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Kurz gefasst

  • Jean Ziegler starb am 10. Juni 2026 in Genf im Alter von 92 Jahren an den Folgen der Parkinson-Krankheit.

  • Er war von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und von 2009 bis zu seinem Tod Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats.

  • Ziegler war 28 Jahre lang sozialistisches Mitglied des Schweizer Nationalrats, von 1967 bis 1983 und von 1987 bis 1999.

  • Er wurde für seine Beziehungen zu Diktatoren wie Gaddafi, Castro und Saddam Hussein sowie für seine Unterstützung von Mugabes Landenteignungen in Simbabwe kritisiert.

  • Persönlichkeiten von links und rechts, darunter die früheren Bundespräsidenten Ruth Dreifuss und Adolf Ogi, lobten seinen Intellekt und sein Engagement für soziale Gerechtigkeit.

Foto: Harald Bischoff, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)

Ein Leben im Kampf

Jean Ziegler, der Schweizer Soziologe, Autor und Politiker, starb am Mittwoch in Genf im Alter von 92 Jahren. Seine Familie bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-ATS, dass er der Parkinson-Krankheit erlag. Geboren als Hans Ziegler 1934 in Thun in einer konservativen deutschsprachigen Familie, radikalisierte er sich während seines Studiums in Paris, wo er mit Jean-Paul Sartre in Kontakt kam. Eine Begegnung mit Che Guevara in Genf überzeugte ihn, seinen Kampf gegen Ungleichheit und Ungerechtigkeit von der Schweiz aus zu führen.

Politische und akademische Karriere

Ziegler war über zwei Mandate hinweg 28 Jahre lang sozialistisches Mitglied des Schweizer Nationalrats, von 1967 bis 1983 und erneut von 1987 bis 1999. Als Parlamentarier setzte er sich mit einer parlamentarischen Initiative für die Senkung des Wahlalters auf 18 Jahre ein, obwohl die Maßnahme 1979 in einer Volksabstimmung scheiterte, bevor sie zwölf Jahre später verabschiedet wurde. Er war zudem Professor für Soziologie an der Universität Genf. Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz nannte ihn „eine prägende Persönlichkeit, die sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit, internationale Solidarität und die Gleichheit der Völker einsetzte.“

Rolle bei den Vereinten Nationen

Von 2000 bis 2008 war Ziegler UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Später wurde er Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats, eine Position, die er von 2009 bis zu seinem Tod innehatte. Volker Türk, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, beschrieb ihn als „einen Kämpfer vor allem für schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen“ und „einen Anwalt des Menschenrechtsökosystems und eine extrem starke Persönlichkeit.“

Kontroverse Positionen und Verbindungen

Ziegler war eine polarisierende Figur. Seine in zahlreiche Sprachen übersetzten Bücher griffen oft Schweizer Banken und multinationale Konzerne an. 1997 erlangte er mit „Die Schweiz, das Gold und die Toten“ internationale Bekanntheit, einer Anklage gegen die Rolle der Schweizer Bankiers bei der Finanzierung Nazi-Deutschlands und ihren Umgang mit den nachrichtenlosen Konten von Holocaust-Opfern. Er prangerte den von ihm so genannten „kannibalischen“ Kapitalismus des Westens an und machte westliche multinationale Konzerne dafür verantwortlich, fruchtbares Land in Afrika an sich zu reißen und so zur Hungersnot beizutragen. Seine Beziehungen zu autoritären Führern wie Muammar al-Gaddafi, Fidel Castro, Saddam Hussein und Kim Il-sung stießen auf scharfe Kritik. Er unterstützte auch die gewaltsame Enteignung weißer Bauern in Simbabwe unter Robert Mugabe.

