Nawrocki empfängt baltische und rumänische Führung in Jurata zu Sicherheitsgesprächen, NATO-Koordinierung und Vermittlungsangebot für die Ukraine
Polens Präsident Karol Nawrocki hat am Samstag in Jurata einen informellen Gipfel mit den Präsidenten Litauens, Lettlands, Estlands und Rumäniens abgehalten, um Positionen vor dem NATO-Gipfel in Ankara abzustimmen, die regionale Sicherheit zu erörtern und die Spannungen zwischen Polen und der Ukraine anzugehen, wobei Litauen seine Vermittlung anbot.
Informeller Gipfel in der Residenz von Jurata
Am Samstag, den 27. Juni, empfing der polnische Präsident Karol Nawrocki die Präsidenten Litauens, Lettlands, Estlands und Rumäniens in der Präsidentenresidenz in Jurata an der Ostseeküste. Das Treffen, das als informeller Gipfel beschrieben wurde, begann mit einem Besuch des Marinehafens in Gdingen, bevor die Führung zu vertraulichen Gesprächen in die Residenz überging.
Gemeinsame Positionen wurden im Vorfeld des NATO-Gipfels in Ankara erörtert.
Sicherheit und NATO-Koordinierung
Die Tagesordnung konzentrierte sich auf die Abstimmung regionaler Positionen vor dem bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara. Nach Angaben des Baltic News Service (BNS) unter Berufung auf das estnische Präsidialamt planten die Führung, die Stärkung der Ostflanke des Bündnisses, die Entwicklung europäischer Verteidigungsfähigkeiten und die transatlantische Zusammenarbeit zu erörtern. Die polnische Präsidentschaft bestätigte später, dass Prioritäten für die Sicherheit der Ostsee und des Schwarzen Meeres festgelegt wurden.
Spannungen zwischen Polen und der Ukraine und Vermittlungsangebot
Der litauische Präsident Gitanas Nausėda nutzte die Gelegenheit, um den anhaltenden Konflikt zwischen Polen und der Ukraine anzusprechen. In einem Interview mit dem Fernsehsender LNK am Freitag erklärte er seine Bereitschaft zu vermitteln, wenn beide Seiten zustimmen.
In einer informellen Atmosphäre werden wir auch dieses Thema erörtern, das mir äußerst wichtig ist.
Nausėda sagte, er wolle von Nawrocki mehr über die Ursachen der Zwietracht und Wege zur Lösung erfahren. Er merkte an, dass die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko auf einer Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine die Bereitschaft Kiews signalisiert habe, die Spannungen abzubauen.
Die Vergangenheit ist wichtig, aber die Gegenwart ist noch wichtiger, insbesondere wenn ein brutaler russischer Krieg gegen die Ukraine tobt.
Breitere regionale Agenda
Der rumänische Präsident Nicușor Dan brachte die Zukunft der Europäischen Union und ihre Herausforderungen auf den Tisch, wie die Agentur Agerpres berichtete. Die Führung erörterte auch die weitere Unterstützung der Ukraine und die Entwicklung regionaler Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Das Treffen fand im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Posener Juni-Proteste von 1956 statt, wobei die Präsidenten in den Formaten der Bukarest-Neun und der Drei-Meere-Initiative aktiv sind.

