Kunst & Bücher · Hamburg, Berlin und Wien
Pionier der deutschen Popliteratur: Joachim Lottmann stirbt mit 70 in Wien
Er starb am Sonntag, 25. Oktober 2026, in Wien, nachdem bei ihm 2024 Krebs diagnostiziert worden war. Der 1956 in Hamburg geborene Schriftsteller hatte seine letzten Monate in einem Online-Tagebuch dokumentiert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von newsORF.at, Spiegel Online, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Lottmann starb am Sonntag, 25. Oktober 2026, im Alter von 70 Jahren nach einer 2024 diagnostizierten Krebserkrankung. Die dpa bestätigte den Tod aus seinem persönlichen Umkreis.
Seit Anfang Februar 2026 dokumentierte er seine Krankheit in „Langweiliges Tagebuch“ auf Facebook und Instagram. Sein letzter Eintrag datiert vom Freitag, 23. Oktober.
Sein Debüt „Mai, Juni, Juli“ von 1987 zählt zu den Gründungswerken der deutschen Popliteratur. Insgesamt schrieb er mehr als ein Dutzend Bücher.
- 20.10.Zieht in ein Wiener Hospiz
- 23.10.Letzter Tagebucheintrag
- 25.10.Stirbt mit 70
Tod in Wien
Joachim Lottmann, deutscher Schriftsteller und Journalist, starb am Sonntag, 25. Oktober 2026, im Alter von 70 Jahren. Die dpa meldete den Tod nach Bestätigung aus seinem persönlichen Umkreis, mehrere Medien verbreiteten die Nachricht am Morgen. Er war seit der Diagnose 2024 wegen Krebs behandelt worden und hatte die Krankheit öffentlich gemacht mit dem Hinweis, dass er nicht mehr lange leben werde. Laut Der Standard befand er sich seit dem 20. Oktober in einem Caritas-Hospiz in Wien, der Stadt, die er zu seinem Zuhause gemacht hatte.
Ein Tagebuch der Krankheit
Seit Anfang Februar 2026 hielt Lottmann seinen Verfall in einem Online-Tagebuch mit dem Titel „Langweiliges Tagebuch“ fest, das er auf Facebook und Instagram veröffentlichte. Der Tagesspiegel beschrieb den Grundton als Gelassenheit und Heiterkeit, auch in akuten Krisen und während mehrerer Krankenhausaufenthalte. Die Einträge berichteten auch von Besuchen alter Weggefährten, und Journalisten kamen für letzte Interviews und Porträts zu ihm, als sein Tod bekannt wurde. In einem Eintrag beschrieb er seinen medizinischen Alltag in drastischen Worten.
„Sterben ist langweilig. Sie bringen mich zum Röntgen. Das Wasser ist noch in meiner Lunge.“
Die letzten Einträge
Sein letzter Tagebucheintrag vom Freitag, 23. Oktober, besagte, sein Zustand müsste sich bessern, tue es aber nicht. Im selben Beitrag schrieb er, er erwarte das Ende jeden Tag, und benannte den Tod, den er fürchtete. Zudem lobte er die kleinen Hightech-Geräte, die das Sauerstoffgemisch regulieren, und nannte sie großartig. Laut Der Standard hatte er den Krebs selbst überwunden und starb an den Folgen seiner Erkrankung.
„Ich erwarte das Ende jeden Tag. Tod durch Ersticken.“
Karriere und Ruf
Lottmann wurde 1956 in Hamburg geboren und wuchs in Bayern auf. Ab 1976 studierte er in Hamburg Theatergeschichte und Literaturwissenschaft. Sein Debütroman „Mai, Juni, Juli“ von 1987 folgt einem depressiven Schriftsteller auf der Suche nach einem Stoff im Umfeld der Avantgarde-Popzeitschrift Spex; die Kritik verriss ihn zunächst, bevor er Anerkennung fand. Im Jahr 2002 nannte die Frankfurter Allgemeine ihn den Ausgangspunkt für vieles, was in den 1990er-Jahren erlebt und gelesen wurde. Er schrieb mehr als ein Dutzend Bücher, darunter „Deutsche Einheit“, „Der Geldkomplex“ und „Alles Lüge“, sein jüngster Titel war „Port Stanley ist gefallen“. Mitte der 2000er-Jahre arbeitete er zeitweise auch für den Spiegel.
Ein Abschied nach eigenem Drehbuch
Der Tagesspiegel schrieb, Lottmann habe seinen Abschied selbst vorbereitet und Menschen eingeladen, die er privat und beruflich gekannt habe. Er habe Nachrufe begrüßt, die noch zu seinen Lebzeiten erschienen, und einmal die Zeitungsbeiträge aufgelistet, die über sein Sterbebett berichtet hatten. Dieselbe Zeitung beschrieb sein Tagebuch als Haltung von Heiterkeit und Würde statt Verzweiflung. Die Rheinische Post merkte an, er habe sich lange als Elder Statesman der Popliteratur bezeichnet und die neue Epoche, die er Mitte der 1990er-Jahre feierte, habe mit den Anschlägen vom 11. September 2001 schnell geendet.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen