Karol Wojtyła am 16. Oktober 1978 zum Papst Johannes Paul II. gewählt – erster Nichtitaliener seit 1522
Die Kardinäle wählten den 58-jährigen Metropoliten von Krakau im achten Wahlgang, nach einem Konklave, das am 14. Oktober 1978 begonnen hatte. Er nahm den Namen Johannes Paul II. an und wurde der 264. Papst; er leitete die Kirche bis zu seinem Tod im April 2005.
Das Konklave, das einen Polen wählte
Das Konklave begann am 14. Oktober 1978, nach dem Tod Johannes Pauls I., der die Kirche 33 Tage lang geführt hatte. Von den 111 teilnehmenden Kardinälen waren 56 Europäer und 26 Italiener; sie stimmten in der Sixtinischen Kapelle ab. TVP beschreibt eine Blockade zwischen zwei italienischen Lagern: den Konservativen um Giuseppe Siri, Erzbischof von Genua, und einem gemäßigten, reformorientierten Flügel, der Giovanni Benelli aus Florenz unterstützte. Über zwei Tage und sieben Wahlgänge erreichte keiner der Kandidaten die erforderliche Zweidrittelmehrheit, und die beiden blockierten einander. Der Durchbruch kam im achten Wahlgang am 16. Oktober, als die Kardinäle den 58-jährigen Metropoliten von Krakau wählten, der 99 Stimmen erhielt.
Weißer Rauch, Balkon und die ersten Worte
Weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle signalisierte das Ergebnis; TVP nennt die Uhrzeit 18:18 Uhr. Kardinal Pericle Felici verkündete das Ergebnis vom Balkon des Petersdoms, wie RMF24 berichtet. Wojtyła erschien anschließend auf dem Balkon und sagte der Menge, die Kardinäle hätten ihn aus einem fernen Land gerufen, womit Polen unter kommunistischer Herrschaft gemeint war. Er sagte, er habe die Annahme der Wahl gefürchtet, werde sie aber im Gehorsam gegenüber Jesus Christus und im vollen Vertrauen auf seine Mutter annehmen. Die Nachricht von seiner Wahl stieß in einem Land, in dem die Behörden bürgerliche Freiheiten einschränkten und die Kirche zu schwächen suchten, auf großes Interesse und Hoffnung auf Veränderung. Er nahm den Namen Johannes Paul II. an und wurde der 264. Papst und der erste seit 1903, der nie als Offizieller der Römischen Kurie gedient hatte.
Inaugurationsmesse und Pontifikat
Sechs Tage später, am 22. Oktober 1978, feierte er auf dem Petersplatz die Messe, mit der sein Pontifikat begann, und richtete dort den Appell an die Menge, der zu einem Markenzeichen seines Wirkens wurde. Zur Menge sprach er:
Fürchtet euch nicht! Öffnet, ja öffnet weit die Türen für Christus.
Der Appell wurde zum Sinnbild seiner Lehre über Glauben, Freiheit, Menschenwürde und Verantwortung für andere Menschen. Er bekleidete das Amt fast 27 Jahre lang, von Oktober 1978 bis zu seinem Tod am 2. April 2005. Er unternahm 104 Auslandsreisen, doch die Quellen zählen die Länder unterschiedlich: NIEZALEZNA.PL nennt 129 besuchte Länder, während RMF24 von 132 spricht und 900 Städte und Dörfer sowie 1,7 Millionen zurückgelegte Kilometer hinzufügt. RMF24 vermerkt zudem, dass er Polen neunmal besuchte. Seine erste Auslandsreise führte ihn im Januar 1979 in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas.
- Konklave beginnt nach dem Tod Johannes Pauls I.
- Achter Wahlgang wählt Karol Wojtyła mit 99 Stimmen
- Weißer Rauch steigt über der Sixtinischen Kapelle auf
- Inaugurationsmesse auf dem Petersplatz
- Papst auf dem Petersplatz angeschossen und in die Gemelli-Klinik gebracht
- Papst Johannes Paul II. stirbt
Das Attentat von 1981
Am 13. Mai 1981 wurde der Papst auf dem Petersplatz angeschossen und schwer verletzt; er wurde in kritischem Zustand in die Gemelli-Klinik gebracht. RMF24 berichtet, die Ärzte selbst hätten bezweifelt, dass er überleben würde, doch er überlebte. Der Schütze war Mehmet Ali Agca aus der Türkei. Der Papst vergab ihm später und besuchte ihn im Dezember 1983 im Gefängnis. Die Hintermänner des Attentats wurden nach Angaben der Quellen nie eindeutig identifiziert. Wojtyła brachte den Anschlag mit den Fatima-Erscheinungen von 1917 in Verbindung und unternahm am 13. Mai 1982 seine erste Pilgerreise nach Fatima, wo er die aus seinem Körper entfernte Kugel übergab, die in die Krone der Marienstatue eingesetzt wurde.


