsministerin Nina Warken, den Beitragszuschlag für kinderlose Versicherte um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent anzuheben. Für Kinderlose über 23 Jahre würde der Gesamtbeitragssatz damit auf 4,3 Prozent steigen, inklusive des Arbeitgeberanteils von 1,8 Prozent. Eltern blieben unbelastet: Der Satz bleibt bei 3,6 Prozent für ein Kind, 3,35 Prozent für zwei und 3,1 Prozent für drei oder mehr Kinder. Warkens Ministerium wollte die Details nicht bestätigen und verwies auf einen anstehenden umfassenden Reformplan.

Gesamtbeitragssatz nach Anzahl der Kinder · %
Kinderlos (über 23)
4.3 %
1 Kind
3.6 %
2 Kinder
3.35 %
3 Kinder
3.1 %

Defizitdruck

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, der auch die Pflegekassen beaufsichtigt, hat auf wachsende Finanzlücken hingewiesen und prognostiziert für 2026 ein Defizit von einer Milliarde Euro. Gesundheitsministerin Warken selbst warnte, dass das kumulierte Defizit ohne Reformen in den nächsten zwei Jahren 22,5 Milliarden Euro erreichen würde. DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm beschrieb die Lage drastisch.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ein Notfallpatient, der schnelle Rettungsmaßnahmen braucht.

Storm warnte, dass mehrere Pflegekassen möglicherweise sofortige Finanzhilfen benötigen, um eine Insolvenz zu vermeiden, und dass eine Beitragserhöhung von bis zu 0,2 Prozentpunkten die Versicherten noch in der zweiten Jahreshälfte treffen könnte.

Reformzeitplan und weitere Änderungen

Der Reformentwurf wurde ursprünglich für Mitte Mai erwartet, soll nun aber vor der parlamentarischen Sommerpause vorgelegt werden. Zu den diskutierten Vorschlägen gehören Berichten zufolge Anpassungen der Pflegegrade und Kürzungen der Subventionen für Pflegeheimunterkünfte – Schritte, die zu deutlich höheren Eigenanteilen für die Bewohner führen könnten. Branchenverbände kritisieren die Pläne seit Wochen.

Öffentliche Debatte

Das Thema sorgt für intensive Debatten über Berlin hinaus. In Leserkommentaren auf Focus Online sehen viele den Vorschlag als unzureichenden Flickenteppich für politisches Versagen, während andere ihn als längst überfällig betrachten, um Eltern besser zu entlasten. Es werden auch Zweifel laut, wie „kinderlos“ in der Praxis definiert werden soll.

Berlin

8 Quellen

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