Regierung · Piaseczno und Warschau
Polnischer Investigativjournalist Leszek Kraskowski für drei Monate inhaftiert – Opposition und Medienorganisationen üben scharfe Kritik
Ein Warschauer Gericht hat die Untersuchungshaft für den Investigativjournalisten Leszek Kraskowski um drei Monate verlängert. Der Journalist ist bekannt für seine Berichterstattung über die Polnord-Affäre, an der der Abgeordnete der Regierungskoalition Roman Giertych beteiligt ist. Die Staatsanwaltschaft stützt sich auf Todesdrohungen und den illegalen Besitz einer Gaspistole. Kritiker bezeichnen die Festnahme dagegen als politisch motivierten Versuch, einen Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Do Rzeczy, naTemat.pl, Wprost und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Ein Gericht in Piaseczno gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, Leszek Kraskowski wegen des Vorwurfs von Straftaten und illegalem Waffenbesitz für drei Monate in Untersuchungshaft zu nehmen.
Die Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft argumentierte, eine Freilassung Kraskowskis könne zu Verfahrensmanipulation, Zeugenbeeinflussung oder Flucht führen, und verwies auf ein zuvor eingestelltes Verfahren wegen des Vorwurfs von Misshandlungen in der Familie.
Der frühere Justizminister Zbigniew Ziobro und der Nationale Rundfunkrat (KRRiT) brachten die Inhaftierung mit Kraskowskis Berichterstattung über die Polnord-Affäre und die Rolle des Abgeordneten der Regierungskoalition Roman Giertych in Verbindung.
Der Nationale Rundfunkrat, der Press Club Polska und der Bürgerbeauftragte äußerten Bedenken. Der Rat warnte vor einem Einschüchterungseffekt und einem Muster von Provokationen gegen regierungskritische Medien.
Der stellvertretende Ministerpräsident Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, die Angelegenheit müsse geklärt werden und alle Strafverfolgungsbehörden müssten sich im Rahmen des Gesetzes bewegen.
- 6.06.Leszek Kraskowski wird von der Polizei im Kreis Piaseczno festgenommen.
- 9.06.Kraskowski wird formell festgenommen und angeklagt; ein Gericht ordnet eine dreimonatige Untersuchungshaft an.
- 10.06.Der Nationale Rundfunkrat gibt eine Stellungnahme ab, in der er die Festnahme ablehnt. Der Bürgerbeauftragte und der Press Club Polska fordern von der Staatsanwaltschaft Aufklärung.
- 11.06.Die Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft übernimmt den Fall und erläutert die Haftgründe. Der frühere Minister Zbigniew Ziobro und Vize-Premier Władysław Kosiniak-Kamysz äußern sich öffentlich.
Festnahme und Anklage
Leszek Kraskowski, ehemaliger Investigativjournalist unter anderem für Rzeczpospolita, Wprost und Super Express, wurde am 9. Juni 2026 festgenommen und vom Gericht in Piaseczno für drei Monate in Untersuchungshaft genommen. Die Bezirksstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, Straftaten gegen den Polizeichef des Kreises Piaseczno begangen zu haben, sowie den illegalen Besitz einer Gaspistole und 54 Schuss Munition ohne Erlaubnis. Laut Staatsanwalt Antoni Skiba habe Kraskowski die Vorwürfe während der Vernehmung nicht eingeräumt.
Rechtfertigung der Staatsanwaltschaft
Nach Beschwerden des Bürgerbeauftragten Marcin Wiącek und des Präsidenten des Press Club Polska Marcin Lewicki übernahm die Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft den Fall und begründete die Haft. Der Sprecher, Staatsanwalt Piotr Antoni Skiba, erklärte, die Beweise deuteten auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass der Verdächtige die ihm vorgeworfenen Taten begangen habe. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass eine Freilassung Kraskowskis zu Verfahrensmanipulation, Zeugenbeeinflussung oder Flucht führen könnte. Skiba wies darauf hin, dass die Droh-E-Mail selbst eine Bereitschaft zeige, auf am Verfahren beteiligte Personen Druck auszuüben, und der Fund einer Waffe und Munition im Auto des Verdächtigen die Glaubwürdigkeit der Drohungen erhöhe. Die Staatsanwaltschaft fügte auch Unterlagen aus einem zuvor eingestellten Ermittlungsverfahren bei, in dem Kraskowski vorgeworfen wird, Familienmitglieder misshandelt zu haben – ein Fall, der ins Stocken geraten war, da er wiederholt nicht zu gerichtlich angeordneten psychiatrischen Untersuchungen erschienen war.
„Die Erfüllung dieser Drohungen wurde dadurch wahrscheinlicher, dass in dem Auto, in dem der Verdächtige festgenommen wurde, eine Waffe und Munition gefunden wurden, deren Besitz ohne Erlaubnis verboten ist.“
Politische und institutionelle Reaktionen
Die Festnahme löste scharfe Reaktionen von Oppositionspolitikern und Organisationen der Pressefreiheit aus. Der frühere Justizminister Zbigniew Ziobro, heute Vizepräsident der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), bezeichnete die Anklage als primitiven Vorwand, um einen regierungskritischen Journalisten zum Schweigen zu bringen. Er brachte die Inhaftierung direkt mit Kraskowskis Berichterstattung über die Polnord-Affäre in Verbindung und erklärte, der Journalist habe die Schlüsselrolle von Roman Giertych, einem Anwalt und Abgeordneten der Regierungskoalition Bürgerplattform (KO), bei der angeblichen Plünderung des Unternehmens Polnord aufgedeckt. Ziobro wies darauf hin, dass Kraskowski zuvor bereits mit Drohungen konfrontiert gewesen sei, darunter Schüsse auf sein Haus und sein Auto, ohne dass jemals ein Täter für drei Monate inhaftiert worden sei.
