Katar holt ersten WM-Punkt mit spätem Ausgleich gegen die Schweiz
Katar holte am Samstag mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Schweiz den ersten WM-Punkt der Geschichte, nachdem ein Eigentor des Schweizer Verteidigers Miro Muheim in der Nachspielzeit den Elfmeter von Breel Embolo aus der ersten Halbzeit zunichtemachte.
Spielbericht
Die Schweiz dominierte das Eröffnungsspiel der Gruppe B im Levi's Stadium, gab 26 Torschüsse ab (Katar nur eine Handvoll) und ging in der 13. Minute durch einen von Breel Embolo verwandelten Elfmeter in Führung, nachdem Torhüter Mahmoud Abunada Remo Freuler gefoult hatte. Die Schweizer drückten den gesamten Nachmittag, ließen aber eine Reihe von Chancen ungenutzt. Abunada parierte einen Schuss von Ruben Vargas glänzend, und Michel Aebischers Schuss wurde kurz vor der Halbzeit noch von der Linie gekratzt.
Katar, das erst zu seiner zweiten WM teilnimmt, hatte zuvor in der zweiten Minute durch Edmilson Junior eine Chance, nachdem Manuel Akanji einen Fehler gemacht hatte, aber der Schuss ging direkt auf Gregor Kobel. Die Asienmeister wirkten lange Zeit überfordert, hielten den Rückstand jedoch auf ein Tor und erzielten tief in der Nachspielzeit den Ausgleich. Eine Flanke von Linksverteidiger Homam Al Amin fand Kapitän Boualem Khoukhi am langen Pfosten; sein Kopfball unter Bedrängnis zwang Miro Muheim, den Ball ins eigene Tor zu lenken, was wilde Jubelszenen auslöste.
- Edmilson Juniors harmloser Schuss wird von Gregor Kobel gehalten, nachdem Manuel Akanji früh einen Fehler gemacht hatte.
- Breel Embolo verwandelt einen Elfmeter, nachdem Mahmoud Abunada Remo Freuler gefoult hat; VAR prüft auf Abseits.
- Miro Muheims Eigentor unter Druck von Boualem Khoukhi beschert Katar ein 1:1-Unentschieden.
Ein denkwürdiger Punkt
Das Unentschieden beschert Katar den ersten WM-Punkt der Geschichte. Bei der Heim-WM 2022 verlor die Mannschaft alle drei Gruppenspiele und erzielte dabei ein Tor. Seit diesem Turnier gewann Katar 2023 den Asienpokal und qualifizierte sich aus eigener Kraft für diese WM, indem es im Oktober 2025 die Vereinigten Arabischen Emirate besiegte. Trainer Julen Lopetegui, der im Mai 2025 das Amt übernahm, bezeichnete das Ergebnis als historisch für das Team.
Ich sagte ihnen, dass ich selbst dann stolz auf die Einstellung und Disziplin gewesen wäre, die sie heute gezeigt haben, wenn wir das Tor nicht erzielt und nicht unentschieden gespielt hätten. Aber glücklicherweise haben wir getroffen, und das war Geschichte.
Schweiz beklagt vergebene Chancen
Die Schweiz, seit Ende 2024 in Pflichtspielen ungeschlagen, war haushoher Favorit und kontrollierte den Ballbesitz, aber Trainer Murat Yakin wird sich Sorgen um die mangelnde Chancenverwertung seiner Mannschaft machen. Dan Ndoye, Johan Manzambi und Embolo kamen in der zweiten Halbzeit alle der Führung nahe, während die Hitze mehrere Trinkpausen erzwang, die den Rhythmus der Schweiz störten. Ein Sieg hätte sie nach dem 1:1-Unentschieden zwischen Kanada und Bosnien-Herzegowina am Freitag in Gruppe B an die Spitze gebracht.
Lopeteguis Meilenstein
Für Julen Lopetegui war das Spiel sein erstes als Trainer bei einer WM, acht Jahre nachdem er von Spanien wenige Tage vor der WM 2018 entlassen worden war, weil er einer Verpflichtung durch Real Madrid zugestimmt hatte. Der 59-Jährige beschrieb die Leistung seiner Mannschaft als diszipliniert und lobte ihren Kampfgeist.
Leere Plätze in Santa Clara
Die Partie wurde unter der gleißenden kalifornischen Sonne im 69.000 Zuschauer fassenden Levi's Stadium ausgetragen, doch Fernsehbilder zeigten Tausende leere Plätze. Die FIFA verteidigte die offizielle Zuschauerzahl und betonte, viele Ticketinhaber hätten die Partie von den Gängen aus verfolgt, anstatt auf ihren zugewiesenen Plätzen zu sitzen.

