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Fußball·vor 3 Std.

Japanische Fans reinigen Stadion in Dallas nach WM-Unentschieden, NFL-Star Winston hilft mit

Japanische Fußballfans reinigten nach dem 2:2-Unentschieden ihres Teams gegen die Niederlande die Tribünen des Stadions in Dallas – ein Ritual, das seit 1998 bei jeder Weltmeisterschaft zu beobachten ist. Der Quarterback der New York Giants, Jameis Winston, der für Fox Sports über das Ereignis berichtete, schloss sich der Aktion an.

Spiel und Nachspiel

Japans Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft 2026 endete am Sonntagabend in Dallas mit einem 2:2 gegen die Niederlande. Daichi Kamada traf in der 89. Minute zum Ausgleich und versetzte die japanischen Anhänger in Ekstase. Inmitten des Jubels wurden blaue Plastiktüten – die eigentlich zum Anfeuern mitgebracht wurden – über den Tribünen geschwenkt. Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff wurden diese Tüten für einen ruhigeren, vertrauteren Zweck genutzt.

Eine jahrzehntelange Tradition

Während die meisten Fans das Stadion verließen, blieben Tausende japanische Anhänger zurück, um akribisch weggeworfene Becher, Servietten und Verpackungen aufzusammeln und in ihre Tüten zu stopfen. Dieser Brauch ist seit Japans erster WM-Teilnahme 1998 in Frankreich fester Bestandteil des Turniers und wurde seitdem bei jeder Weltmeisterschaft sowie bei den Olympischen Spielen wiederholt.

Es ist Teil unserer Kultur, Teil des Respekts vor allem: den Spielern, den Fans und dem Stadion. Wir fühlen uns geehrt, hier zu sein, und möchten kein Chaos hinterlassen.

eine japanische Zuschauerin

Diese Einstellung wird früh gefördert. Japanische Schulkinder reinigen ihre Klassenzimmer jeden Tag selbst, ohne dazu aufgefordert zu werden. Öffentliche Mülleimer sind selten, daher ist es eine Selbstverständlichkeit, den Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen. Der Politiker und Historiker Koichi Nakano erklärte gegenüber AP, dass sich die Sportfans bei internationalen Veranstaltungen genau so verhalten, wie sie es als Schüler gelernt haben, als sie die Freude am Sport entdeckten. Der Soziologe Masachi Ohsawa fügte hinzu, dass viele Japaner äußerst sensibel für moralische Verpflichtungen im kleinen Rahmen seien und den starken Wunsch verspürten, niemanden, mit dem sie sich einen Raum teilen, auch nur kurzzeitig zu belästigen. Eita Tanaka, 20, stand mit einem Bier und einigen Bechern in der Hand da und stellte schlicht fest:

Wir lernen, einen Ort sauberer zu hinterlassen, als wir ihn vorgefunden haben.

Tradition der japanischen Fans, bei jeder WM seit 1998 aufzuräumen
  1. Tradition erstmals bei der WM in Frankreich dokumentiert
  2. Fortsetzung bei der von Japan und Korea gemeinsam ausgerichteten WM
  3. Fans räumen bei der WM in Deutschland auf
  4. Fans räumen bei der WM in Südafrika auf
  5. Fans räumen bei der WM in Brasilien auf
  6. Fans räumen bei der WM in Russland auf
  7. Fans räumen bei der WM in Katar auf
  8. NFL-Star Jameis Winston schließt sich der Aufräumaktion in Dallas an

Ein NFL-Star greift zum Müllbeutel

Die Szene erregte zusätzliches Aufsehen, als Jameis Winston, Quarterback der New York Giants, mit seinem eigenen blauen Sack in die Tribünen stieg. Winston, der für Fox Sports von der Weltmeisterschaft berichtet, trug ein personalisiertes Japan-Trikot und sammelte gemeinsam mit den Fans Müll ein. Ein Video des Moments, das von Winston und der NFL in den sozialen Medien geteilt wurde, zeigte ihn, wie er mit offenem Beutel hinter einer Gruppe japanischer Anhänger herging.

Zeigen Sie mir einen einzigen NFL-Spieler, einen Erstrunden-Draft-Pick, der seinen eigenen Müllbeutel nimmt und das Innere eines Stadions reinigt.

Kabine und nächste Schritte

Auch die Spieler selbst ließen sich von diesem Rhythmus anstecken. Japans Mannschaft faltete nach dem Spiel Handtücher und Trainingsleibchen zu ordentlichen Stapeln und ließ sie am Eingang der Umkleidekabine zurück. Das Team reist nun nach Monterrey, um am 21. Juni gegen Tunesien anzutreten, bevor es für die Partie gegen Schweden am 26. Juni in dasselbe Stadion in Dallas zurückkehrt.

Dallas

8 Quellen

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