„Ich bin überzeugt, dass es sich bei dem Fall der angeblichen Drohung und der Gaspistole nur um einen primitiven Vorwand handelt, dem Journalisten seine gefährlichste Waffe, nämlich seine Feder, zu nehmen und ihn endgültig zu brechen.“
Der stellvertretende Ministerpräsident Władysław Kosiniak-Kamysz sagte auf die Frage nach dem Fall bei Polsat News, dass alles aufgeklärt werden müsse und es in einem Rechtsstaat keine Haft ohne Grund gebe.
Medienregulierungsbehörde und Bedenken zur Pressefreiheit
Der Nationale Rundfunkrat (KRRiT) veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er sich entschieden gegen die Inhaftierung aussprach und die dreimonatige Haft als drastische und übermäßig harte Maßnahme bezeichnete, zumal die Polizei zuvor nicht reagiert habe, als Kraskowski gemeldet habe, von einem unbekannten Mann mit einem Messer bedroht worden zu sein. Der Rat erklärte, die Maßnahmen gegen Kraskowski seien Teil einer Reihe von Provokationen gegen unabhängige Journalisten und Medien, die die Politik von Donald Tusks Regierung kritisierten, und verwies auf polizeiliche Durchsuchungen von Redaktionsräumen und Wohnungen von Journalisten von Telewizja wPolsce24 und Republika. Der Rat warnte vor einem einschüchternden Effekt und einer drastischen Senkung der Standards der Meinungsfreiheit und appellierte an den Ministerpräsidenten, für Aufklärung zu sorgen.
„Die Maßnahmen staatlicher Stellen gegen Redakteur Leszek Kraskowski sind Teil einer Reihe von Provokationen gegen unabhängige Journalisten, Redaktionen und Rundfunkanstalten, die die Politik der Regierung von Donald Tusk kritisieren.“
Der Polnord-Zusammenhang
Kraskowski hat in den letzten Monaten auf seiner eigenen Website und seinem YouTube-Kanal Material zur Polnord-Affäre veröffentlicht – einem Fall, bei dem es um die angebliche Vermögensaushöhlung des Immobilienentwicklers Polnord geht. Seine Berichterstattung konzentriert sich auf die Rolle von Roman Giertych und Verbindungen zum Milliardär Ryszard Krauze, den Ziobro als mit russischen Geheimdienstkreisen, der Politik und zwielichtigen Geschäften verbunden beschrieb. Kritiker der Festnahme argumentieren, dass der Zeitpunkt und die Schwere der Haft direkt mit dieser investigativen Arbeit zusammenhängen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Do RzeczyDziennikarz Leszek Kraskowski w areszcie. Ziobro: Kto będzie następny?
- naTemat.plLeszek Kraskowski aresztowany, oburzenie coraz większe. "To musi być wyjaśnione"
- WprostAresztowanie znanego dziennikarza, KRRiT zwróciła się do rządu. "Efekt mrożący
- NIEZALEZNA.PL''W Polsce rodzi się nowa, niebezpieczna rzeczywistość''. Były minister odniósł się do sprawy Kraskowskiego
- Leszek Kraskowski
- Polnischer Investigativjournalist, der auf Anklage wegen Straftaten und illegalem Waffenbesitz inhaftiert wurde; bekannt für seine Berichterstattung über die Polnord-Affäre.
- Zbigniew Ziobro
- Ehemaliger polnischer Justizminister und Vizepräsident der Partei Recht und Gerechtigkeit, der die Festnahme als politisch motiviert kritisierte.
- Roman Giertych
- Anwalt und Abgeordneter der Bürgerkoalition, dessen Rolle in der Polnord-Affäre Gegenstand von Kraskowskis investigativer Berichterstattung war.
- Piotr Antoni Skiba
- Sprecher der Warschauer Regionalstaatsanwaltschaft, der die Haftgründe für Kraskowski erläuterte.
- Władysław Kosiniak-Kamysz
- Stellvertretender Ministerpräsident Polens, der eine vollständige Aufklärung der Festnahme forderte.
- Marcin Wiącek
- Polnischer Bürgerbeauftragter, der die Staatsanwaltschaft aufforderte, die Gründe für Kraskowskis Inhaftierung zu erläutern.
- Marcin Lewicki
- Präsident des Press Club Polska, der seine tiefe Besorgnis über die Inhaftierung Kraskowskis zum Ausdruck brachte.
- Ryszard Krauze
- Milliardär, der im Zusammenhang mit der Polnord-Affäre und Kraskowskis Berichterstattung erwähnt wird.
- Donald Tusk
- Premierminister Polens, dessen Regierung vom Nationalen Rundfunkrat wegen der Festnahme kritisiert wurde.
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen