
Russische ballistische Raketen treffen Entbindungsklinik in Kiew nach landesweitem Drohnenangriff
Mindestens zwei Menschen starben und sechs wurden in Kiew verletzt, nachdem drei Wellen ballistischer Raketen die Hauptstadt am frühen 24. September getroffen hatten, im Anschluss an einen Tag mit Drohnenangriffen, bei denen landesweit acht Menschen ums Leben kamen.
Nächtliche Raketenwellen treffen Kiew
Russische Streitkräfte starteten kurz nach 1:00 Uhr Ortszeit am 24. September mindestens 14 ballistische Raketen in drei getrennten Wellen auf Kiew. Die Angriffe lösten Luftalarmsirenen in der gesamten Hauptstadt aus und verursachten Explosionen in mehreren Bezirken. Herabfallende Raketentrümmer beschädigten die Fassade und Fenster einer Entbindungsklinik, töteten eine Person auf dem Parkplatz der Einrichtung und verletzten drei Gesundheitsmitarbeiter. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass bei dem nächtlichen Angriff mindestens zwei Menschen starben und sechs verletzt wurden, während Rettungskräfte nach Personen suchten, die möglicherweise unter den Trümmern eines beschädigten Wohngebäudes eingeschlossen waren. Die örtlichen Behörden meldeten zudem mehrere Brände in der Stadt, während die Luftabwehr mit erschöpften Abfangraketenbeständen zu kämpfen hatte.
Während die Menschen schliefen, erleuchteten Explosionsblitze den Himmel. Wieder einmal waren die Hauptziele der Angriffe Kiew und die zivile Infrastruktur, Wohngebäude, eine Entbindungsklinik sowie Energie- und Logistikinfrastruktur.
- Elf Luftalarme ertönen in Kiew, während Düsendrohnen Infrastruktur und Gewerbeimmobilien treffen
- Angriffe töten einen Schiffskapitän in Odessa und Zivilisten in Donezk, Charkiw und Saporischschja
- Vierzehn ballistische Raketen treffen Kiew in drei Wellen und beschädigen eine Entbindungsklinik
Anhaltende Tagesdrohnenangriffe auf die Hauptstadt
Der nächtliche Raketenbeschuss folgte auf einen Tag mit ununterbrochenen Luftangriffen am 23. September, bei denen in Kiew 11 separate Luftalarme ertönten. Russische Militäreinheiten setzten schnelle, düsengetriebene Kampfdrohnen ein, die für die ukrainische Luftabwehr schwer abzufangen waren. Laut Klitschko töteten die Drohnenangriffe am Mittwoch in Kiew zwei Menschen und verletzten 45 weitere, was gegenüber früheren Zählungen von 22 und 43 im Laufe des Tages anstieg. Die Angriffe beschädigten ein neunstöckiges Gewerbegebäude, ein Bürogebäude, ein Kongresszentrum, eine Pharmafabrik und zwei Tankstellen. Zwei Internetanbieter waren betroffen, nachdem ein Rechenzentrum einen direkten Treffer erlitt, während ein Eisenbahninfrastrukturarbeiter bei einer separaten Explosion verletzt wurde. Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarina Mathernova, stellte fest, dass in Gebäuden in der Nähe der EU-Mission Brände ausbrachen.
Schnelle Warnungen vor Raketen- und Drohnenbedrohungen sind wichtig, sie retten Leben.
Tödliche regionale Angriffe in der Ost- und Südukraine
Russische Angriffe erstreckten sich am 23. September über die östlichen und südlichen Regionen und führten zu Opfern und Infrastrukturschäden. In der östlichen Region Donezk tötete ein Luftangriff mindestens vier Menschen und verletzte vier in der Frontsiedlung Oleksandrivka, wobei ein mehrstöckiges Wohngebäude vollständig zerstört und 11 weitere beschädigt wurden, so Militärgouverneur Vadym Filashkin. In der Schwarzmeerregion Odessa trafen russische Angriffe ein unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrendes Handelsschiff und töteten dessen ukrainischen Kapitän, während wiederholte Angriffe Lagerhäuser mit Lebensmitteln, Medikamenten und Haushaltswaren trafen, erklärte Gouverneur Oleh Kiper. Weitere Todesfälle und Verletzungen gab es in der Region Charkiw, wo eine Person in der Regionalhauptstadt starb und acht in Isjum bei Stromausfällen verletzt wurden, sowie in Saporischschja, wo Beschuss eine Person in Kuschuhum tötete und zwei in einem Einkaufszentrum verletzte.
- Donezk (Oleksandrivka)
- 4 Personen
- Kiew (nächtliche ballistische Angriffe)
- 2 Personen
- Kiew (Tagesdrohnenangriffe)
- 2 Personen
- Charkiw
- 1 Personen
- Odessa (Frachtschiff)
- 1 Personen
- Saporischschja (Kuschuhum)
- 1 Personen
Diplomatischer Druck und Moskaus Militärbehauptungen
Präsident Volodymyr Zelenskyy äußerte sich zu den Angriffen während eines offiziellen Besuchs in den Vereinigten Staaten, wo er sich mit Kongressabgeordneten traf, um ein erweitertes Sanktionspaket gegen Russland zu besprechen. Das Gesetzespaket trägt den Namen des republikanischen Senators Lindsey Graham, der im Juli starb. Selenskyj forderte die westlichen Verbündeten auf, die Lieferungen von Luftabwehrraketen zu beschleunigen, die ballistische Raketen neutralisieren können. In Moskau erklärte das russische Verteidigungsministerium, seine Streitkräfte hätten Drohnenfabriken, Rüstungsbetriebe, militärische Rechenzentren und drei Logistikzentren in Odessa angegriffen.
