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Kurz gefasst
Am Dienstag, 20. Oktober, verhängte die Ethikkommission des Sejm eine Rüge (nagana) gegen Jarosław Kaczyński, weil er Polizisten als „Miliz der Regierungspartei“ bezeichnet hatte; bekannt gegeben wurde dies von der Abgeordneten Ewa Schädler (Polska 2050).
Am 10. Juli ließ die Polizei auf dem Piłsudski-Platz in Warschau die PiS-Politiker nicht bis zum Denkmal für Lech Kaczyński durch, sodass sie die Kränze in einiger Entfernung niederlegten. Kaczyński sagte, Teilnehmer würden Monat für Monat beleidigt und bedroht, und die Polizei greife nicht ein.
Marcin Kierwiński nannte Kaczyńskis Verhalten gegenüber der Polizei in einem Beitrag auf X „skandalös“ und hielt ihm entgegen, Politiker stünden nicht über dem Gesetz.
Maria Janyska von der KO, Vorsitzende des Ausschusses für Verwaltung und innere Angelegenheiten des Sejm, sagte nach einem Gespräch mit dem Minister, sie werde das Präsidium bitten, einen Antrag auf Bestrafung an die Ethikkommission zu überweisen.
- 10.07.Kaczyński spricht beim monatlichen Smolensk-Gedenken auf dem Piłsudski-Platz in Warschau
- Juli 2026Innenminister Marcin Kierwiński nennt die Äußerungen skandalös, und Maria Janyska kündigt einen Antrag an die Ethikkommission an
- 20.10.Die Ethikkommission des Sejm verhängt eine Rüge (nagana) gegen Kaczyński
Entscheidung des Ausschusses
Die Ethikkommission des Sejm hat PiS-Chef Jarosław Kaczyński am Dienstag, 20. Oktober, dafür gerügt, dass er Polizisten während eines Gedenkens an den Flugzeugabsturz von Smolensk im Juli in Warschau als „Miliz der Regierungspartei“ bezeichnet hatte. Die Abgeordnete Ewa Schädler (Polska 2050), Mitglied der Kommission, gab die Entscheidung bekannt. Die Kommission kann einen Hinweis, eine Verwarnung oder eine Rüge (nagana) verhängen. Der bestrafte Abgeordnete kann innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung des Beschlusses über die Strafe Berufung einlegen.
Was Kaczyński am 10. Juli sagte
Am Morgen des 10. Juli begab sich Kaczyński mit einer Gruppe von PiS-Politikern und Zbigniew Bogucki, dem Leiter der Kanzlei des Präsidenten, auf den Piłsudski-Platz in Warschau, um – wie jeden Monat – Kränze vor den Denkmälern für Präsident Lech Kaczyński und für die Opfer der Tragödie von Smolensk 2010 niederzulegen. Auf dem Platz befanden sich bereits Demonstranten, und die Polizei sorgte für Ordnung. Die Beamten ließen die PiS-Politiker nicht direkt bis zum Denkmal für Lech Kaczyński durch, sodass die Kränze in einiger Entfernung davon niedergelegt wurden.
Kaczyński warf der Polizei anschließend vor, nicht einzuschreiten, während Teilnehmer der monatlichen Gedenkveranstaltungen von Provokateuren beleidigt und angegriffen würden, die jeden Monat bei der Gegendemonstration aufträten. Er sagte, er nehme die Morddrohungen nicht ernst, die Polizei sei jedoch verpflichtet, in solchen Situationen einzugreifen. Er sagte gegenüber Reportern, die Beamten schützten die andere Seite, während die Teilnehmer angegriffen würden. Er fügte hinzu, alles müsse von Grund auf neu aufgebaut werden, und es müsse eine Bürgerwache gebildet werden.
„Wir haben es derzeit tatsächlich mit der Miliz der Regierungspartei zu tun, nicht mit der Polizei, und daraus werden Konsequenzen gezogen werden müssen.“
Seine Worte fielen, während er auf das Denkmal für die Opfer der Tragödie von Smolensk zuging – ein Detail, das die Berichte auf den Moment der Äußerung datieren.
Reaktion des Innenministeriums und Antrag
Innen- und Verwaltungsminister Marcin Kierwiński reagierte in einem Beitrag auf X und nannte Kaczyńskis Verhalten gegenüber der Polizei „skandalös“. Er schrieb, die Beamten sorgten für die öffentliche Ordnung und die Sicherheit jedes Bürgers, und wandte sich direkt an Kaczyński mit den Worten, die Zeit der Politiker über dem Gesetz sei vorbei.
„Es ist eine Schande, dass der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident für Sicherheit Polizisten und die polnische Uniform angreift.“
Maria Janyska von der KO, Vorsitzende des Ausschusses für Verwaltung und innere Angelegenheiten des Sejm, sagte, sie werde nach Gesprächen mit dem Minister das Präsidium ihres Ausschusses bitten, einen Antrag auf Bestrafung Kaczyńskis an die Ethikkommission zu überweisen. Der Antrag wurde somit über die eigenen Verfahren des Sejm weiterverfolgt und nicht über ein Gericht oder die Polizei.
Ablauf der Ereignisse
Die Äußerungen fielen am 10. Juli, die Antwort des Innenministers und Janyskas angekündigter Antrag folgten beide im Juli. Die Entscheidung der Kommission erging später, am Dienstag, 20. Oktober. Die folgende Grafik ordnet diese drei datierten Punkte in chronologischer Reihenfolge; die Juli-Ereignisse sind mit Monatsgenauigkeit angegeben, da die Quellen für die Antwort und den Antrag keinen einzelnen Tag nennen.
Die Entscheidung der Kommission ist eine Rüge, und der Beschluss ändert nichts an dem polizeilichen Streit, auf den sich die Äußerungen bezogen. Die Quellen berichten von keinen weiteren Schritten der Polizei, und die 14-tägige Berufungsfrist ist der einzige in den Berichten genannte weitere Schritt.