„Der Hunger in der Welt ist der absolute Skandal unserer Zeit. Laut den Vereinten Nationen stirbt alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren an Hunger, auf einem Planeten, der normalerweise die Bedürfnisse von 12 Milliarden Menschen decken könnte.“

Jean Ziegler, Schweizer Soziologe

Überparteiliche Würdigungen

Die Würdigungen kamen aus dem gesamten politischen Spektrum. Die frühere Schweizer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss, eine Sozialistin, hob seinen Einfluss auf Generationen von Studierenden hervor. Adolf Ogi, ein früherer Bundespräsident der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei, sagte, Ziegler habe „außergewöhnliche Herzensqualitäten“ und eine „Intelligenz, sowohl intellektuell als auch sozial, die außergewöhnlich war“ besessen. Die beiden Männer, so Ogi, hätten sich „mit einem einfachen Lächeln“ verstanden. Die Genfer Regierung sprach der Familie ihr Beileid aus, und Staatsratspräsidentin Anne Hiltpold erklärte, Ziegler habe „seine Epoche geprägt.“

„Jean hatte außergewöhnliche Herzensqualitäten. Er hatte eine Intelligenz, sowohl intellektuell als auch sozial, die außergewöhnlich war.“

Adolf Ogi, Ehemaliger Schweizer Bundespräsident

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Quellen und Kontext

  • watson.ch/am 11.06. um 09:19"Starke Persönlichkeit": So reagieren Wegbegleiter und Prominente auf Zieglers Tod
  • Franceinfoam 10.06. um 22:47Tout et son contraire. Jean Ziegler : "La faim dans le monde est le scandale absolu de notre époque"
  • Le Soiram 10.06. um 22:09Mort de Jean Ziegler, grande figure de l'altermondialisme
  • stern.deam 10.06. um 22:08Bekannter Schweizer Soziologe Jean Ziegler ist tot
Jean Ziegler
Schweizer Soziologe, Autor, Politiker und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der am 10. Juni 2026 starb.
Volker Türk
UN-Hochkommissar für Menschenrechte, der Ziegler würdigte.
Ruth Dreifuss
Ehemalige Schweizer Bundespräsidentin und Sozialistin, die Zieglers Einfluss auf Studierende lobte.
Adolf Ogi
Ehemaliger Schweizer Bundespräsident der Schweizerischen Volkspartei, der Ziegler würdigte.
Anne Hiltpold
Präsidentin des Genfer Staatsrats, die der Familie im Namen der Regierung ihr Beileid aussprach.
Claude Longchamp
Berner Politikwissenschaftler, der Zieglers Arbeit zur Senkung des Wahlalters auf 18 Jahre hervorhob.
Muammar Gaddafi
Ehemaliger libyscher Führer, zu dem Ziegler umstrittene Kontakte hatte.
Fidel Castro
Ehemaliger kubanischer Führer, zu dem Ziegler umstrittene Kontakte hatte.
Saddam Hussein
Ehemaliger irakischer Führer, den Ziegler traf und in Interviews beschrieb.
Kim Il-sung
Ehemaliger nordkoreanischer Führer, den Ziegler traf und in Interviews beschrieb.
Che Guevara
Revolutionär, dessen Treffen mit Ziegler in Genf ihn dazu inspirierte, von der Schweiz aus gegen Ungleichheit zu kämpfen.
Jean-Paul Sartre
Französischer Philosoph, mit dem Ziegler während seines Studiums in Paris in Kontakt kam.

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Veröffentlicht am 10.06. um 13:43.

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In diesem Text

  1. 1Ein Leben im KampfEin Leben im Kampf
  2. 2Politische und akademische KarrierePolitische und akademische Karriere
  3. 3Rolle bei den Vereinten NationenRolle bei den Vereinten Nationen
  4. 4Kontroverse Positionen und VerbindungenKontroverse Positionen und Verbindungen
  5. 5Überparteiliche WürdigungenÜberparteiliche Würdigungen

Wo

Genf

Auf Grundlage von Berichten von

watson.ch/, Franceinfo, Le Soir, stern.de, Ouest France, Le Temps, N-tv, Norddeutscher Rundfunk

Liste der Quellen

Diplomatie · Genf und Thun

Schweizer Soziologe und Antikapitalist Jean Ziegler im Alter von 92 Jahren gestorben

Der Soziologe, Autor und frühere UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung starb am Mittwoch an den Folgen der Parkinson-Krankheit, wie seine Familie bestätigte.

Genf
Genf, Thun · Schweiz

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KI-Text auf Grundlage von Berichten von watson.ch/, Franceinfo, Le Soir und weiteren Medien. Veröffentlicht am 10.06. um 13:43. So entsteht er