
Kanada bringt Gesetz ein, das soziale Medien für unter 16-Jährige verbietet – Monate nach Australiens weltweit erstem Gesetz
Der Safe Social Media Act würde Minderjährige den Zugang zu Plattformen wie Meta und X sperren, es sei denn, die Unternehmen erfüllen Sicherheitsstandards, die von einer neuen digitalen Regulierungsbehörde festgelegt werden. Auch KI-Chatbots stehen vor neuen Regeln.
Das Gesetz
Die kanadische Regierung hat am Mittwoch den Safe Social Media Act im Parlament eingebracht, der ein Verbot von sozialen Medien für Kinder unter 16 Jahren vorsieht. Plattformen, die von Meta, X und anderen betrieben werden, müssten minderjährige Nutzer sperren, es sei denn, sie erfüllen Sicherheitsstandards, die von einer neu geschaffenen Digital Safety Commission of Canada festgelegt werden. Der Gesetzentwurf verpflichtet KI-Chatbot-Dienste zudem, das Risiko der Verbreitung schädlicher Inhalte zu mindern und Notfallmaßnahmen für Krisensituationen einzuführen.
Die Sicherheit von Kindern darf kein nachträglicher Gedanke sein. Wir alle wissen, dass schädliche Online-Inhalte sehr schwerwiegende Folgen haben können.
Das Gesetz schreibt vor, dass soziale Medien ihre Produkte so gestalten müssen, dass sie für Kinder sicherer sind, Deepfakes und Inhalte, die Kinder sexuell missbrauchen, entfernen und klare Methoden zur Meldung schädlicher Inhalte sowie Werkzeuge zum Blockieren von Nutzern bereitstellen müssen. Plattformen müssten zudem öffentlich zugängliche digitale Sicherheitspläne vorlegen.
Der Kontext von Tumbler Ridge
Die Einbringung des Gesetzes erfolgt Wochen, nachdem Familien, die von einem der schlimmsten Massenschießereien Kanadas betroffen waren, OpenAI verklagt haben. Sie werfen dem Unternehmen vor, es habe gewusst, dass der mutmaßliche Täter den Angriff auf ChatGPT plante, aber die Polizei nicht gewarnt. Marc Miller, Minister für kanadische Identität und Kultur, nahm während der Pressekonferenz Bezug auf den Fall und stellte fest, dass Chatbots weniger gut erforscht seien als soziale Medien, aber dennoch reguliert werden müssten.
Chatbots sind nicht so gut erforscht wie der Schaden, der durch soziale Medienplattformen verursacht wird. Sie haben nicht die gleiche gesellschaftliche Rolle.
Globale Welle von Beschränkungen
Kanada reiht sich in eine wachsende Liste von Ländern ein, die den Zugang von Jugendlichen zu sozialen Medien einschränken. Australien erließ im Dezember als erstes Land ein Verbot für unter 16-Jährige, und innerhalb eines Monats hatten die Plattformen fast 5 Millionen Teenager-Konten deaktiviert. Auch Indonesien, Malaysia und Brasilien haben Maßnahmen zur Einschränkung des Zugangs ergriffen. Frankreich, Dänemark und Polen erwägen strengere Regeln, während Griechenland im April ankündigte, den Zugang für unter 15-Jährige ab Januar 2027 zu verbieten.
Soziale Medien und KI-Chatbots fördern keine gesunde Entwicklung bei Kindern und sind für viele junge Menschen zu einer Quelle von Angst, Isolation, Depression und vielen anderen psychischen Problemen geworden.
Zeitplan für die Umsetzung
Regierungsbeamte erklärten, dass es ein Jahr dauern könnte, bis das Gesetz verabschiedet wird, und 18 Monate, um die digitale Regulierungsbehörde einzurichten. Premierminister Mark Carney hat eine knappe Mehrheit im Parlament, das bald in die Sommerpause gehen wird. Die Digital Safety Commission of Canada, die durch ein separates Gesetz geschaffen wird, wird die Vorschriften durchsetzen und kann Ausnahmen für Plattformen gewähren, die ausreichende Schutzmaßnahmen für Kinder aufrechterhalten.
- Australien erlässt weltweit erstes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige
- Fast 5 Millionen australische Teenager-Konten innerhalb eines Monats nach dem Gesetz deaktiviert
- Griechenland kündigt Verbot des Zugangs zu sozialen Medien für unter 15-Jährige ab Januar 2027 an
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- Griechenlands Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige soll in Kraft treten
Was das Gesetz anvisiert
Der Regierungsvorschlag für Gesetz C-34 besagt, dass Online-Schäden durch die Gestaltung und den Betrieb digitaler Dienste geprägt werden, und nennt algorithmische Empfehlungssysteme, engagementsbasierte Feeds, Autoplay und endloses Scrollen als Funktionen, die schädliche Inhalte verstärken. Das Gesetz verlangt von den Diensten, Risiken von Schäden zu identifizieren, Maßnahmen zu deren Behebung zu ergreifen, sicherheitsorientierte und altersgerechte Gestaltungsmerkmale zu implementieren und Nutzerrichtlinien bereitzustellen.


