
Keigo Higashino, japanischer Krimiautor und Autor von ‚Die Hingabe des verdächtigen X‘, stirbt mit 68
Der Autor von über 100 Werken, darunter das preisgekrönte ‚Die Hingabe des verdächtigen X‘, starb am 23. Juli an Darmkrebs. Seine Beerdigung fand im privaten Kreis statt, gab der Verlag Kodansha am Montag bekannt.
Tod vom Verlag bekanntgegeben
Keigo Higashino starb am 23. Juli 2026 im Alter von 68 Jahren an Darmkrebs, wie sein Verlag Kodansha am Montag, dem 27. Juli, in einer Erklärung mitteilte. Die Beerdigung hatte bereits im privaten Kreis stattgefunden, nur im Beisein der Familie. Die Ankündigung beendete Spekulationen, die am Wochenende im Internet kursiert waren, da Higashinos Tod in den frühen Morgenstunden des 23. Juli auf Wunsch der Familie bis zum Abschluss der Beerdigung geheim gehalten worden war. Die Todesursache wurde erst bekannt gegeben, als Kodansha seine Stellungnahme veröffentlichte. Der Verlag sagte: „Die Geschichten, die er schrieb, werden zweifellos weiterhin unzählige Leser fesseln.“ Higashino war einer der erfolgreichsten und beliebtesten Autoren Japans, mit einem umfangreichen Werk, das fast vier Jahrzehnte umspannte.
Produktive Karriere und Auszeichnungen
Geboren am 4. Februar 1958 in Osaka, studierte Higashino Elektrotechnik an der Präfekturuniversität Osaka und arbeitete als Ingenieur, bevor er seinen literarischen Durchbruch erzielte. Sein Debütroman „Hokago“ (Nach Schulschluss) gewann 1985 den renommierten Edogawa-Ranpo-Preis, was ihn dazu veranlasste, Vollzeitautor zu werden. Später erhielt er den Naoki-Preis für „Die Hingabe des verdächtigen X“ und den Eiji-Yoshikawa-Literaturpreis für „Der letzte Vorhang“ (The Final Curtain), was seinen Ruf festigte. In Frankreich wurde ihm 2010 auf dem Festival Polar de Cognac der Prix du Roman International für „La Maison où je suis mort autrefois“ (Das Haus, in dem ich einst starb) verliehen. Bis 2023 hatte er den Meilenstein von 100 veröffentlichten Werken und 100 Millionen verkauften Exemplaren in Japan erreicht. Kodansha stellte fest, dass er schließlich mehr als 106 Bücher veröffentlichte. Sein Stil, der akribische Handlungsführung mit emotionaler Tiefe verband, wurde mit klassischen Krimiautoren verglichen, während er eine unverwechselbar moderne japanische Stimme entwickelte. Kritiker lobten seine Fähigkeit, menschliches Drama in eng konstruierte Rätsel zu weben.
- Geboren in Osaka, Japan
- Debütroman ‚Hokago‘ gewinnt Edogawa-Ranpo-Preis
- Gewinnt Prix du Roman International beim Festival Polar de Cognac für ‚La Maison où je suis mort autrefois‘
- Erreicht Meilenstein von 100 veröffentlichten Werken und 100 Millionen verkauften Exemplaren in Japan
- Stirbt in den frühen Morgenstunden an Darmkrebs
Weltweite Leserschaft und Adaptionen
Higashinos Werke fanden Leser weit über Japan hinaus. Seine Bücher wurden in Ausgaben in 41 Ländern und Territorien übersetzt, und mehr als 20 seiner Romane wurden für Film und Fernsehen adaptiert. Besonders beliebt war er in China und ganz Asien, wo seine komplexen Handlungen und tief menschlichen Charaktere großen Anklang fanden. In Portugal sind zwei seiner Bücher erhältlich: „A Pequena Loja dos Grandes Milagres“ und „Devoção do Suspeito X“. Seine Galileo-Reihe mit dem Physiker-Detektiv Manabu Yukawa wurde zu einem kulturellen Phänomen, das eine TV-Serie und einen Film hervorbrachte und seine internationale Fangemeinde weiter vergrößerte. Der Meilenstein von 100 Millionen verkauften Exemplaren machte ihn zu einem der meistverkauften japanischen Autoren aller Zeiten.
Fans trauern in sozialen Medien
Die Nachricht von seinem Tod löste in den sozialen Medien eine emotionale Reaktion aus. „Vielen Dank. Die Detective-Galileo-Reihe war die erste Romanreihe, die ich je gekauft habe. Danke, dass du mir das beste Leseerlebnis meines Lebens geschenkt hast“, schrieb ein japanischer Nutzer auf X. Ein anderer schrieb: „Wirklich? Unglaublich, bitte sagt mir jemand, dass das eine Lüge ist.“ Ein dritter sagte: „Seit ich als Teenager anfing, Herrn Higashinos Romane zu lesen, begann mein Leben als Bücherliebhaber. Seine Romane haben mich fasziniert, beeinflusst und eine breite Palette von Emotionen in mir ausgelöst. Sie sind alles Schätze.“ Auch Fans in anderen Ländern teilten Erinnerungen, was seine globale Wirkung widerspiegelt.

