
Katzen als ‚lebende Zünder‘ für Waldbrände in Süditalien eingesetzt, sagen Behörden
Feuerwehrleute in Kalabrien entdeckten Katzen mit brennstoffgetränkten Lumpen an den Schwänzen sowie andere Brandsätze, während an einem einzigen Tag über 160 Brände die Region überwältigten.
Entdeckung in Kalabrien
Brandermittler in Süditalien haben eine besonders grausame Methode der Brandstiftung aufgedeckt: lebende Katzen, an deren Schwänzen mit brennbarer Flüssigkeit getränkte Lumpen befestigt waren, die dann in trockene Vegetation freigelassen wurden, um die Flammen zu verbreiten. Domenico Costarella, Leiter der Zivilschutzbehörde in Kalabrien, gab die Erkenntnisse in einem Social-Media-Video am Dienstag, den 21. Juli, bekannt.
Diese Tiere wurden auf den Feldern freigelassen, rannten überall hin und verbreiteten das Feuer.
Neben den Katzen fanden die Einsatzkräfte weitere Anzeichen vorsätzlicher Zündung: brennende Kerzen, die zwischen brennbaren Materialien platziert waren, Verzögerungszünder und Glasflaschen mit Dochten und Brennstoff, die in trockenen Weiden zurückgelassen wurden. Die Entdeckung hat den Verdacht verstärkt, dass mehrere Waldbrände in der Region absichtlich und koordiniert gelegt wurden.
Tierschutzorganisationen fordern Gerechtigkeit
Mindestens drei Tierschutzorganisationen haben empört reagiert. Der Italienische Verband für den Schutz von Tieren und der Umwelt (AIDAA) erstattete Strafanzeige und setzte eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Auch LNDC Tierschutz und Oipa erstatteten Anzeige und forderten die Staatsanwaltschaft auf, die Verantwortlichen mit aller Härte des Gesetzes zu verfolgen.
Verängstigte Tiere, die gezwungen werden zu rennen, bis sie bei lebendigem Leib verbrennen. Wenn sich diese Tatsachen bestätigen, stehen wir vor einer Barbarei, die alle Grenzen der Grausamkeit und Menschlichkeit überschreitet.
LNDC beschrieb zudem die ökologischen Folgen und wies darauf hin, dass ganze Ökosysteme zerstört werden und überlebende Tiere ohne Nahrung, Wasser oder Unterschlupf bleiben. Oipa betonte, dass jeder, der einem Tier solches Leid zufügen könne, eine ernste Gefahr für die gesamte Gemeinschaft darstelle.
Eine koordinierte Brandstiftungskampagne
Die Brände in Kalabrien eskalierten in einem Ausmaß, das die lokale Feuerwehrkapazität überforderte. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden mehr als 160 Brände gemeldet, die Evakuierungen erzwangen und den Einsatz von Flugzeugen und Hubschraubern über Nacht erforderlich machten, insbesondere in der Nähe des Nationalparks Pollino. Die Behörden haben bereits einen ähnlichen Einsatz von Tieren als Brandsätze im Jahr 2016 in Gebieten nahe dem Vesuv dokumentiert, was unterstreicht, dass die aktuellen Vorfälle nicht ohne Präzedenzfall sind.
- Ähnliche Methode in der Nähe des Vesuvs dokumentiert
- Domenico Costarella veröffentlicht Video, das Katzen zeigt, die zur Brandausbreitung eingesetzt werden
- Tierschutzorganisationen erstatten Strafanzeige; 1.000 Euro Belohnung ausgesetzt
Brände wüten in ganz Süditalien
Während Kalabrien am härtesten getroffen wurde, brannte der gesamte Süden von Palermo bis Rom. Auf Sizilien wurden Waldgebiete nahe Palermo niedergebrannt, während Bodentrupps und Flugeinheiten die Nacht durcharbeiteten. In Rom reagierten Feuerwehr und örtliche Polizei auf mehrere gleichzeitige Ausbrüche. Die Kombination aus extremer Sommerhitze, Dürre und Wind hat große Teile Italiens in Zunder verwandelt, aber die physischen Beweise für Brandstiftung veranlassen die Ermittler, viele dieser Brände eher als Straftaten denn als Naturkatastrophen zu behandeln.


